Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1845-01-08 · Heft 2 (8.1.1845) · p. Seite 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 2 (8.1.1845)
Date
1845-01-08
Page
Seite 16 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2360092-2360364-2360367--4791-3530947
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

’DID’in n^DD) — & war nämlich mit einem österv.- Passe versehen, als er nach Palästina kam, —unrer Pinskers Gerichtsbarkeit stehe. Der Vekil Pinsker ließ nun Hrn. Lurgeman in seinem und Gagin's Namen auf offener Straße in den Bann erklären und atebcuin denselben mit einem Wahnsinnig en in Ein e n Kerker werfen. Der alte Rabbiner- Turgeman bat nun flehentlich um die Freilassung seines Sohnes, die aber P. mit der Erklärung abschlug : Er habe noch an ihm eine grausame Rache zu nehmen, weil er das bekannte Absetzungsdekret Lehren's (S.. Orient No. 42 von 1843) mit unterzeichnet habe NLN NW DDN3) jyjn rnyhJtS' by moiNn mopj n)j> a rwy1? hwipn Domn by -cPinnn p inx nid ’d > -’as 'i (nnn1? frOHD Tbtiff DroS — Ein französischer Zude verwendete sich chei P. für den Gefangenen, daß er doch wenigstens während des Sabbats seiner Haft entlassen werden mochte, und verbürgte sich für T. dahin, daß dieser nach dem Sabbat sich wieder ins Gefängniß stellen würde. Die körperlichen Mishandlungen hatten aber Hrn. T. ein ernstliches Brustleiden zugezogen, daß sich im häufigen Erbrechen und Blutauswurf kund gab und schleunige ärztliche Hilfe erforderte, weshalb man den Beistand des von Ihnen (Montefiore) hieher gesandten Arzres Hr. Dr. Frankel ansvrach. Der Arzt wollte bei Gagin und Pinsker die Erlaubniß, den Patienten behandeln zu dürfen, einholen, welche ihm aber wegen des Bannes nicht ertheilt wurde. Der greise Vater begab sich darauf klagend und weinend zum aschkenasischen Beth-Din und zu uns, um die Erlaubniß für den Arzt zu erlangen, die wir ihm auch sofort ertheilten. (Die Bittsteller setzen hier in einer weitläufigen talwudischen Erörterung auseinander, wie die Kraft des Bannes sich nicht dahin erstrecke, wo es sich um eine Lebensr ettun g handle, und daß überdies der Bann an sich selbst in dem vorliegenden Falle ein ganz ungerechter und mithin durchaus ungültiger sei! (0 sancta simplicitas!) Wir flehen daher Ihren Schutz für diese armen Unglücklichen an, daß Sie, der Sie allen Bedrängten ein rettender Engel sind, ihn aus den Händen dieser Tyrannen befreien mögen, denn, wie wir vernommen, ist das Maaß seiner Leiden noch nicht voll und man beabsichtigt den Unglücklichen und seinen greisen Vater aus der Stadt hinaus zu bringen. Und diese Unmenschen können Alles ausführen, was sie wollen, da sie bei den türkischen Behörden angesehen sind und die Gemeindegelder in den Händen haben, die sie fast ausschließlich zu Bestechungen verwenden (pNn wie sich Gagin und Pinsker in ihren Cirkularschreibm sehr verständlich ausdrücken), um Racheplan wider ihre Gegner ausführen zu können, wie sie auch gegen die frühern Rabbiner und den ersten Pakid gehandelt haben. („D?r nDnD cwyi? nfoN hi düd ninv n1? nnjn nnn nso miN , cno tivn poo) , nmvri MD’pn Verlag von C. L. Fritzsche. t dto^nd cpjnb bjftzb Dnnti/nD' wmb ns , jndv ind bn^v nw (p33)Tp^i Nnn wjnttfND,") Wir ergreifen zugleich diese Gelegenheit, um Ihnen unfern Schmerz auszudrücken über den Beschluß, den jene drei Männer (ttnOyniDl Nn^n) in einer amtlichen Sitzung gefaßt haben, sich nämlich, wie es Hirsch Lehren befohlen, der Erbauung eines Hospitals zu widersetzen (um , nw;ntwo dSi tm HtJ/yn UM), Gott möge es ihnen verzeihen! Wir können nicht mit Kraft gegen diesen Frevlerbund und dessen Anhang ankämpfen. Aus dem erwähnten Vorfall mögen Sie aber auf ihre übrigen Handlungen schließen. — Hier kommt es nicht auf die Größe ihres Anhangs an, denn eine Verschwörung von Ruchlosen, sagen unsere Weisen, zahlt nicht mit (pD.n jß WN Dtytcn ntyp), und wenn auch solche Leute Ihre Wohlthat zurückweisen, so ist dennoch eine große Anzahl in der sefard., aschk. und afrikanischen Gemeinde vorhanden, welche dieselbe mit Dank und Freude annehmen würden. (Beschluß folgt.) Personalchronik und Miseellen. Würz bürg. Hr. Eleaser Bergmann aus Zell bei Würzburg hat seine Rückreise aus Jerusalem nach seinem Vaterlande bereits angetreten. Derselbe wird die genauesten Details über die dortigen Verhältnisse geben können. * * * London. In der Jews Intelligence (letztes Heft) ist das Rapaport'sche Gutachten über die Beschneidung theilweise übersetzt worden. Es ist doch merkwürdig, daß die Missionäre stets mit der Orthodoxie liebäugeln. * * Frankfurt a. M. Herr L. H. Löwenftein, Verfasser der Damascia rc., nimmt vom 1. Jan. 1845 an, Antheil an der Redaktion der „Frankfurter Ober-Post-Amts-Zeitung," was in Beziehung auf das Judenthum nicht ohne Einfluß auf den Geist dieses Q.uasi-offiziellen Blattes bleiben dürfte. Hohenems. Nach dem Abgänge unseres Rabbiners Hrn. Abr. Cohn nach Lemberg haben wir Hrn. Daniel E h r m a n n, gegenwärtig Rabbiner zu Gutenplan, zu unserem Rabbiner gewählt. Hr. Ehrmann ist den Lesern dieses Blattes aus einer Schrift über die Juden in Ungarn, sowie aus einigen Aufsätzen in Ihrem Literaturblatte bekannt. Sein Eintreffen erwarten wir mit jedem Tage. * * Druck von I. Jb. Naael.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.