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Der Orient · 1844-12-10 · 50 (10.12.1844) · p. Spalte 799-800

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
50 (10.12.1844)
Date
1844-12-10
Page
Spalte 799-800 (sequence 8)
Language
German
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799 Literarische Ankündigungen. 800 wenn man Flavius Josef in einem hebräischem Gewände den Juden vorgeführt hätte. Es war überhaupt das Loos der jüdisch-griechischen Literatur, daß sie dem Volke, dem'sie doch zunächst angehörte, unbekannt blieb, und erst den Juden der nächsten Vergangenheit und der Gegenwart war es aufbewahrt', dieses Gebiet mit der Richtschnur der Kritik zu betreten. Der Neuzeit haben wir die „Vorstudien zur Septuaginta", die Forschungen Fürst's über den jüdischen Hellenismus, deren-baldige Fortsetzung wir und mit uns gewiß sehr Viele wünschen, und die angezeigte Schrift des Hrn. Dr. H. zu danken. Die gelehrten und interessanten Anmerkungen, welche Hr. Dr. Horschetzky feiner Übersetzung beigegeben, zeigen auch, daß er zunächst jüdische Leser, die einen ihrer berühmtesten und ältesten Schriftsteller kennen wollen, vor Augen hatte. Daß die gelehrte Bearbeitung des Josef denselben Vielen seiner Glaubensgenossen näher rücken wird, unterliegt keinem Zweifel. Ich hebe eine Bemerkung des Hrn. Rabb. L. Löw hervor, um die Leser zu überzeugen, daß die angezeigte Schrift der lehrreichen Anknüpfungspunkte viele hat. „Ueber die Etymologie des Namens Essener", sagt Hr. L. Löw S. 106—J07, „sind bekanntlich verschiedene Vermuthungen ausgestellt worden. Höchst wahrscheinlich sind die Essener nichts anders als die des Lalmuds. Das wird auch bei den LXX durch c ausgedrückt, und das s kommt öfters als bedeutungslose Vorsylbe vor. Wenn sich nun die Hypothese, daß ay>rn Essener bedeute, bestätigt; so dürfte mit derjenige Theil des Essenerordens bezeichnet worden sein, welcher im Cölibat lebte, vergl. b)nno tvy'lX, Erub. 100 1). Nur hieraus erklärt sich das D bei , was nach der gewöhnlichen 'Auffassung des Wortes am Unrechten Orte stünde. S. Mschna Kitaim 9, 5; Mauser Scheni 5, 1; Demai 6, 6. Daß man beim Verschwinden des Effenerordens auch die Bedeutung des Namens vergaß, beweisen mehre Stellen. S. Berachot, 62 a; jerus. Demai 6, 8: '»ND?" Diese Konjektur hat vieles, vorzüglich die Erklärungsweise der verschiedenen Schreibung des Namens „Essener" bei den Griechen, für sich. I. Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [131*] Bei Unterzeichnetem ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu haben: Die ersten Makamen des Charist ans dem Tachfeemoni ©der ®ivan. Nach einem authentischen Manuscript ans dem Jahre 1281 herausgegeben, Yocalisirt, inlerpungirt und ins Deutsche übertragen , wie auch sprachlich und sachlich erläutert und mit einer umfassenden Einleitung -versehen -von Dr.-S. J. Kämpf. Lex. 8. geh. \\ Thlr. Berlin, im November 1844. Alexander DunÄer. [130.] Im Verlage von Hermann Gobört in Hamburg erschien so eben und ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Die Spraehverhältrrifse der heutigen Juden im Interesse der Gegenwart und mit besonderer Rücksicht auf Volkserziehung besprochen von Dr. Anton R6e. Preis 18 gGr. Diese Schrift, im Geiste einer neuen Richtung unter den Juden, die man die sociale nennen könnte, geschrieben, ist mit Recht jedem Denker über Volksbildung und Volkswohl aufs angelegentlichste zu empfehlen, sowie sie manchen interessanten Beitrag für die Wissenschaft der Dialekte liefert. Gesuch einer Gesellschafts-Dame. In einer Hauptstadt An halt's sucht ein verwitweter Vater für seine 15jährige Tochter eine Gesellschafterin jüdischer Konfession und gesetzten Alters, welche in der deutschen und französischen Sprache unterrichten, dabei auch in weiblichen Arbeiten Einweisungenheilen kann. Die Stellung wird mit einem vortheilhaften Einkommen, und durch einen ausgedehnten Familienkreis mit Annehmlichkeiten verbunden sein. Darauf reflektirende Personen wollen sich in frankirten Anfragen an die Expedition dieses Blattes wenden. Inhalt des Sabbath-Blattes Mr. SG. Betuel und Rebekka, eine dramatische Bibelscene. Von I. M., einem ehemaligen Schüler der israelitischen Fr ei sch ule in Hamburg. —, Beobachtung mosaischer Gebote bei den nestorianischen Christen» (Schluß.) — Lese- Zimmer. Schemuel Alvalensi, der tapfere und. treue Kaid. Nach dem Spanischen von A. Ink. (Mit Bezug aus den Beschluß der Schleswiger Ständeversammlung.) — Vermischte Nachrichten. Schubin. Detmold. Königsberg. ^Vien. (Nekrolog des Hrn. Lodesko). Dresden. Verlag von C. L. Fritz sch e. Druck von I. H. Nagel.

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