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Der Orient · 1844-11-26 · Heft 48 (26.11.1844) · p. Seite 376

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 48 (26.11.1844)
Date
1844-11-26
Page
Seite 376 (sequence 15)
Language
German
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376 nen Proph eten kollektive auffaßt. Ich will auch das wie ich bin (väftDD) nicht urgiren im Gegensätze zu der Versicherung am Schluffe des Pentateuchs, daß kein Prophet mehr aufstand in Israel wie Moses, so daß demnach in obiger Stelle wohl nicht von einem gewöhnlichen Propheten, sondern nur von dem höchsten und letzten derselben, der allein dem ersten, dem Moses, gleichgestellt werden kann, die Rede sein dürste. Genug ich erblicke nach meiner individuellen Ansicht in dieser Stelle eine messianische Verheißung, ohne mit denen zu rechten, welche dieselbe anders erklären wollen. Jedenfalls habe ichdargethan, daß der Pentateuch (von den Propheten geben Sie es selbst zu) einen solchen Messias, wie ich ihn schildere, allerdings kenne. Für Ihre entgegengesetzte Behauptung, daß der Pentateuch nichts von einer geistigen Erlösung wisse und nur einen Messias verheiße, der uns in das Land Palästina zurückführen werde, vermögen Sie nur eine einzige Stelle anzuführen, wo der Strafe der Zerstreuung unter alle Völker die Rückkehr nach Palästina als Lohn der reuigen Buße entgegengesetzt wird. „Auch wenn die Verstoßenen am Ende des Himmels sein werden, wird sie der Herr von dort versammeln und in das Land zurückführen, welches unsre Eltern geerbt habend Abgesehen davon, daß hier von der messianischen Zeit insbesondere die Rede gar nicht ist, sondern eben nur dem reuigen Volke die Aufhebung der Strafe, welche sein Ungehorsam ihm zugezogen, verheißen wird, so schließt doch diese allerdings niedere Verheißung, welche die leibliche Erlösung betrifft, jene höhere die geistige und leibliche Erlösung umfassende keineswegs aus. Gott verspricht den Israeliten hier, wenn sie sich bessern und zu ihm zurückkehren, so werde er sie in das Land ihrer Väter zurückführen und ihnen Gutes thun. Mag nun dieses Versprechen durch die Erbauung des zweiten Tempels in Erfüllung gegangen sein oder nicht, so bleibt uns immer die weit bedeutsamere Verheißung von der Erlösung und Erhebung und Beglückung des ganzen Menschengeschlechts durch die Lehre, welche Gott zunächst für Israel, dann aber auch für die ganze Menschheit durch Moses und die Propheten verkündiget hat; und an dieser Verheißung sestzuhalten, das ist es, was wir mit Maimuni als eine Grundlehre unsres Glaubens ausgeben. Uebrigens ist selbst in jener Stelle, durch welche Sie meine Ansicht vom Messias bekämpfen wollen, ein Beweis für die Richtigkeit derselben enthalten. (Fortsetzung folgt.) Perfonalchronik und Miseellen. DZs Frankfurter Journal. Das Franks. Journ. dringt, vom 6. dieses Monats eine Korr, von der Weichsel, Verlag von E. .L. Fritzschc. die wörtlich aus dem Oriente, datirt von Warschau, entnommen ist. Der Korrespondent hätte seine Quelle angeben, zumal ich für den Artikel eine bedeutende Verantwortlichkeit übernommen, oder was noch besser wäre, die Redaktion des Journals sollte die Mittheilung lieber direkt aus dem „Orient" nehmen. Statistisches. Die Juden in Algier betragen 11,248 Seelen. Die hinzugekommenen aus Europa sind nicht mitgerechnet. In dem LB. zum Orient wird eine neue Schweizer Produktion, die Tragödie Simson, fälschlich Samson betitelt. Der wackere Prediger Dr. Gotthold Salomon zu Hamburg hat vor Kurzem „Stimmen aus Osten", freimau.- rerischen Inhalts, in Hamburg bei Berendsohn, eigentlich als Manuskript für Brüder, veröffentlicht. Besonders lesens- und beachtenswerth ist darin eine Abhandlung: Sind alle deutsche Logen emancipirt? (abgedruckt im Telegraphen). Hm wird nachgewiesen, wie der Prinz von Preußen und die preußischen Logen der Idee und der Tendenz des Freimaumbundes seit 1815 zuwidergehandelt haben und noch zuwiderhandeln, indem noch immer die Juden von diesen Logen ausgeschlossen sind. Nekrolog Chorin's. Die A. A. Z. vom 28.OM. (Beilage) enthält einen trefflichen Nekrolog Chorin's. Jedoch ist. ein Punkt in demselben, nämlich das geistige und litcmische Leben Chorins gar nicht berührt, daher dieser aus dem Nekrologe im Oriente zu ergänzen ist. I u d e n i n der Schweiz. In dem Kanton Uri iß den Juden neuerdings verboten worden, Zeitungen zu kolportiren. Beschränkungen der Art kommen in der Schweiz oft vor und daher wohnen auch wenige, Juden daselbst. * *' Ernennungen und Beförderungen. Der Stadtrath Ben da in Berlin, einer der trefflichsten Beförderer des Gemeindewohls der Berliner Kommune, ist zum Deputaten des -Magistrats bei der Staatsschuldentilgungs-Km- Mission erwählt worden. — Hr. Joseph Lehmann, der bekannte Herausgeber des Magazins für die. Literatur des Auslandes, ist zum Translator im Ministerium der auswärtige» Angelegenheiten angestellt worden. Druck von I. H. Na^l.

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