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Der Orient · 1844-11-19 · Heft 47 (19.11.1844) · p. Seite 361

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 47 (19.11.1844)
Date
1844-11-19
Page
Seite 361 (sequence 1)
Language
German
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fünfter Jahrgang Berichte, Studien und Kritiken j Aas Abonnement für! (fn Lahr ist 5 Thlr. f Mn abonmrt bei allen I Ml. Postämtern und jj flncn solid. Buchhand- I lange» auf ein Jahr. für Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von DZ'. Julius Fürst« Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. m. Leipzig, den 19. November 1844. Inhalt. Deutschland. Berlin. Kultuswesen. Die Verwandtschaftsgrade einer rabbinischen Ehe zwischen dem neuen l Mbinatsassessor und dem Vorstände. Aus Würtemberg. Predigtwesen. Dr. Frankfurter. Dr. Maier. Dr. Löwengardt. N. s Her;. Heidelberg. Aktenmäßige Verteidigung des Rabbiners Fürst. — Oesterreich. Aolkiew. Geschichte des israelitischen j Amenspitals. Freiherr Krieg von Hochfelden. Rabb. H. Chajes. Dr. I. Seidl. Die Erziehung und der Unterricht der Jugend. Der : Chasidismus. Waagneustadtl. EgYPtische Finsterniß durch den Hirtenstab des Rabbinats. Predigtwesen. — Personalchronik und i »eilen. — LB. d. Or. Deutschland. Berlin, 11. Novbr. Den 28. v. M. wurde unser Rabbinatsafsessor, Hc. Dr. Sachs, in eine dazu eigens anberaumte Sitzung der Aeltesten beschieden, wo ihm die Urkunde seiner Versorgung von seinen Vermndten und Freunden übergeben werden sollte. Der in verwandschafclichem Verhältniß zu ihm stehende Vorstand sorgte dafür, daß das Ministerium des Innern die Wahl bestätigte, ohne gerade das alte Pcincip zu nndern, und diese Bestätigung wurde ihm in der veran- Meten Versammlung feierlich von einem Abgesandten des Polizei-Prästdii übergeben, begleitet von einigen höflichen Worten. Es ist kein Wunder, wenn die Versorger des Hrn. S. es in den Zeitungen als einen bedeutenden Fortschritt ausrufen, um ihren Schützling zu verherrlichen, aber leider sind wir in Preußen noch nicht st west, daß der Kultus und das Rabbinenwesen als den andern Konfessionen gleichgestellt erscheinen kann. Aus Würtemberg, 6. Novbr, Zum ersten Male, seitdem ich die Ehre habe, über israel. Zustande m Würtemberg mit Ihnen zu korrespondiren, will ich ^'Ute unternehmen, über einige Predigten zu referiren. Wenn in Ihrem Blatte weniger, als in einem an- *ccn lüdischen 'Angelegenheiten gewidmeten Journale, bis W von ausgezeichneten Predigten bei Synagogeneinweih- ^Zen, Konfirmationen und andern dergl. Veranlassunzu lesen war, so haben wir würtemb. Israel. es ^uch nie für paffend gehalten, das lesende Publikum mit ähnlichen Nachrichten zu behelligen. Seit 14 Jahren ist die allsabbatliche deutsche Predigt, Katechisation und jährliche Konfirmation stehendes Institut unsrer Synagoge. Es versteht sich nun von selbst, daß der fungirende jüdische Geistliche alle seine Kräfte aufbietet, um Würdiges zu leisten. Wir haben darum nie dafür gehalten, daß das Faktum auf den besondern Eintrag in die Annalen der Zeit ein Recht habe. An der öffentlichen Auszeichnung werther Individuen hatte es uns nicht gefehlt. Hrn. Dr. Frankfurter, der jetzt als einer der ersten Kanzelredner in Israel glänzt, haben wir früher als der Hamburger Tempel besessen und bewundert. Kirchenrath Dr. Maier steht in „gewisser" Hinsicht als Kanzelredner in Deutschland einzig da. Wenn ich im gegenwärtigen Bericht von der bisherigen Weise abweiche, so geschieht es deswegen, weil die betrtffenden Reden mit den gegenwärtigen religiösen Bewegungen der deutschen Judenheit in engerem Zusammenhang stehen und in verschiedener Darstellung und verschiedenen Wendungen dieselbe Idee für die Zukunft des israel. religiösen Lebens aussprechen. Hr. Kirchenrath Dr. Maier hat am jüngsten Versöhnungsfeste eine allgemein bewunderte Predigt über den Verfall jüdischer Religiosität gehalten. Wenn diese Predigt, was zugleich als dringender Wunsch der tief ergriffenen Zuhörer ausgesprochen werden darf, durch den Druck der Dessentlichkeit übergeben würde, wenn ferner sich bestätigte, woran Referent nicht zweifelt, daß diese Predigt der homiletisch schlagendste Ausdruck ist für die Bestrebungen der Braunschweiger Rabb.-Versammlunq, so ist 47

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