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Der Orient · 1844-11-05 · Heft 45 (5.11.1844) · p. Seite 352

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 45 (5.11.1844)
Date
1844-11-05
Page
Seite 352 (sequence 15)
Language
German
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352 edlen Herrn, welche der hebräischen Eenfur gesetzmäßig vorstehen, nicht zugeben, daß ein polnisch-jüdischer Konvertit, genährt von einem glühenden Hasse gegen seine ehemaligen Glaubensbrüder, und der diese Feindschaft zur Schau trägt, nicht mit barbarischer Willkür das .Amt der Censurverwaltung übe und so den gerechten Befehlen unsers erlauchten Kaisers Hohn sprechet Ein Warschauer. Personalchromk und MiseeUen. Leistungen von Iudenfreunden. Den besten Beweis, daß die Juden nicht die Ausschließenden, sondern noch oft die Ausgeschlossenen sind und daß sie den Geist des Partikularismus mehr und mehr ablegen, können sie dadurch liefern, daß sie auch diejenigen Leistungen christlicher Judenfreunde, die nicht direkt auf jüdische Angelegenheiten Bezug haben, in den Organen des Judenthums empfehlen und so verbreiten helfen. Einmal nämlich fördert Alles, was den Stempel der Humanität an sich trägt, indirekt auch die gerechte und heilige Sache der Juden; dann aber können wir unfern christlichen Alliirten den Tribut unserer Dankbarkeit auf diese Weise am besten bethätigen. So verfolgen wir mit Wohlgefallen die Leistungen und den Succeß Zschokke's; fo freuen wir uns, daß Herr Wilhelm Luders in dem „Herold" des ebenfalls der Emancipation des wortredenden Herrn Prof. Biedermann zu Leipzig ein neues Organ gefunden hat, so machen wir auf die neueste Schrift des ungarischen Grafen Zay: Dieses Buch gehöre dem Vaterland. (Leipzig,! Otto Wigand) aufmerksam. Wir werden von Zeit zu Zeit diese Notizen fortsetzen. C. Frankfurt a. M. Der Frermaurerlogen-Streit scheint eine immer weitere Ausdehnung gewinnen zu wollen. Es könnte leicht dahin kommen, daß ein völliger Bruch zwischen den toleranten und intoleranten Logen entstünde. Hamburg. Es ist hier wieder viel davon die Rede, daß eine noch umfangreichere Lokalität, als die des Gumpel- Stiftes, zu Freiwohnungen für Juden angekauft werden We.» Wir wünschen der Gemeinde von ganzem Herzen dazu (Mick, daß die gemeinnützigen Institute innerhalb derselben immer zahlreicher werden und daß sie so edle Mitglieder in sich schließt. In das Literarurbtact zum Orient Nr. 41 aus S. 2, Sp. 1 hat sich ein sonderbarer Druckfehler eingeschlichen. Dort ist nämlich ein neuerschienenes Buch in franz. Sprache über die jüdischen Freimaurer erwähnt. Es feilte da aber Prusse statt üus-sie stehen, da es bekanntlich in Rußland seit Alexander I. überhaupt keine Freimaurer mehr, geschweige denn jüdische giebt und geben darf. Es handelt sich vielmehr um die Weigerung der preußischen Logen, Juden als Freimaurer anzuerkennen. Dresden. In der Philologenversammlung in Dresden waren fünf fremde Israeliten gegenwärtig, nämlich Dr. Freund, Dr. Geiger, Dr. Stern aus Berlin, Dr. Fürst und Hr. Steinschneider aus Prag. Die Juden und d i e F r e i m a u r e r e i. Wir kommen abermals auf diese wichtige Angelegenheit zurück. - Als der Prinz von Preußen, bekanntlich das Oberhaupt aller preußischen Logen, kürzlich London besuchte, wurde von einem Mitgliede des Bundes der Vorschlag gemacht, ihm eine Bewillkommungsadresse zu überreichen. Da trat ein anderes Mitglied, ein Engländer, auf und erklärte, er werde dazu um so weniger seine Zustimmung geben, je mehr die preußischen Logen das Princip der Humanität und des Freimaurerbundes durch die fortdauernde Ausschließung der Juden verletzten. Als ihm Viele beistimmten, verbürgte sich Herr von Hebeler, preuß. Generalkonsul in London, ebenfalls ein Maurer, dafür daß auch in Preußen dieser Misbrauch bald aufhören werde. Jndeß half ihm diese Versicherung nichts; denn ein phlegmatischer Engländer trug darauf an, die Adresse bis dahin cmfzuschieben, daß dem Principe Folge geleistet fei. Der Sünder dies erzählt („die Sonne bringt Alles an das Licht") ist begierig, wie und wann Herr von Hebeler sein Versprechen lösen wird. — Die A. A. Z. enthält in der Beilage vom 29. Sptbr. einen Artikel über den samaritanischen Pentateuch, und in ihrer Nummer vom 2. Oktbr. (Beilage) einen Aufsatz über Tischendorfs paläographischen Fund, der darin besteht, daß er auf der Reise durch den Orient ein aus 40 Blättern bestehendes Fragment aus den prophetischen und den apokckphischen Büchern des A. T. von sehr hohem Alter ausfindig gemacht hat, das bald in der Heimath gezeigt werden soll. Eine der neuesten Nummern des Buchhändler -Bötten-? blattes führt an, daß die Schrift von Friedreich über die Bcschneidung (Ansbach 1844) 53 Seiten aus Bergson wörtlich herübergenommen habe. In der Bremer Zeitung werden zwei Juden, Hegel Heilpurn in Bialystock und Sundel aus Rodna als russische Spione an der preuß.-russ. Grenze genannt. Wir warnen daher auch die russ. und poln. Juden vor ihnen. Verlag von E. L. F r i tz s ch e. Druck von I. H. Nage l.

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