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Der Orient · 1844-10-15 · 42 (15.10.1844) · p. Spalte 657-658

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
42 (15.10.1844)
Date
1844-10-15
Page
Spalte 657-658 (sequence 1)
Language
German
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Meratnrblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. 4S» Leipzig, den 15. Oktober R844» Inhalt. Kritiken. Beitrage zur Gesclncbte der ältesten Auslegung und Spracherklarung des alten Testamentes von H. Ewald und S. Duke s. An gezeigt von R. Kirchhejm. — Studien. Der Bund Salomo's, eine apokryphische Schrift, Griechisch und Deutsch. Zum ersten Male durch den Druck veröffentlicht. (Fortsetzung.) — Liter. Analekten. Nothwendige Berichtigung, die Rabbinerversammlung betreffend. Von Kirchheim. Hebräisch-spanische Volkslieder mitgetheilt und übersetzt von Ink. — Literarisch e Ankündigungen. Beiträge zur Geschichte der ältesten Auslegung und Spracherklärung des alten Testaments von H. Ewald und L. Dukes» Stuttgart, 1844. 8. Verlag von Adolph Krabbe. (Von K — tu.) Unserer Zeit blieb es vorzüglich Vorbehalten, die Trümmer des alten Ehrfurcht gebietenden Gebäudes jüdischer Vergangenheit ans Licht zu ziehen, jener scientisischen Vergangenheit , die den Uebergangspunkt zu einer neuen Richtung bildete, welche sich einige Jahrhunderte nach Abschluß des Talmuds kund gab. Die Aufgabe der Talmudisten war einen Bau aufzuführen, der das Judenthum vor dem Aufgehen in die herrschenden Religionen schützen und bewahren sollte; diese absorbirte so alle ihre Geistesthätigkeit, daß wenig für die Erhaltung der Sprache, die man die heilige nannte, geleistet wurde. Das Studium der heiligen Schrift wurde zwar emsig anempfohlen und die gigantischen masoretischen Schutzwälle aufgeführt, welche mir kritischer Sorgfalt den Herligen Text vor jeder willkürlichen Abänderung schützten; aber von grammatischen Studirn, die allein die Sprache, welche aufgehört hatte Volkssprache zu sein, erhalten konnten, blieben uns nur wenige Spuren aufbewahrt. Mit dem achten Jahrhundert begann erst die Morgenröthe hebräischer Sprachforschung und die Exegese wurde allmälig von den hagadischen Schlacken gereinigt, welche die Goldkörner der Bibel umgaben. Von diesen sprachlichen Uranfängen war uns bis jetzt nur Weniges aus Citaten bekannt, bis ein neues Aufblühen jüdischer Wissenschaft sich diesen verborgenen Schätzen zuwendete. Mögen auch diese Denkmäler anscheinend nur einen antiken Werth haben, und vielleicht wenig Material für den Weiterbau und die Fortentwickelung der Sprachkunde liefern, so läßt sich doch nickt läugnen, daß noch Vieles auf diesem Gebiete schwankend und unsicher ist, und daß selbst die Uranfänge sprachlicher Forschung viele interessante Seiten darbieten, deren Resultate sich nicht bestimmen lassen. Die wissenschaftlichen Wallfahrren nach den Orten, welche die reichen Denkmäler des Alterthums bewahren, haben uns schon des Nützlichen und Merkwürdigen viel geliefert, und wir nehmen daher mit Freude die Mittheilungen aus den arabisch geschriebenen Werken jüdischer Sprachgelehrten an, die Ewald während seines vierwöchentlichen Aufenthalts in Oxfort aus den reichen Schätzen der Bodleiana gesammelt hatte und die hier im ersten Bändchen erscheinen. Dukes, der sich durch seine literaturhiftorischen Forschungen schon manches Verdienst um die Wissenschaft erworben hat, begleitet im zweiten Bändchen diese Excerpte mit gelehrten Notizen und liefert als Beilagen Menachem ben.Saruk's Vorrede zu seinem Machberet und die grammatischen Werke von I e h u d a C h a j u g', nach einer Abschrift aus der Münchner Handschrift. Wir versuchen den Lesern dieser Blätter in kurzen Umrissen diese lehrreichen Mittheilungen vorzulegen, um die günstige Aufnahme dieses Werkes in den Hallen der Wissenschaft vorzubereiten. Die Psalmen nach Saadja. Von den beiden Handschriften, die sich von dieser Arbeit S's in Oxfort befinden, aus denen Ewald die wichtigsten Stellen sich abgeschrieben hatte, werden die fünf ersten Psalmen vollständig und von den andern nur einzelne Verse, mit deren wörtlicher deutscher Uesersetzung, nebst S's erläuternden Anmerkungen mitgetheilt. In Betreff dieser Erläuterungen spricht E. die von andern Seiten bestätigte Vermuthung aus, daß allen Uebersetzungen S's solche Erläuterungen beigefügt 42

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