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Der Orient · 1844-09-24 · 39 (24.9.1844) · p. Spalte 609-610

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
39 (24.9.1844)
Date
1844-09-24
Page
Spalte 609-610 (sequence 1)
Language
German
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Literaturblatt -es Orients. Berichte, Studie« und Kritiken für Mische Geschichte und Meratur. M30. Leipzig, den 24. September 1844. Inhalt. Studien. Die jüdische Ehe nach der Bibel. Von M. B. Friedenthal. (Fortsetzung.) — Das ethische Element im jüdischen Rechte Von Dr. Wolfgang Wessely. (Fortsetzung.) — Kritiken. Kurze Anzeigen. Schelling's alte und neue Philosophie. Von I. L. Schwarz. —Literarische Ankündigungen. Die Mdische Ehe »ach der Bibel. Von M. B. Friedenthal. (Fortsetzung.) Dieser wird auch in dem hohen Lied Salomos besonders geschildert, und der Bund der Ehe in dem bekannten schönen Gleichnisse durch das Laubenpaar versinnlicht. Salomo fügt in seinen Sprüchen hinzu: „Gesegnet sei deine Quelle und freue dich des Weibes deiner Jugend,- die liebliche Hindin, die anmuLhige Gemse, ihr Busen berausche dich alle Seit, in ihrer Liebe taumle stets". Ein Gleiches bemerkt er im Prediger 9, 9. „Genieße des Lebens mit dem Weibe, das du liebest, alle Lage des eitlen Lebens, welche dir (Gott) gegeben unter der Sonne zc." „Denn das ist dein Lheil im Leben für deine Mühe, womit du dich mühest unter der Sonne". Adam, Noa, Abraham und Isaak haben nur eine Frau gehabt, auch durfte der hohe Priester nicht mehr als eine Frau nehmen. Auch Hiob rühmte sich in seinem Bekenntnisse als treuen Ehemann einer Frau: „Einen Bund habe ich geschlossen mit meinen Augen, wie sollte ich auf eine Jungfrau blicken". Hindeucend auf den geistigen Ehebruch, der schon ohne Handlung durch bloße Blicke begangen wird. Auch Maleachi bemerkt Kap. 2, 14.: „Ihr sprechet warum? Darum daß der Ewige Zeuge ist zwischen dir und dem Weibe deiner Jugend, gegen welche du treulos gehandelt, da sie die Genossin und das Weib deines Blindes ist""). Auch selbst bei der Polygamie schenkte der Mann seine 13) Diese ganze Darstellung hat ihre vollkommene Nichtigkeit, widerlegt aber Hrn. Hold heim nicht, wie wir bereits oben mehrmals bemerkt haben. F. Liebe nur dem Weibe seines Herzens, sie saß ihm zur Rechten (Ps. 45,10) geschmückt in Gold von Osir rc. „Ganz Pracht ist die Königstochter im Gemach und von Goldwirkerei ihr Gewand". Ihr, der Favorite wird auch die Legitimität zugesichert Ps. 45, 17. „An deiner Väter Stelle treten ihre Söhne; zu Fürsten setzest du sie in allen Landen" "). Schon in der ersten Offenbarung an Adam wird das Anschließen des Mannes an die Gattin befohlen und die Ehebrüche, wie es auch in moralischer Hinsicht geziemt, für eben so verwerflich am Manne als an der Frau erklärt "). Durch die eine Rippe, welche Gott dem Adam nahm, um die Frau daraus zu bilden, ist schon bildlich die Einheit der Frau, die Monogamie, dargestelltlfi). — Die geheime Lehre, die der Ehe zum Grunde liegt, ist nach der Offenbarung. Der Mensch als sinnlich-geistiges Wesen tritt aus 14) Ob insbesondere eine Favorite und nicht vielmehr eine Königin überhaupt bedeute, läßt sich wenigstens etymologisch nicht erweisen. Auch ist es aus dem angeführten Psalm nicht mit Gewißheit zu entscheiden, ob David der eigentliche Gegenstand sei; aber auch in diesem Fall gereichte es diesem gottesfürchtigen Maune gerade nicht zur besondern Ehre, wenn er nicht seinen sämmtlichen Frauen gleiche Liebe und der einen in dieser Hinsicht vor ihnen einen andern Vorzug, als die königliche Würde geschenkt haben sollte, weil sie zufällig von königlichem Ge blute war und selbst wenn die andern Frauen des Königs sich dieser Eigenschaft ebenfalls erfreuten, doch nur Eine die eigentliche Königin sein konnte und dieser gebührte mit Recht auch die Legirimerklärung ihrer, Kinder. F. 15) Eine solche Verpönung des beiderseitigen Ehebruchs ist mir aus der angezogenen Stelle nicht klar geworden. F. 16) Diese Bemerkung ist sehr geistreich; aber dennoch ist die Polygamie vom spätern Gesetze gestattet, und das mit Recht; denn dadurch, daß Gott dem nicht mehr als eine Rippe genommen hat, ist noch die Polygamie nicht ausge- 39

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