Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 38 (17.9.1844)
- Date
- 1844-09-17
- Page
- Seite 296 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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296 - 1844 (am 21. El ul 5604) gehaltene Predigt von Dr. Gotthold Salomon. Hamburg, B. S. Berendsohn» 1844. 24 S. 8. 6 Sh. » ■ *. Sch l e s w ig - H o lst e i n. Die Schleswigsche Ständeversammlung, die übrigens den Gesetzentwurf über die Militärpflichtigkeit abgerathen, hat mit 27 gegen 13 Stimmen die Ausschließung der Juden von derselben angenommen. Ein Sieg Ahriman's über Ormuzd! Zur Geschichte der schlechten und bösen Narren. Bruno Bauer's Literaturzcitung macht sich noch immer viel mit der Iudenfrage zu schaffen. Im 9. Hefte (Sptbr.) plänkelt ein gewisser Hr. Iungnitz, der nur in Arroganz, Judenhaß unb Absprecherei seinem Herrn undMeister gleicht, im Uebrigen aber ganz gewöhnlich ist, gegen Ghillany's Menschenopfer-Werk und gegen Judenthum und Kritik mit unbeschreiblicher Affenpossierlichkeit. Hr. Hitzkopf Jungnitz findet Karl Grün zu human und Ghillany zu judenfreundlich. Arme Blasirtheit! Leipzig. Von Moses Mendelssohns Gesammtausgabe seiner Werke bei Brockhaus ist nun der vierte Band in zwei bändestarken Abtheilungen erschienen. Es ist wahrhaft erfreulich, wie dieses ausgezeichnete Nationalwerk, das sich durch die größte Vollständigkeit und die ungemeinste Billigkeit auszeichnet, fortgeht. Möge die Theilnahme des Publikums für diesen unsterblichen Begründer der Neuzeit nicht ausbleiben! * * Polemik gegen Polemik. Hr. L. Simon hat im Telegraphen (August 1844) einen sehr beißenden polemischen Artikel gegen den Kand. Dr. G. Julius, den Jünger Bruno Bauer's, in der Judenfrage geschrieben. Namentlich werden darin die Angriffe Julius auf Grün und Rießer zurückgewiesen. Prag. Die Predigerstelle des hiesigen Tempelvereins ist nun vom Vorstande für vakant erklärt worden. Um zu verhüten, daß sich nicht Einheimische melden möchten, ist die Veröffentlichung in den jüdischen Blättern unterlassen worden, und dadurch soll die Regierung glauben gemacht werden, daß es keinen Einheimischen gebe, der diese Stelle bekleiden könnte. Indessen ist die Regierung, wie man hört, bereits' vom Gegentheile unterrichtet worden. Hamburg. An Dr. Frankfurter ist der Wunsch des Prager Vorstandes, zur Uebernahme der vakanten Predigerstelle gerichtet gewesen, und zu diesem Zwecke soll auch ein Vorsteher von dort persönlich hier gewesen sein; allein die Anforderungen und Bedingungen F.'s waren so hochgespannt, daß darauf nicht eingegangen werden konnte. Wie wir hören, soll ein großer Theil der dortigen Gemeinde auf Lowositz reflektircn. Berlin. Oie jüdische Gemeinde hier hat ihr Budget von 1843 veröffentlicht. Die Oeffenttichkeit hat immer etwas Gutes, und namentlich in Verwaltungssachen. Um ein Bild der Gemeindeorgamsation zu erhalten, werde ich die Publikation hier speciell mittheilen. Hamburg. Nach Mittheilungen aus Schwerin wächst die Opposition gegen Dr. Hold heim wegen seiner Synagogenordnung, und obgleich wir überzeugt sind, daß die Opposition im Unrechte ist, so war es doch sehr unklug, daß dik Rabbinerversammlung gerade diese Synagogenordnung angenommen. Es ist des Haders genug, und man sollte vorzüglich jeden Zündstoff vermeiden, und zwar um so mehr, als es schwerlich durchzusetzen ist. * * * Schwerin (im Meklenburgischen). Wegen der stack» Opposition gegen die Synagogenordnung der Kirchenbelstck hat sich nun die Regierung veranlaßt gesehen, den Privatgottesdienst wieder zu gestatten. Dieser Rückschritt ist um so mehr zu bedauern, als er dem Schlendrian Thiire Thor öffnet und als die Synagogenordnung selbst dem Orthodoxesten nur in einigen Punkten anstößig sein kann. W t e n. Hr. Prediger Mannheimer läßt gegen Dr. Holdheim einen scharfen Aufsatz in die A. Z. d. I. einrücken, wegen des Angriffes des Letztern in. seinem Bch über die Beschneidung*). Hr. Mannheimer wird aber M bloß von Hrn. Holdheim, sondern von aller Welt in dicscr Sache der Heuchelei beschuldigt, und man hörte oft bcim Lesen seines Gutachtens ausrufen: das ist die Sprache ciiw Kapuziners! Norwegen. Einer der wackersten Vertheidiger dn Juden im norwegischen Storrhing von 1842, der Distel Riddervald in Drontheim, hat seine Wiedererwählung zuin Storthingsmann abgelehnt. Das Verhältniß der Freimauerei zu den Juden. Ueber dieses Verhältniß lesen wir den Aufsatz: Ucbcr die dem Freimaurerorden zu Grunde liegende Idee, von wig Mihl (Telegr. im Sptbr.) und eine Korrespondenz von der Elbe in der Weserzeitung vom 31. Aug., wo die Niclitaufnahme der Juden in die Bundeslogen in Berlin, wic in die andern preuß. Logen, ausführlich besprochen und gelallt wird. Hamburg, Holland, Frankreich und New-Uork erklärten sich dagegen für unbeschränkte Toleranz. Eben so von England ausgehenden Logen. *) Dem Red. ist dieses Buch noch nicht zu Gesichte gekommen. Verlag von E. L. F r i tz s ch e. Druck von I. H. Nagel.