Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 38 (17.9.1844)
- Date
- 1844-09-17
- Page
- Seite 289 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Jahrgang MMW Berichte, Studien und Kritiken Ms Monnement für ein Lahr ist 5 Thlr.; Mn abonmrtbei allen l M Postämtern und v allen solid. Buchhandi lmigen auf ein Lahr, 38» Leipzig, den 17. September 1844» Inhalt. Deutschland. Hamburg. Einweihung des neuerbauten Tempels. Dr. S a l o m o n. Baumeister Wülbern. ■; Hamburg. Zweiter Bericht über die Tempelein weihung. Berlin. Dr. I. H einem an n über die Formel kol-Nidre. k Hamburg. Näheres über den neuen Tempel. Hamburg. Das frühere Tempellokal. — Oesterreich. Prag Ein gelehrter Czechomane. Der Humor wahrend des Aufstandes. Geschichte der Stadt Eger. Das vakante Direktorat und das Gesetz. Teplitz. * Wohlwollen des Erz herz. Stephan. Ein dies nefastus in den Annalen der Bürger. — Der Jude von Cumberland. Eine zeitf' gemäße Betrachtung von Dr. ilowositz. — Personalchronik und Mi sc eilen. — LB. d. Or. für Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Üiteraturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. Nr. Julius Fürst» jüdische Geschichte und Literatur» Herausgegeben von Deutschland. | Hamburg, 11. Sptbr. (Die Einweihung des j, Merblmten Israelitischen Tempels zu Hamburg.) Lassen j Sie mich, hochgeschätzter Freund, mit dieser Einweihung E unseres herrlichen Gotteshauses auch meine Korrespondenz > mit Ihnen einweihen. —- Willkommen im Namen Got- $■ tt$, das steht zu Haupten des Tempels; auch uns und I unserem Streben möge das Wort Gottes zum Segen irerden. >— | Selten mag wohl ein Gegenstand die Gemüther unl sem Gemeinde mehr im Voraus beschäftigt haben, als i jene Feier, die aufs Neue den Freunden des Fortschrittes jj einen lohnenden Kranz wand, die ihren herzerhebenden \ Eindruck auch bei mir so lebhaft noch fortdauern laßt. I Schon am verflossenen Sonnabend beim Abschieds-! Mesdienste im alten Hause bethatigte die große Zuhö- I rerschaar den innigen Antheil, welchen sie dem Institute jj ^ldmete, schon da war es die freudigste Rührung, die l sich der Herzen aller bemeisterte, als jene so tief ge- ) Ahlten Worte über den Text: baruch atta bebovcha, l varuch atta bezetecha: „Gesegnet warst du beim Kom-; mcn/ gesegnet sei dein Scheiden" dem begeisterten \ ^^uer entflossen. — „Was sollen wir im alten Hause Müssen, was sollen wir Neues dem Neuen bringen? Da- \ Scheiden in der That uns zum Segen werde, s war die wahrlich zeitgemäße Betrachtung, welche sich; ön lene Worte knüpfte. — Und wie wir uns nicht tren-;• ncn Tonnen von dem Orte, wo wir so eben noch den Freund zum letzten Male umarmt, und wie wir lange noch dem Scheidenden nachschauen bis er dem thranenfeuchten Blicke entschwunden, so weilte immer noch die Menge in den Raumen, als schon der letzte Ton der Orgel verhallt und von selbst erhob die Gemeinde da noch einmal die Stimme und kräftig tröstend erschallte das Lied: Adon olam ascher malach. So schieden wir vom alten Hause. — Der neue Tempel, von dem Architekten Hrn. Klees- Wülbern erbaut, erfüllt seinen Zweck vollkommen, die Sitze sind bequem, das Haus ist hell, in akustischer Hinsicht ganz vorzüglich, der Frauen-Lektor erhebt sich amphitheatralisch und gewahrt nach allen Seiten hin einen freien Ueberblick, kurz das Haus ist zweckmäßig und einfach gebaut. Größere Pracht ist der Ausschmükkung zugewendet. Der Vorhang, die Kanzel, der Tisch mit rothem Sammet und prachtvollen Gold-Stickereien verziert, sind ein besonderes Geschenk der Damen unserer Gemeinde. Die Kronleuchter und Kandelaber sind, ein Produkt englischer Kunst, von wahrhaft fürstlicher Pracht. — Die Feier begann nach einer Introduktion, komponirt von dem Organisten Herrn Sch in k, und nach dem darauf folgenden Einleitungsgesange der Gemeinde mit der in jeder Hinsicht gelungenen Ausführung des 100. Psalms von unserem talentvollen Cabelli, es ist derselbe, welcher auch die größere Kantate bei der Jubelfeier des alten Tempels in Musik gesetzt, komponirt, unter Mitwirkung eines zahlreichen Sängerpersonals und eines vollständigen Orchesters. — Es 38