Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1844
- Issue
- 37 (10.9.1844)
- Date
- 1844-09-10
- Page
- Spalte 577-578 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Meratnrbtatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. M '3V. Leipzig, den 10. September 1844. Inhalt. L it er a t ur--B e r i ch t e. Leipzig. — Studien. Das ethische Element im jüdischen Rechte. Von Dr. Wolfgang Wessely. (Fortsetzung.) — Die jüdische Ehe nach der Bibel. Von M. B. Friedenthal. (Fortsetzung.) — Liter. Analekten. Ueber Hirsch Chajes. Von S. Cassel. Antikritik, die Beschneidung betreffend. —Literarische Ankündigungen. Literatur - Berichte. Leipzig, 5. September. Von zerstreuten Recensiorien und Abhandlungen sind hervorzuheben: 1) eine Recension des Ghillany'schen Buches „die Menschenopfer der alten Hebräer" in der A. L. Z., Nr. 220 ff. 2) Eine einseitige Beurtheilung von Saalschutz 's Schrift „zur Versöhnung der Konfessionen rc" im Königsberger Literatur-Blatt, Nr. 61 ff. 3) Der biblische Mop in den Hamburger Liter, und Krit. Blätter, Nr. 102. — Neu erschienene Schriften find: 1) DieRabbinerversammlung und der Reform-Verein. Letzte Auflösung der Iudenfrage von Dr. W. B. Frankel. Elberfeld, 1844. 8. Wilh. Hassel. 2) D’pinjJ DH31 D“)DJlp üym jnns ’(;N : Dm bH) nwoip onp^ nooy (2 (ganz hebräisch) .jinji nnyo nmn nte D^DiDDnN1? X>)Dn rnlN. ^4^9/ 1844. 8. C. L. Fritzsche. Der Herausgeber, Hr. Ben-Jakob aus Wilna, hat mit dieser kleinen aber wichtigen Broschüre dem jüdischen Publikum einen großen Dienst geleistet. Wir wollen hoffen, daß der Herausgeber aus seine Kosten kommen und dadurch zu ähnlichen Unternehmungen aufgemuntert werden wird. DasIggeret ha-Mussar ist übersetzt v. A l ch a r i s i und schon einmal in Riva di Trento gedrucktst560).— In den österr. Bl. für Lit.u. Kunst Nr. 15 vom 22. Mai findet sich ein Aufsatz: Die Juden in Italien, von I. F. Buchaczek in Mailand, den ich nächstens.hier mittheilen werde. — Ueber die Juden in Galizien, in Bezug auf ihre gesetzliche Stellung, als auch in Hinsicht ihrer Kulturstufe, erscheint so eben hier von einem Galizier eine 8—10 Bogen starke Broschüre. — Eine Sammlung der Gesetze über die Juden in Böhmen, von einem christlichen Beamten, mit einem kleinen Vorworte von Dr. Wessely, erscheint so eben in Prag. — Von Dr. Fürst ist ein großer Aufsatz über die Rabbinerversammlung in Braunschweig in Biedermann's Monatsschrift erschienen. — In Wilna ist das 2. Heft des Pirche Zafon (Nordische Blüthen), und zwar dreimal so stark als das erste Heft, erschienen. Eben so ist ein geschichtliches Buch NOT D'msn (die Franzosen in Rußland) erschienen. Das ethische Element im jüdischen Rechte. Von Wolfgang Wessely, Doktor der Rechte und der Philosophie, israelitischer Religkonslehrer in Prag, Mitglied der historisch-theologischen Gesellschaft zu Leipzig. (Fortsetzung.) Daß also im spätem jüdischen Rechte den Konkubinenkindern eine den ehelichen fast gleichkommende Legitimität zugestanden ward, ist demnach in der Legitimität des Konkubinats gegründet, da die Ungunst des Gesetzes für die schuldlosen Konkubinenkinder nicht drückender werden sollte, als für die Konkubine selbst, der doch jedenfalls ein Akt des eigenen Wittens imputirt werden kann. Minder begreiflich aber könnte man es finden, daß das jüdische Recht auch die aus damnirten Verbindungen kommenden Kinder mehr, als jedes andere Recht begünstigtez denn mit Ausnahme der aus einer Verbindung mit einer Sklavin oder mit einer den vom Connubium ausgeschlossenen Völkerschaften ungehörigen Person abstammenden, waren alle andern hinsichtlich der Erbfähigkeit, wie bereits oben bemerkt wurde, den ehelichen gleichgestellt. Es ist dieses eine Erscheinung des jüdischen Rechts, die fast einzig ist, und mit den Gesetzen aller andern Völker im Widerspruch stehet, nach 37