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Der Orient · 1844-09-10 · Heft 37 (10.9.1844) · p. Seite 282

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 37 (10.9.1844)
Date
1844-09-10
Page
Seite 282 (sequence 3)
Language
German
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282 dem Titel: Demonstration de la diyinite du Pentateuque; wir glauben aber nicht, daß das Buch für uns Deutsche irgend ein Interesse haben wird, da bis jetzt in Frankreich bei unseren Glaubensgenossen noch kein wissenschaftlicher Sinn vorhanden ist. — In Mühlhausen ist der Vice-Prästdent des Hochrheinischen Konsistoriums Hr. Jak. Bcaunschweig, den 3. Juli gestorben; ec war fast ein Vierteljahrhundect die Seele des Konsistoriums. Daß er aber nichts geleistet, ist nicht seine Schuld; die Konsistorien haben überhaupt in ihrer mangelhaften Kenntniß vom Judenthume und der jüdischen Wissenschaft noch Nichts gethan. Den 11. Aug. wurden in Mühlhausen 24 Mädchen und 20 Knaben konft'rmirt; der Rabb. Dreyfuß hielt bei dieser Feier eine schöne Rede. Deutschland. Leipzig, 6. Sptbr. So eben erhalte ich das Augustheft des L’Univers Israelile von Hm. S. Bloch, und ich erlaube mir hier den Inhalt anzugeben: 1) Gedanken über den Zustand und die Zukunft des jüdischen Kultus in Frankreich, von dem Rabb. Dreysuß (in Mühlhausen). Dieser leider abgebrochene aber gut geschriebene und mir den lebhaftesten Farben zeichnende Aufsatz ist durch seine Zeitgemaßheit der beste im ganzen Hefte, aber wir hätten gewünscht, daß er die hebräischen Phrasen ganz weggelassen, da die Franzosen.diese Sprache vergessen zu haben scheinen (DEns ’DDn!). 2) Kritische Prüfung der kön. Ordonnanz vom 25. Mai 1844, von Advokat Laurent. Ebenfalls eine sehr gute Arbeit, aber wieder abgebrochen. 3) Neuigkeiten. Die wichtigsten aus Frankreich sind in vorhergehendem Artikel zusammengestellt; die über England, Deutschland und Rußland befinden sich ausführlicher und richtiger in den deutschen jüdischen Blattern, und ich muß dem Redakteur in dieser Beziehung bemerken., daß seine Entlehnungen aus den deutschen politischen Blattern unnütz, da dieselben Sachen erst aus den jüdischen Blattern genommen sind. Der Bericht über Marokko aus den Debats hat gar kein jüdisches Interesse, und der Redakteur hatte besser gethan, einen aus guter Quelle geschöpften Artikel über die Juden daselbst dafür zu geben. 4) Eine Erzählung belletristischer Natur. Von Literatur ist wenig .zu finden, obgleich auf dem Titel auch diese Rubrik bedacht ist. Hamburg, 1. Septbr. In voriger Woche langte hier ein Aktenstück an, welches über die Zeit der Londoner Rabbinerwahl und die zur Würde eines Oberrabbiners der englischen Gemeinden vorgeschlagenen Personen jeden Zweifel löst. Dieses Aktenstück ist überschrieben: Report of Hie Committee appointed for llie selection of candidates for the Office of Chief Rabbi with an Appendix conlaining Abstracts of Testimonials etc. (London, printed. by John Wertheimer and Co. 1844). Man erfährt daraus, daß das Konnte sich zuerst am 31.. März versammelt und den 31. Juli als Endtermin für die Meldungen festgesetzt habe. Dem Herrn Dr. Benisch, als Sekretär für die auswärtige Korrespondenz, wird für die von ihm bewiesene Thätigkeit und Sorgfalt ein Dank votict. Nur vier Meldungen sind berücksichtigt und so vier Kandidaten auf den engem Wahlaufsatz gebracht worden. Die Namen der Uebergangenen bleiben natürlich verschwiegen. Jene 1 Kandidaten sind: die Herren Adler, Oberrabbiner zu Hannover, Auerbach, Obecrabb. zu Dacmstadt, Hirschfeld, Rabb. zu Wollstein, Hirsch, Rabb. zu Emden. Alle vier sind Deutsche; Engländer scheinen nicht konkurrirt zu haben. Die Wahl wird am 13. Oktober gleichzeitig in London und Provinzialstädten durch Stimmenmehrheit entschieden und das Resultat am 16. Okt. publicirt werden. Alle anderen Bestimmungen hüben für nichtenglische Leser kein Interesse. — Bei jedem der 4 Kandidaten sind die eingegangenen Zeugnisse angeführt. Hr. Adler hat besonders viele Empfehlungen hoher und einflußreicher Personen, Christen und Juden, aufzuweisen, kann sich aber literarisch nur auf ein ungedrucktes Weck über den Cusaci berufen; Hr. Hirsch ist der Einzige, der seine Meldung in englischer Sprache abgefaßt hat. — Die Wahl würde in Deutschland kaum zweifelhaft sein; aber in England scheint man allerdings zwischen Rekomandation und Renomme zu schwanken. Der sicherste Prüfstein wäre der, möglichst zu erforschen, welcher der 4 Kandidaten die guten Eigenschaften der drei andern nicht entbehrt und überdies solche besitzt, die nur ihm eigenthümlich sind. — Frömmigkeit, literarischer Ruf, pädagogische Wirksamkeit, praktische Amtsthängkeit . und Kenntniß des Englischen müßten dabei besonders in Betracht gezogen werden. E. C. Neu-Kerlden (im Mektenöurgischen), 20. August. Auf einem kurzen Ausfluge nach Meklenburg bin ich im Stande, Ihnen in der Kürze von der Einweihung eines neuen Gotteshauses hier in Neu-Kalden zu berichten, deren Augenzeuge ich war. Unser würdiger Glaubensgenosse, als Mensch wie als Geschäftsmann gleich hochgeachtete Herr A. I. Saatfeld, ein gebet; ner Meklenburger, den aber Hamburg seit so vielen Jahren schon mit Freude zu den Seinigen zählt, hnt dieses Gotteshaus im Verein mit seinem in Altona wohnenden Bruder zum Gedachtniß der verstorbenen Eltern auf eigne Kosten erbauen lassen und damit seiner Geburtsstadr zugleich ein eben so würdiges als stattliches Geschenk gemacht. Ich würde der Bescheidenheit dieses Mannes, dessen Wohlthun eben so auspruchslos wie reichlich ist, zu nahe treten, wenn ich von diesem Alle der Pietät mehr als das einfache Faktum erzählen wollte. Das Gotteshaus ist in einfachem, edlem Sryl erbnut und macht dem Architekten eines so kleinen Städtchens alle Ehre. Nebenan und damit verbunden ist ein Schul-

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