Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1844-08-20 · 34 (20.8.1844) · p. Spalte 529-530

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
34 (20.8.1844)
Date
1844-08-20
Page
Spalte 529-530 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/8555529-9890798-9890834--3670-3530574
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Literatnrblalt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. JVi 34. Leipzig, den 20. August 4844. Inhalt. Literatur-Berichte. Leipzig. — Studien. Das ethische Element im jüdischen Rechte. Von Dr. Wolfgang Wessely. — Sit. Dialekten. Poetische Kleinigkeiten gesammelt von L. Dukes. — Ein griechisches Wort in einer Midraschstelle. Von Kandidat Dreysuß in Groß-Kanischa. — Geschichte der Israeliten in Hohenzollern - Hechingen. Von Dr. Sam. Mayer, R. in Hechingen. (Fortsetzung.) — Kritiken. Kurze Anzeigen. Delitzsch. — Literarische Ankündigungen. Literatur - Berichte. Leipzig, 16. August. Von den neuen Lieferungen der österreichischen Presse sind hervorzuheben: 1) Nützlicher Stoff zu Werstandesübungen. Ein Lesebuch für die zartere israel. Jugend. Von A. Brand eis, Lehrer an der Prager isr. Kleinkinderbewahr-Musteranftalt. Prag, 1844. 8. (183 S.) Kretzschmar. 2) Eine Recension über Benfey's Werk von M. Steinschneider in Nr. 36 — 38 der Schmidt'scheu „österreichische Blätter für Literatur und Kunst." — Im Fache der jüdischen Belletristik ist erschienen: Saron. Von Dr. L. Philipp son. Magdeburg, 1844. 8. Falkenberg. 2 Bände. — Privatuachrichten aus Breslau zufolge, beabsichtigt Dr. Geiger eine Grammatik und Chrestomathie zur Mischna herauszugeben. — Von Dr. G. Brecher in Proßnitz (dem gelehrten Kommentator des Kusari) wird nächstens eine Schrift über die Beschneidung erscheinen. Diese Schrift wird gewiß gründlich sein, da Hr. Brecher praktischer Arzt, Mohel und ein tüchtiger jüdischer Gelehrter ist. — Dr. Kley's Blätter der Erinnerung; seine letzten Predigten im Hamb, neuen isr. Tempel enthaltend (Hamburg bei Berendsohn 1844) sind im Hamb. Korresp. vom 7. Aug. von S. (dem christlichen Arzte Dr. Siemers) bestens empfohlen worden. — M arcard 's Schrift „über die Möglichkeit der Iudenemanciparion im christlich - germanischen Staate" wird in den „neuen Jahrbüchern^ der Geschichte und Politik von Friedrich Bülau" (September, 1844) recensirt. — Hr. Ben-Jakob aus Wilna wird hier in einigen Tagen ein nnm veröffentlichen, und wird, so ihm Unterstützung zu Theil wird, auf diesem Wege manche Schätze aus den Bibliotheken der Presse übergeben. Das ethische Element im jüdischen Rechte. Von Wolsgang Wessely, Doktor der Rechte und der Philosophie, israelitischer Religionslehrer in Prag, Mitglied der historisch-theologischen Gesellschaft zu Leipzig. Recht und Sittlichkeit, die beiden das praktische Leben bestimmenden Faktoren, sind ihrem Wesen nach von einander verschieden; die Verwirklichung der Harmonie in der Außenwelt ist das Ziel des einen, der Friede im Innern das Ziel des andern. Die Verkennung des Unterschieds zwischen beiden hat zu großen Verirrungen geführt, und wo die rechtliche Gesetzgebung in die ethische, oder diese in jene übergegangen ist, da hat der Mensch vermeffentlich in Gottes Richteramt eingegriffen, und die weltlichen Richterstühle in Jnquisitionstribunale verwandelt. Aber ungeachtet ihrer wesentlichen Verschiedenheit sind doch beide innig verwandt, sie sind die aus einem Urquell siießenden divergirenden und zu demselben wieder zurückkehrenden Radien, die in einer höhern Idee zur Einheit werden, und so wie in dem Rechte eines Volkes sich jeder Zeit seine Sitte abspiegelt, so ist umgekehrt die Sitte die ewige Basis des Rechts. Daher hal sich das positive Recht einer Nation immer in dem Grade herausgebildec, als das Sittliche zur Klarheit des Bewußtseins in ihr gelangt war; und wo das Ethische aus seiner unmittelbaren Ursprünglichkeit nicht herausgetreten ist, da hat sich auch das Recht keine andern Formen geschaffen, als die instinktsmäßigen, durch keine Reflexion geläuterten. Hingegen ruft mit dem sich entwickelnden ethischen Bewußtsein die Nothwendigkeit eines sich vernünftig gestaltenden Lebens Institutionen 34

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.