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Der Orient · 1844-08-20 · Heft 34 (20.8.1844) · p. Seite 264

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 34 (20.8.1844)
Date
1844-08-20
Page
Seite 264 (sequence 15)
Language
German
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- 264 — coby), Katholiken und freisinnigen Protestanten, bestehende Minorität sind aus dem Vereine ausgeschieden. Da diePrineipienfrage, ob auch Juden am G.?A.-Vereine Lheil nehmen können, von Wichtigkeit ist, so werden wir nach Anleitung der trefflichen Broschüre: Zur Geschichte des G.-A.- Vereins in Königsberg von K. R. Jach mann. (Königsb. 1844. b. Voigt. 40 S. 8) auf dieselbe zurückkommen. E. C. Frankfurt a. M. Der Gemeindevorstand soll die Erklärung abgegeben haben, daß das Abschreiben von Wechseln am Sonnabende der jüdischen Religion nicht widerstreite (?). Köln. Der heilige Rock Christi in Trier, jene vielbesprochene Reliquie, ist in einem von dem hiesigen jüdischen Künstler Levi Elk an verfertigten Farbensteindrucke herausgekommen. Anfrage: Fanden während des dreißigjährigen Krieges Judenverfolgungen statt, und wenn solches der Fall gewesen, wo findet man Näheres darüber? — Um Antwort in diesen Blattern bittet ein Freund der Toleranz. * * * Aus Preußen. Auch in Züllichau hat unter der Leitung des Lehrers Löser eine Dankfeierlichkeit in Veranlassung des Attentats vom 26. Juli stattgefunden. — Unter den Berliner Wohlthäterinnen zeichnet sich Mad. Rosenhayn geb. Benda aus, die kürzlich die Kinder der Wadzek - Anstalt speiste. Portugal. Die Hofzeitung erzählt eine fabelhafte Geschichte von einem marokk. Juden, der zu seinem Bruder nach Portugal gekommen sei und sich daselbst zur Taufe gemeldet habe. Er heißt David Sabatta. Marokko. Frankreich hat unter seinen Konsularagenten in Marokko drei eingeborne marokkan. Juden; auch in Tanger ist ein Jude, David, franz. Konsul, er wird vom Journal des Debats-atS Cousul actif et indispensable bezeichnet. * * Mähren. Freiherr von Rothschild in Wien soll das Ehrenbürgerrecht der Stadt Brünn erhalten haben. Statistik. Großherzogthum Hessen - Darmstadt hat 28,325 Juden. Das Königreich Ungarn 231,270 Juden. S t ä n d e v e r h a n d l u n g e n. Die Emancipationsfrage kommt auf dem Ungar. Reichstage noch einmal zur Sprache. Gesetzgebung. Kabinetsordre vom 24. Juni M i in Preußen die jüdischen Korporationen im Großherzoglhurm ' Posen betreffend.; *; | Auszeichnung. Der treffliche holländische Violon-! cellist, Jakob Franco-M endes ist zum auswärtigen M-! gliede der Akademie der heiligen Caecilia in Rom ernannt? worden. Bescheidener Zweifel. Es heißt, der Pabst hch j sich auf des neapolitanischen Herrn von Rothschild Bitte ein-! schlossen, den Juden in Rom, die jetzt 5 Synagogen haben! etwas freiere Bewegung zu gönnen. Wir glauben weder daß! gebeten noch daß bewilligt worden sei. j In allen Synagogen Preußens (Berlin, Magdeburg, j Grünberg rc.) sind Dankgebete für die Errettung des Königs! beim Attentate vom 26. Juli abgehalten worden. \ * * ü Am 26. Juni ist die Kreisstadt Staro-Konstantinow im! Gouvernement Wolhynien, großtentheils von Juden bewohnt, gänzlich abgebrannt. 6 Juden sind umgekommen, 1 Synal goge und 6 jüd. Schulen sind abgebrannt.; Me'nzeliana. Hr. Menzel hat durch seine uner* \ müdlichen und eifrigen judcnfeindlichen Bestrebungen ein grj wisses Recht, einen stereotipen Ausdruck für „Juden feindliche j nach seinem in den Annalen des Rückschrittes berühmten Ne- Z men benannt zu sehen. Reuerdings hat er wieder feinem f gläubigen Gemüthe Luft gemacht. In der Rceension von j Eugene Sue's „ewigen Juden" behauptet Hr. Menzel, dir j lebenden Juden wären die ewigen; sie stehen da, als Zuj chen des Fluches, der so viele Jahrhunderte auf ihnen taftcr. Hr. Menzel würde sich gewiß nicht wenig ärgern, wenn er j erführe, daß ein Jude es gewagt hat, sein Namensbruder | zu sein. Und doch hieß ein Jude Menzel! Vergl. Aunz, Namen der Juden. S. 65. I. Die Juden in Tanger. Nach mehren Zeitungen waren viele Juden und Christen genöthigt, aus Tanger auszuwandern. Die Leiden des Krieges müssen die Juden überall zuerst fühlen. Karlsbad und M a r i e n b a d sind in dieser Badesüs!'. ein Zufluchtsstätte vieler böhmischer Juden geworden, die dem czechischen Judenhaffe entgehen wollen. Reisende in der Türkei wollen behaupten, Abd-ul- Meschid beabsichtige, nach dem Muster des Schelling'W „christlich-germanischen Staates", einen „muhammedanischtürkischen" zu gründen, lixempla sunt odiosa. Verlag von C. ü. F r i tz s ch e. Druck von I. H. Nagel.

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