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Der Orient · 1844-08-06 · Heft 32 (6.8.1844) · p. Seite 248

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 32 (6.8.1844)
Date
1844-08-06
Page
Seite 248 (sequence 15)
Language
German
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Luden geschrieben, Herr Menzel, der herzliche Judenfeind, hat es in seinem „Literaturblatte" gelobt, und Hr. v. Cotta hat die Menzel'sche Recension in seiner ,,Allgemeinen Zeitung" abdrucken lassen. Ein schönes Triumvirat von Judenfressern! „Der Bauernschinder" ist der einladende Titel des Mrreard'schen Pamphlets. Es ist merkwürdig, daß die Produktionen des Herrn Marcard, bei ihrem ersten Erscheinen, „zweite Auflage" aus dem Titelblatte tragen. Wahrscheinlich verschlingen die Setzer und Buchdrucker -die erste Auflage. j » * 1 F o rtschritt. Alles schreitet jetzt fort, nur ist der Fortschritt verschieden. Nach Einigen besteht der Fortschritt in Käppchen, Kutten, Gesang und Klang; nach Andern im Betreten neuer Pfade. Doch hinkt jeder Fortschritt, wenn er nicht von der Wissenschaft unterstützt wird. 9 * * Russische Bekehrungspläne. Nach Privatnachrichten soll man in Rußland damit umgehen, in den von Juden bevölkerten Gouvernements griechische Kirchen für bekehrte Juden einzurkchten, wo das Ritual in hebräischer Sprache vorgetragen werden soll. Diese Art Bekehrung,' bei welcher die Juden ihre Gebetsprache und die andern Eigenthümlichkeiten nicht ablegen sollen, hat schon, wie man sagt, seit Jahren Dr. Krrschbaum in Krakau empfohlen; indeß soll der Kaiser diese Idee aus England mitgebracht haben, wo bekanntlich eine solche judenchristliche Partei vorhanden ist. Vielleicht gründet der Kaiser auch bald ein jüdisch-griechisches Bisthum in Jerusalem, wobei Hr. Lilienthal Bischof wird. * -i- * Jüdisches Schulwesen in Riga. Aus Riga schreibt man, daß die von Dr. Neu mann übernommene Schule zu gedeihen beginnt. Es wäre in der That auch zu wünschen, da in ganz Rußland, außer in Odessa, keine ordentliche Schule vorhanden ist. Indessen kann man diesen Nachrichten nicht viel trauen, da die Juden daselbst das schon für einen gedeihlichen Zustand ansehen, wenn irgend ein hoher Beamte sich herabläßt eine solche Anstalt zu besuchen und wenn er gar aus Höflichkeit das alles gut findet — weil er für Juden alles gut genug glaubt —, so meinen die Juden, das Höchste erreicht zu haben. Ueber die Konfirmation. In Nr. 28 des Jtzehoer Wochenblattes (vom 11. Juli) findet sich ein 1-J Spalten füllender Aufsatz des Arztes Dr. Cohen in Elmshorn, der schon manches Beachtenswerthe über die jüdischen Verhältnisse in Schleswig-Holstein jenem weitverbreiteten und einflußreichen Blatte mitgetheitt hat. Er spricht sich zunächst. über die Konfirmation aus, tadelt das Geschrei über die Wichtigkeit dieses Aktes bei dem neueren Geiger'schen Falle, beruft sich auf das Ieugniß Pleßner's und Niemeyer's über den Werth einer nicht bloß auf Schulgepränge, Flitterkram und Nahrung, für die Eitelkeit berechneten Religionsprüfung und beklagt sich darüber, daß die Absicht des Königs von Dänemark, die obligatorische Konfirmation, wie sie in Dänemark herrsche, auch in Schleswig-Holstein einzuführen, an dem Widerstande der Stände beider Herzogthümer gescheitert sei. Ueberhaupt ließen die Antworten auf eingereichte Petitionen lange auf sich warten, so sei auf eine von 1841 wegen einer Verbesserung des jüd. Schulwesens in Elmshorn noch immer keine Entscheidung da. * * Der Bau der Rendsburger Synagoge ist dem dortigen Maurermeister Bülck übertragen worden. Die Rabbiner sind Geistliche. In der neuen königl. preuß. Verordnung über das Verfahren in Ehesachen heißt es: „Bei Sühneversuchen unter jüdischen Eheleuten vertritt ein Rabbiner die Stelle des Geistlichen. Der fromme Rothschild jun. Wolf oder Wilhelm soll jetzt die Universität Marburg beziehen wollen, um Cameralia zu studiren. Ein gewisser Posen, ein Orthodox, soll sein Mentor sein. Der erste jüd. Künstler. In der ersten Halste des Juli gab der Violinvirtuose Hauser aus Preßburg ein Koncert im Stadttheater zu Christiania. Wir wissen nicht, ob Hr. Hauser sich erst eine ausdrückliche specielle Erlaubnis zum Eintritte in Norwegen hat verschaffen müssen; gewiß aber ist er wohl der erste jüdische Künstler, der sich dm hören läßt. * » * 'Auch in Striegau in Schlesien, hat ein Israelit, der Kaufmann und Destillateur N., welcher Mitglied der dortigen Schützengilde ist und bei dem diesjährigen Königschießen den besten Schuß hatte, die Königswürde erhalten und ist nach beendigtem Schießen in feierlichem Zuge in seine Wohnung eingeführt worden. Ein Beweis also, daß mich dort, ohne alle Rücksicht auf das Bekenntniß, dem jüdischen Mitbürger brüderlich die Hand gereicht worden ist. * ■ * In Kopenhagen gewinnt das lange vernachlässigte Studium der orientalischen Sprachen und Literaturen, Förderung und Anerkennung. Der König hat sich daher in jüngster Zeit veranlaßt gesehen, den Cand. theol. C. Hermann sen zum Lektor der semitisch - orientalischen Philologie und Literatur und den Cand. phil. N. L. Westergaard zM Lektor der indisch - orientalischen Literatur und Philologie zu ernennen. Verlag von C. L. F ri tz s ch e. Druck von I. H. Nagel«

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