Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 31 (30.7.1844)
- Date
- 1844-07-30
- Page
- Seite 233 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Jahrgang M1W Berichte, Studien und Kritiken für 0O§ »onnement für tin Jahr ist 5 Thlr. Man abonmrt bei allen!«bl. Postämtern und alten solid. Buchhandlmgm auf ein Zahr. jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. Dr. Julius Fürst. Bai. Leipzig, den 30. Juli 1844. Inhalt. Afrika. Paris. Deutschland in Marokko oder Marokko in Deutschland. — Deutschland. Leipzig. Erklärung des Vorstandes in Wollstein. Luxemburg. Dr. Hirsch's Anrede an den König und des Letztern Antwort. Breslau. Die Verlegenheiten des Breslauer Vorstandes und der Reformpartei. Königsberg. Dr. L owositz über den Prager Aufstand. Oesterreich. Prag. Kommentar und Kritik zu der Prager Judenhaß-Tragödie. Auswanderungen. Der Trödelmarkt. — Zur Geschichte der Juden in Odessa. (Forts.) —LB. d. Or. s Afrika. s Paris, 5. Juli. In Fez, heißt es, ist das Volk, auf die Nachricht von der Niederlage der Marokkaner 1; durch die Franzosen, in der Wuth des Rachedurstes über V Judenviertel hergefallen, das nur mit Mühe von? einem der Söhne Muley-Abderrhaman's gegen die fana- 1; tiftrte Menge vertheidigt werden konnte. Eine demülhigende Parallele! Der große Haufe in hochgebildeten deutschen Städten ans gleicher Stufe mit dem barbari- > scheu Pöbel von Marokko! Das Gesetz, welches das 1 Glnubensbekenntniß zum Maaßstabe der bürgerlichen ' Rechte macht, tragt hier wie dort dieselbe Verantwort- ( lichkeit. Der Unterschied besteht nur darin, daß die marokkanische Polizei die Juden doch wenigstens im [ Rothfalle zu schützen weiß, während die deutsche Polizei ^gewöhnlich erst hinterdrein kommt, um die Scherben der \ Erbrochenen Fensterscheiben aufzulesen. Deutschland. | Leipzig, 26. Juli. Der Redaktion ist folgende j Erklärung des israelitischen Vorstandes in Wollstein zugekommen, die sie hier mittheilt:! Wöllstein,. 23. Juli. Nothgedrungene Er- ^'strung. Da unser würdiger Rabbiner, Herr Dr. > Hirschfeld, aus uns wohlbekannten Rücksichten, im!. Bewußtsein seiner Unschuld, sich nicht herbeilafsen will, \ c*nec an ihn ergangenen Aufforderung in Nr. 29 dieses Blattes zu genügen, so suhlen wir uns veranlaßt, gegen seinen Willen, um falschen Gerüchten zu begegnen, da wir seine Mittheilungen zu veröffentlichen nicht berechtigt sind, nach andern authentischen Nachrichten hierdurch der Wahrheit gemäß zu erklären: daß allerdings sein Schwiegervater, Herr Oberrabbiner Eiger zu Posen, in dessen Begleitung er durch dringliche Aufforderung bestimmt, nach Berlin gereist, und bei hochgestellten Personen mehrere Audienzen hatte, am 9. Februar d. I. auch durch eine Audienz bei Sr. Majestät dem Könige beehrt wurde. Bei der Bedeutsamkeit einer solchen Erklärung, die wir hier verbürgen, wird Niemand hoffentlich die Wahrheit in Zweifel ziehen. Wir erkennen die Zurückhaltung eines Ehrenmannes, des H. Mr. in B., dessen Gründe uns nicht fremd sind, gern an, bedauern auch unserseits innig gegen jede angerathene Vermeidung der Oeffentlichkeit, diese Erklärung abgeben zu müssen; wir glauben indessen, diesen Schritt der Ehre unseres Herrn Rabbiners schuldig zu sein, und möge derselbe ihn unserer Liebe und Hochachtung zu Gute halten. Wohl bedürfen seine Worte für die, die ihn kennen, bei seiner anerkannten Wahrheitsliebe, nicht unserer Bestätigung; Fernstehenden aber möge die Versicherung dienen, daß wir von ihm nie andere Aussagen hatten, als die durch anderweitige Nachrichten bestatigtwir hier veröffentlichen. Es werden hierdurch gewiß alle Misverstanduisse und Gerüchte genügend beseitigt sein, und wollten wir nur bemerken, daß edle Bestrebungen und aufopfernde Bemühungen nicht nach dem 31 I