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Der Orient · 1844-07-23 · 30 (23.7.1844) · p. Spalte 465-466

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
30 (23.7.1844)
Date
1844-07-23
Page
Spalte 465-466 (sequence 1)
Language
German
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Lileraturblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. 3a. Leipzig, den 23. Juli 1844. Inhalt. Kritiken. Hirsch's Religionsphilosophie, beurtbeilt von Dr. Steinheim. (Forts.) — Studien. Literari- Analekten. Die kabbal. Tradition: Die Schöpfung ist ein Segen. Von A Ink. Der Name des Grammatikers Chajug*. Ein schwieriger Ausdruck der Masora. Von Fr. Delitzsch. Ueber die Oppenheimer'sche Bibliothek. Von Dr. Heinemann. — Kurze Anzeigen. Hold heim gegen Hirsch in Emden. (Schluß.) — Literarische Ankündigungen. ReligionsphilosophLe. Die Religionsphilosophie der Juden, oder das Prinzip der jüdischen religiösen Anschauung und sein Verhaltniß zum Heidenthum, Christenthum und zur absoluten Philosophie, dargestellt rc. von Dr. Sam. Hirsch, Rabbiner. Leipzig, 1843. bet H. Hunger. Von Dr*. Sternheirrr. (Fortsetzung.) Wie aber unser Herr Hirsch, der von Zugend an mit der Milch echter Religion gesäugt, in jenen Lehren der Offenbarung, die in der That für den menschlichen Geist wenigstens ein Unbegreifliches, Fremdes, wenn auch nicht Fremdartiges bringen, die selbst dahin gerichtet sind, jener natürlichen Denkweise nach dem Gesetze des nothwendigen Wissens Gewalt anzuchun, und die Lehre einer Freiheit, die nicht identisch mit der Nochwendigkeit ist, enthalten, eines freien Schöpfers über einer gesetzmäßig gebundenen Welt, eines freien Menschengeistes über den nach Gesetzen sich entwickeln-' den Leib, wie, sage ich, der Israelit Hirsch zu diesem altheidnisch-philosophischen Principe, daß der Mensch Maaß und Messer aller Dinge sei, wohl gekommen sein mag, wäre nicht zu begreifen, wenn er nicht, statt der eigentlichen alttestamentlichen, einen neueren Lehrer als den seinigen priese, den Herrn Professor Nitz sch, dem er all seinen geistigen Besitz, und insbesondere die Eintheilung in aktive und passive Religiosität zu verdanken haben will. Das erklärt die Sache hinlänglich. Denn, wie es zugeht, daß so Mancher vom Quell der lebendigen Wasser zu jenen Gruben, die man sich daneben gräbt, abgeleitet wird (Zerem. 17, 13), wird daraus erklärbar, daß man von dogmatischen Philosophemen aus in die Religion, wie in die Natur mit Titanenmacht, und mit unwahrer Schätzung seines geistigen Vermögens, einzudringen sich vermißt. Wir wollen, noch eine kurze Strecke unfern Autor begleiten, um.zu sehen, wie er der angegebenen Form den Inhalt erzwangt und "damit diesen Artikel schließen. Denn es kann nicht unsere Aufgabe sein, seiner ganzen Reise zu folgen, die Religionen des Heidenthums zu durchmustern, und nachzusehen, ob sie der Stellung, die er ihnen anweist, entsprechen; oder auch das Christenthum, in seinen Phasen; Wir beschränken uns hier einzig auf: die Religionsphi- (osophieder Juden*). Di e aktive und passive Religiosität. C. I. das An si ch der aktiven Religiosität und der Abfall v o n i h r. Bisher haben wir gewissermaaßen nur erst die Schale betrachtet und genossen, von nun an gilt's, die Nuß zu entkernen. Wir müssen uns auf etwas Großes gefaßt machen, auf einen Inhalt, der dem Heidenthum unbekannt, neu, ein Buch mit sieben Siegeln gewesen; der es überragt, und von dem es sich nichts hat träumen lassen. Bisher sind wir nur darüber belehrt worden, daß die Religion des alten Test, eben so gut, als der Inhalt alles dessen, was unterm Monde ist, nichts von außenher uns Gelehrtes, sondern ein solches sei, von dem man so etwas nur meint, oder sagt, von dem es nur scheint, d. h. dem Nichtwissenden, als wäre es etwas uns Aeußerliches, daß jedoch, beim Lichte der Kritik betrachtet, dies nicht der Fall, sondern daß Alles schon fertig, nur nicht auseinander gewickelt im menschlichen Geist enthalten sei, und daß. dieser Geist es sei, der das eine, wie das andere *) Der Res. bringt in Erinnerung, was oben über das Verhältniß derselben zur Philosophie der Religion gesagt ist. 30

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