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Der Orient · 1844-07-09 · 28 (9.7.1844) · p. Spalte 433-434

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
28 (9.7.1844)
Date
1844-07-09
Page
Spalte 433-434 (sequence 1)
Language
German
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Meraturbtatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für Wische Geschichte und Literatur. M 28. Leipzig, den 9. Juli 1844. Inhalt. Literatur-Berichte. Hamburg — Kritiken. Hirsch's Religionsphilosophie beurtheilt von Dr. Steinheim. (Forts.) — Studien. Bibliographische Notiz über verschiedene Ritualien und besondere Gebetsammlungen. Von L. Dukes. (Forts.) Ajelet ba-Sckachar. Aschrnoret Ha-Boker. Jmre Noam. — Lit. Analekten. Ueber einige Merkmale spaterer Zuthaten von H. C Hajes. — Kurze Anzeigen. Kley. Hirsch. Hirsch. — Literarische Ankündigungen. Literatur - Berichte. Hamburg, 26. Juni. Von Dr. Kley's Predigt- Skizzen ist nun ein Doppelheft (4 und 5) und fast gleichzeitig sind die drei letzten Hefte (6—8) erschienen. Der vollständige Titel heißt nun: Predigt - Skizzen^ Beiträge zu einer künfti gen Homil etik. Erster Band. Das erste Buch Mosis, von Dr. Eduard Kley. Grünb. und Leipz. b. Levysohn 1844 (XII. und 466 S. 8.). — In demselbeg Verlage kommt auch die Geiger'sche Zeitschrift heraus, welche in ihren beiden neuesten Heften (Bd. V.' Heft 3 und 4) u. A. den zweiten Artikel von Bruno Bauer und die Juden von Dr. Geiger nnd den dritten und vierten Artikel über die jüdischen Zeitschriften (deutsche, franz., engl., amerik., holl., belg. und.hebräische) von demselben enthält. — In Ulm bei Seitz traten „Einige Worte der Ermuthigung, gerichtet an Christen und Juden bei Gelegenheit der Taufe des M. Brühl. (12 Gr.)" ans Licht. — In Paris bei Dondey-Dupre sind die zwei ersten Bogen eines Oours L^mpatbetiyue (.^stematic^ie?) analst. et prat. de langue arabe“ herausgekommen. Religionsphilosophie. Die Religionsphilosophie der Juden, oder das Prinzip der jüdischen religiösen Anschauung und sein Werhaltniß zum Heidenthum, Christenthum und zur absoluten Philosophie, dargestellt rc. von Dr. Sam. Hirsch, Rabbiner. Leipzig, 1843. bei H. Hunger. Won Dr. Steinheirir. (Fortsetzung.) Wie wir oben die allem Heidenthum und jedem Nothwendigkeits - Philosopheme trotzig gegenüber stehende Lehre: Gott hat die Welt aus Nichts gemach t, äußerlich nur ignorirt, und doch im Grunde, wie von jeder philosophischen Dogmatik, abgeleugnet gefunden hatten, so finden wir nunmehr die wahre F r e i h e i t, d. h. die Ebenbildlichkeit Gottes, geleugnet, nämlich mit einer Nothwendigkeit verein er lei t, das ist, nicht geradezu, aber doch, mit noch strengeren Begriffen, durchaus ausgestrichen aus dem Buche des Lebens. Dagegen verfängt es nun nichts, wenn wir auch später mancherlei Reden vernehmen werden, von Freiheit des Willens, von Selbstbestimmung. Denn ist die Freiheit überhaupt einerlei mit der Nothwendigkeit, so ist dieser Ausspruch eben sowohl einerlei mit dem: E s i st kerne Freiheit. Ferner: ist Gott nicht ein durchaus freier Geist; ist er nicht Schöpfer, sondern nur Ordner der Materie; ist er also, wie das ganze Heidenthum und jede Philosophie bis auf diesen Tag gelehrt, und noch lehrt, unfrei, und hat er an dem Weltstoffe und dessen Trägheit ein Hemmniß gegen seinen Willen, ein zu Ueberwindendes: so kann gewiß auch kein anderer Geist die libertas indifferentiae, die absolute Freiheit, die Macht, Ursache, und zwar erste Ursache einer neuen That zu werden, in sich tragen. Und mit dem Falle dieser Freiheit fällt ein zweiter Hauptpfeiler der religiösen Anschauung der Juden, der schwerlich durch die schwachen Rohrstützerr einer sog. „erfüllten, oder konkreten Freiheit" ersetzt werden kann. Der Theolog hat abermals zwischen einem herben Dilemma sich zu entscheiden: Entweder die unerklärliche, gegensatzlose Freiheit des Geistes, und mit ihr, die Schöpfungslehre aus Nichts, anzuerkennen, und dann ist er einer der Unfern, ein gläubiger Israelit, ein Mann, der etwas gelernt hat, was seine Wissenschaft nicht begreifen kann; was sie im Gegentheil, so wie sie nur Miene macht, es zu begreifen, wie der Knabe den Schmetterling zerdrückt, indem er 28

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