Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 28 (9.7.1844)
- Date
- 1844-07-09
- Page
- Seite 209 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Fünfter Jahrgang fit Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement für ein 2ühr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen Mbl Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mr'tgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. M 28. Leipzig, den 9. Juli 1844. Inhalt. Deutschland. Breslau. Lehr- und Lese-Verein. Vom Rhein Die Rabbinerversanmrlung. Hamburg. Th. Mügge über die Juden. Gleiwitz Katholischer Fanatismus. Kultuswesen. Lehr- und Lese-Verein. — Oesterreich. Tarnopol. Kultuswesen. Vakante PredigersceUe. Prag. Excesse. Rohe Intoleranz. Unselbstständigkeit der Juden. Preßburg. Kasino und die jüd. Studenten. Baron von Rothschild. Prag. Nachträgliches zum Prager Janhagel. — Aktenstücke zur neuesten Geschickte der Juden in Hannover. (.Schluß.) — Personalchromk und Miscellen. — LB. d. Or. Deutschland. Breslau, 2. Juli. (Lehr- und Lese-Verein.) Es wird wohl nichts versäumt sein, wenn mein Bericht über den Lehr- und Lese-Verein etwas spat anlangt; der Zweck eines solchen Berichts, nachzuweisen wie mit kärglichen Mitteln etwas Gutes erhalten werden kann, um so zur Nachahmung aufzufordern, ist auch jetzt noch erreichbar. Was das Statistische dieses Vereins anlangt, ft betragt jetzt die Zahl der Mitglieder 195, also mehr als im vorigen Jahre, obgleich einige Mitglieder ausgeschieden sind. Die Bibliothek beträgt jetzt 1012 Nummern, indem sie sich um 520 vermehrt, ober bei dieser Vermehrung ist vorzüglich darauf gesehen worden, daß t>ie Lücken in der alten Literatur allmalig ergänzt worden. Diese sehr starke Vermehrung der Bibliothek ist vorzüglich durch ein werthvolles Geschenk bewirkt worden, welches Hr. H. Herz mit einer hebräischen Büchecftmmlung aus der Hinterlassenschaft seines Vaters machte, ^iese Sammlung, da sie bedeutend war, wurde in einem besonderen Schranke aufbewahrt, welcher die Aufschrift '"Herz'sches Legatt' trägt- Dieser größeren Schenkung schloffen sich mehrere kleinere an, die sich, wie man gewiß «wartet, mit jedem Tage vermehren würden. Auch an ^eldschrnkungen hat es nicht gefehlt- Der Komerzien- Frankel schenkte, wie im vorigen Jahre, 30Tha- *er' ^ne gleiche Summe ein Ungenannter aus Warschau, sonst wurde noch Manches für dieses Institut gelhan und das Gespendete vortrefflich verwendet. Was aber den Katalog der neuerworbenen Schriften anlangt, so muß ich auch in diesem Jahre ihn tadeln; er ist wo möglich noch schlechter als im vorigen Jahre und schändet den zweiten Bericht. Ich kann kaum die Nachlässigkeit begreifen, da doch die genaue Abschreibung eines Titels doch nicht so schwer sein kann. Bei dieser Gelegenheit fallt mir ein, daß ich in diesem Blatte, welches doch so ziemlich vollständig über die literarischen Erscheinungen berichtet, dennoch sehr viele Schriften vermißt habe*). So z° B. die Bekenntnißschriften (Berlin); Ben-Rabbi, die Beschneidung; Debatten über die Emancipation von einem Staatsmanns; Eisenberg, Staat und Kirche; Hackerschmidt, die Judengassein Straßburg; Heymann, die Beschneidung rc. Indem ich wünsche, daß der Orient in seinen kurzen Anzeigen diejenige Vollständigkeit erlange, die er als das einzige Blatt, welches die jüdische Literatur vertritt, verdient, wünsche ich den Schreibern des Berichts, daß sie in Zukunft wenigstens das Derzeichniß der hebräischen Bücher vollständig geben mögen. — Was nun diese Anstalt als Lehr-Verein anlangt, so hätte ich hier sehr viel zu erinnern, aber ich will im Gleise des Berichterstatters bleiben. Vom Jahre 1842—44 haben Geiger, Günsburg, Levy, Freund und Stud. Friedmann Vorträge gehalten, und zwar theils in Monatsberichten, theils in speciellen Vortragen, und da die erste Weife nur das Nachrichteramt des Journalismus ist, so *) Sie sind mir nicht zugeschickr worden. 28 Red.