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Der Orient · 1844-06-25 · 26 (25.6.1844) · p. Spalte 415-416

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
26 (25.6.1844)
Date
1844-06-25
Page
Spalte 415-416 (sequence 8)
Language
German
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415 Literarische Ankündigungen. 416 nn HT ist ein mächtiger Damm gegen die Hierarchie. Der Jndifferentismus, über den so laut und so oft geklagt wird, rührt von der Unkenntniß des Ludenthums her. Die Klagen über den Indifferentismus ertönen nur aus solchen Gegenden, wo die Kenntniß des Judenthums in Abnahme tft«. __ Hr. Fr. giebt uns noch zu zwei Bemerkungen Gelegenheit. Man zieht gegen die Werkheitigkeit, das seelenlose Wesen, die drückende Last, das schwere Joch der Orthodoxie los und vergißt, daß diese Epitheta nur von einem bereits verschiedenen Standpunkte aus der Orthodoxie beigelegt werden. Der Orthodoxe fühlt weder ein schweres Joch noch eine schwere Last, noch sind ihm seine Eeremonien ein seelenloses Wesen. Wollen wir den Standpunkt verrücken, so giebt es einen, von dem aus der Stolz der Neuerungen kleinlich erscheint. Man wirst ferner dem Talmud Willkür in der Deutung und Anwendung der Schrift vor, und doch sprechen unsere Redner iu sonderbaren Asmachta's, wie z. B. die Verantwortlichkeit des Volkslehrers auf 4. Mos. 18, 1 gestützt wird. 30) Die österreichischen Juden. Leipzig, 1844. 8. Philipp Reclam jtm. Referent, der die traurige Lage der österr. Juden ans Autopsie kennt, muß sein innigstes Bedauern darüber ausdrücken, daß der Hr. Anonymus sich blos mit einem anlockenden Aushängeschild begnügt: desDruckes, unter dem die österr. Juden leben, der Mittet, denselben aufzuheben, geschieht nicht mit einer Sylbe Erwähnung. Wenn wir einigen Andeutungen im Buche trauen dürfen, so gehört der Verfasser zu den böhmischen Juden. Und wahrlich! er hätte blos die Judensteuer in ihrer ganzen Ungerechtigkeit — um uns milde auszudrücken — zu besprechen brauchen, und die Darstellung hätte von selbst eine andere Farbe annehmen müssen. Doch ist die Tendenz des Vers. eine gute, und bei dem neu auftauchenden Judcnhasse muß schon die gute Gesinnung mit Dank anerkannt werden. Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [69.] ' Bei B. S. Beren dsoh n in Hamburg ist soeben erschienen, und durch jede Buchhandlung zu beziehen: Blätter Her Erinnerung. Letzte Kanzel - Vorträge im neuen israelrrischen Tempel zuHamburg, von Dr. E. Kley. Velinpap. eleg. broch. 1 Thlr. 12 gr. [70.1 Durch alte ,.Kiccl'hanö(m;?,cn ist zu beziehen: Sabbath-Blatt. Für Belehrung, Erbauung und Unterhaltung jüdischer Leser. Von dieser Zeitschrift erscheint wöchentlich ein halber Bogen, und ist der Preis derselben für das halbe Jahr 20 Sgr., ohne Potto-Zuschlag für Preußen. Diejenigen Abonnenten, welche wünschen, daß ihnen das Blatt von der Post ins Haus geschickt werde, zahlen dafür 2 Sgr. 6 Pf. halbjährlich als festgesetztes Bestellgeld an das Postamt, indem alle wohllöbl. Postanstalten und Zeitungs-Expeditionen des In- und Auslandes Bestellungen annehmen. — Die Tendenz dieser Zeitschrift wird aus dem Titel klar: sie will belehren, erbauen und unterhalten, und zwar in einem möglichst populären Tone. Die Belehrung erstreckt sich auf alle Zweige der Wissenschaft, sofern ihr Objekt Juden und Judenthum sind, und sott die populäre, Jedermann verständliche Darstellung den wissenschaftlichen Inhalt nicht beeinträchtigen. Der erbauende Theil ist nicht an eine bestimmte Form (Predigten, Reden) gebunden; die Erbauung wird auch in die Form von Novellen, Erzählungen, Gleichnissen, Allegorien, Gedichten k. gekleidet, doch so daß der Stoff immer ein jüdischer ist. Damit der Leser den Faden der jüdischen Geschichte nicht verliere, werden unter der Rubrik „vermischte Nachrichten" alle wichtigen Thatsachen, mit Weglassung jedes unnützen Raisonnements, geliefert. — Da das „Sabbath - Blatt" bereits einen ausgedehnten Leserkreis gewonnen, halten wir jede weitere Anpreisung für überflüssig. Leipzig, 20. Juni 1844. C. Ä. Fritzsche. Inhalt -es Sabbath-Blattes Nr. SK. Resormiren. Ein Gedicht. — Die freie Bibclerklärung des Talmuds. Die Allegorie der Hagada und die unserer heutigen Volksredner. — Jakob Frank und seine Anhänger. (Fortsetzung.) — Recensionen. Die österreichischen Juden. — Lese-Zimmer. Kunststücke eines Chasid's. Vermischte Nachrichten. Marokko. Wien. Frankfurt a. M. Braunschweig. Darmstadt. Verlag von C. L. Fritz sch e. Druck von I. H„ Nagel«

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