Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 26 (25.6.1844)
- Date
- 1844-06-25
- Page
- Seite 206 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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206 OTiiiiwJirniiiTrMBnfiii— Mgcr, ju nennen — angedeihen zu lassen sich allenfalls entschließen konnte.') Zn wie weit nun das Wirken solcher und ähnlicher Lehrer, selbst bei all ihrem strengen Eifer, bei all ihrem Abmühen, für Jugend und Volk und für sich selbst ersprießlich sein konnte, das wird Jeder leicht bemessen können, der auch nur einigermaaßen zu denken und zu folgern gelernt hat, und doch würde sich vielleicht, bei allen diesen Ungereimtheiten und Verkehrtheiten, manches günstiger und fruchtreicher herausgestellt haben, wäre anders die Substenz der Lehrer anderer Art und ergiebiger gewesen, denn min }\v nüp pN Dtt, und von der Gnade und Ungnade eines volksthümlichen Menschen, der Herr und Sklave zugleich ist, von den Launen eines versilberten Glücksgünstlings abzuhangen, und dieses noch in einem so wichtigen Berufe, das sind Bande und Fesseln, die alle edlere Kraft bannen, alle geistige Thätigkeit lähmen und selbst den edelsten Charakter nieder zu beugen vermögen. — Ferne sei es daher von mir, jene rechtlichen Jugendlehrer, die nunmehr der Vergangenheit angehören, und ein glücklicheres Loos im Lode, als im Leben gefunden haben, mit Vorwürfen zu belasten, die sie nicht verdienen; die Zeit ist's, die ich tadle, schwer tadle, ihr gebühren die bittersten Vorwürfe, denn sie hat den Lehrern ihr Dasein, ihr Wirken, ihr Alles verkümmert, dadurch die Jugend beeinträchtigt, das Volk geblendet und mit einer solchen egyptischen Finsterniß umfaßt gehalten, daß keiner vermochte, den andern recht zu schauen und von seiner einmal eingenommenen Stelle sich zu erheben, rnnno JDp I'NX av t5"N INI kvi>; dabei war sie noch so tückisch, daß sie den unglücklichen Lehrer zu beschwichtigen suchten, mit dem Tröste: iji'd :rrp "N mm |ND Ferner damit, daß sein wahrer Lohn nicht in dieser (Hin obijn), sondern in jener Welt (jon oVlJD) ihm werde, nicht bedenkend, daß es heißt: QpijApbn OH1? W' by „NOm und ^wiederum sogar: nrb tsn D^iyn niDIN n^on" „KID Dpiyb pbn und der Lehrer znfällig den Gerechten an- ,gereiht werden darf, also pbn hätte, ohne gerade ein geplagter Lehrer gewesen zu seyn. Zweckmäßiger wäre es gewesen, hielten sie den Blick ihrer Günstlinge mehr auf jene Welt hin gerichtet und diese Welt als das, was sie ist, ihnen gezeigt; gewiß wäre dadurch manches Gute für Lehrer, Jugend und Volk erzweckt worden, was da Wohlgefallen erregt hätte in den Augen Gottes und guter Menschen. L. Lammfromm. *) (Sin Glück war es, daß ihre Prinzipate, wenn sie so genannt werden können, sich ihnen gegenüber so hoch dünkten; denn hätten sie ihren eigenen Standpunkte gekannt, so wäre sicherlich den Lehrern ein Ohr gebohrt worden, wer sie waren artige Reformen, jdesto nöthiger eine Kenntniß der Quellen hierzu und diese Quellen entspringen gerade aus hebräischen Werken und der hebräischen Literatur überhaupt, und wo sie nicht offen hervor brechen, da muß der Weg zu denselben gebahnt werden und dieses Alles soll dem Lehrer unzugänglich bleiben? Wo und mit wem sollen die wesentlichen, bleibenden Reformen beginnen? Doch wohl in der Schule mit der Jugend. Wer hat da zu wirken? Doch wohl der Lehrer, und diesem sollen die Quellen verstopft bleiben, womit er die Seelen und die Herzen seiner Jugend erfrischen; und beleben soll? Welcher Widerspruch! — Für die Existenz des Lehrers hast du besser gesorgt, hast du aber auch in seiner Subsistenz ihn besser gestellt, als die Vergangenheit es that? Hast du in seinem Wirken ihn nicht Vieles erschwert und dadurch der Jugend und dem Volke Manches entzogen, gerade durch die Mangelhaftigkeit in seiner Bildung und seine geschmälerte Subsistenz? Du wähnst, er isoll durch Privatstudien das Mangelnde im freien Wissen und Können ergänzen, soll praktisch ssich fortbilden, soll durch Privatfleiß seine Subsistenz selbst zu heben suchen; das sind Theorien, die praktisch nicht immer durchgehen, denn da, wo Nahrungssorgen drückend über den Jugendlehrer hereinbrechen, wo das Dringendste oft nur unter Kummer und geistigem Drucke, oder auch gar nicht herbeigeschafft werden kann, da treten geistige Privatstudien von selbst zurück „min ptt n£p ]\N* DN" und eine praktische Fortbildung setzt doch wohl eine theorerische Vorbildung voraus. Doch du liebe Gegenwart, du ,bist in deinen Ausflüchten sehr produktiv, du antwortest mir, du habest den Zustand israelitischer Lehrer verbessert, ihr Ansehen gehoben und ihren Wirkungskreis erweitert dadurch, daß du wenigstens in einzelnen Ländern, zu Vorsängern sie gestempelt, ja sogar zu Predigern sie erhoben! Da kommst du mir gerade recht; du stiefmütterliche Stiefmutter! Wie sollen sie in diesem gehoben, erhoben und verbessert seyn? In ihrem Ansehen. Nichts ist ihnen dadurch geworden, als daß sie ein dreimaliger, in sich selbst unzertwinlicher mz)1AQ geworden sind, einmal als Lehrer, einmal als Vorsänger und einmal als Prediger Np OTffl pnm mniOD. In ihrer Subsistenz? Daß der liebe Gott ihnen gnädig sei; da hast du nichts anders bewirkt, als daß sie zweimal verhungern müssen, einmal als Lehrer und einmal als Vorsänger. In ihrem Wirkend Da hast du Jene, die nicht vorsorglich ihre, dem Lehrer, Vorsänger und Prediger nöthigen Kenntnisse im Hebräischen zu dir herüberbrachten, auf eine traurige Weise erwürgt, und mit ihnen zugleich seine Synagogen, in denen sie zu funktionircn haben. Oder willst du — natürlich in anderer mit deinem Geiste harmonirenden Sprache sie beschwichtigen, wie deine Nachbarin, die Vergangenheit, mit den tröstlichen Worten: der wahn Lohn ist nicht hienieden, (statt: diese Welt rvn □/$)' sondern erst jenseits (statt: jene Welt *on D^IJJ), weise i ch wenigstens dich zurück, mit dem festen Glauben an Gott, meinen Wohlthättr und Vergelter, zugleich aber mil