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Der Orient · 1844-06-25 · Heft 26 (25.6.1844) · p. Seite 201

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 26 (25.6.1844)
Date
1844-06-25
Page
Seite 201 (sequence 1)
Language
German
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Jahrgang M»! Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement für ilw Jahr ist 5 Lhlr. isjKan abonnirt bei allen Ol. Postämtern und säen solid. Buchhandjlungen auf ein Jahr. fü r - Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. J|£ 2G. Leipzig, den 25. Juni_ 1844. Inhalt. Deutschla n d. Frankfurt a. M. Die Konfirmation. Dr. I. Auerbach. Rüge. Glogau. Erklärung!gegen einen sog. Dr. Sachs. Breslau. Geiger. Dessen Vortrage. Rabbknerversammlung. Berlin. Erklärung des Hrn. I. ^.Schwarz. Dessen philosophischer Standpunkt. — O efterrei ch. Gali zische Grenze. Missions-Unwesen. Aufforderung. — Der israelitische Iltgen'lehrer in vergangener und gegenwärtiger Seit. (Schluß.) — Leides-Klänge über die russischen Grenzjuden. — ^'versonalchronik und Miscellen. — Aktenstücke zur neuesten Geschichte der Juden in Hannover. — LB. d. Or. Deutschland. I Frankfurt a. M. 2. Juni. (Dr. Jacob A u e r-- sKonsirmatio n im Andachtssaale zu Frankfurt a. M. am 1. Juni 1844.) Die Konfirmation fand |bci ihrer Einführung ins Judenthum, wie alles Neue und fremde, welches das alte Hergebrachte und Herkömmliche verdrängen sollte, viele Widersprüche und Anfeindungen. Man strblickte darin nicht ganz mit Unrecht eine Entäußerung alles selbstständigen und Nationalen und eine Amalgamirung befreundeter Stoffe mit, wenn auch nicht feindlichen, aber denn |bodj disharmonirenden Substanzen. Man konnte die Konsir- Iniation, ihrer äußerer Erscheinung und ihrem inneren Gepulte nach, nicht in Einklang bringen mit jüdischen Sitten funb Gebräuchen. DasJudenlhum ist eine Religion derLhat, Hm Gegensatz zum Christenthum, welches man die Religion frs Gedankens nennen könnte; der konfessionelle Charakter jjbeö jüdischen Religionsunterrichts bestand daher sonst auch in seiner Lehr- und VorbreiLungs-Methode zu denreligionspflich- )kigen Handlungen, der des christlichen in der Auffassung chmd dem Aufnehmen des dogmatischen Gedankens. In gleichem Sinne war die B ar-M izwa-Feier eine öffentliche Mündigkeitserklärung des nunmehr als religionspflichciges ' Mitglied in der Gemeinde Aufgenommenen, die Konfirmation nur eine manifestirte Darlegung des in sich aufj'gknommenen Gedankens. Man betrachtete daher Anfangs die Konfirmation als eine exotische Zierpflanze, als ein äußeres Gchaugepränge, ohne reellen Werth, ohne innern Gehalt und zurücklaffenden Eindruck auf die jugendlichen Gemächer. Und in der Lhat waren die früheren Konfirmationen, die man nur als eine öffentliche Religionsprüfung darstellte, keineswegsgeeignet, sie als einen religiösen Akt zu betrachten. Man vermißte gänzlich den positiven Theil der geoffenbarrm Lehre und hielt sich größtentheits an die Moral und Pflichtenlehre; um nur Alles zu ebnen und in rechten Einklang mit dem Weltleben zu bringen, versuchte man sogar der etwaigen Anweisung der im elterlichen Hause erlernten jüdischen Gebräuche und Sitten dadurch entgegenzuarbeiten, indem man nicht selten der Konfirmation einen Beisatz polemisirenden Gebräues gab, den die Karuchemenen mit hinaus ins Leben nahmen, und oft anzuwenden Gelegenheit fanden. Die Konfirmation war gleichsam der Schlußakt, ein geräuschvolles Finale, wo man den Konsirmanten Beifall klatschte, wenn sie die einstudirten Phrasen ohne Anstoß recitirt hatten. Man betrachtete daher in unserer Gemeinde die Konfirmation mit einer Gleichgültigkeit, die ihr Wirken und ihre Leistungen verdiente, so daß die Zahl der Konsirmanten in keinem Verhältnisse zu unserer zahlreichen Gemeinde stand. Wir glauben uns daher um so mehr verpflichtet, über die gestern im Andachtssaale stattgesundene Konfirmation von 7 Knaben und 7 Mädchen, unter der Leitung des Herrn Dr. I. Auerbach, öffentlich zu berichten, indem derselbe, so viel an ihm lag, die Mängel und Fehler der fruhern verbesserte, und sowohl in der äußern Auffassung wie in ihrem innern Gehalt alle Momente des eigenthümlich Jüdischen festhielt. Herr Dr. A. stellte die Konfirmation als ein zeitgemäßes

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