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Der Orient · 1844-06-04 · Heft 23 (4.6.1844) · p. Seite 177

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 23 (4.6.1844)
Date
1844-06-04
Page
Seite 177 (sequence 1)
Language
German
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Fünfter Jahrgang rient. Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement für. rin Jahr ist 5 Thlr. Maii abonnirt bei allen (ÖM. Postämtern und allen solid. Buchhand- „mgcn aus, ein Jahr. für Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser^Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturb La tt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. HE 23» Leipzig, den 4. Juni 1844» Inhalt. Großbritannien. London. Palästina und die Juden, — Deutschland. Berlin. Die Emancipationsfrage. S. Mecklenburg. Breslau. Vereine. Berlin. Ben da. H offmann. Hamburg. Das Kommercium. Frankfurt a. M. Kasino. Karlsruhe. Berlin. Todesfall. Sachsen. Hannover. Petition. Hamburg Petrikirche. Hannover. Heinemann. Grünberg. Die Stadtverordneten. München. Auswanderungen. Breslau. Beleuchtung einiger Misstande. Frankfurt a. M. Rabbinenwesen. — Oesterreich. Prag. König!. Entschließung. — Polen und Rußland. Warschau. Eidesformel. Rekrutirung. — Personalchronik und Miscellen. -— LB. d. Or. Großbritannien. London, 12. Mai. Die kürzlich in Hannover äScjuare gehaltene Versammlung, welche den Beschluß ß'ßte, der jüd. Nation feste und sichere Wohnsitze in Palästina und den Schutz der Königin von England zu verschaffen, scheint trotz ihrer humanen Larve pietistichprffelytenmacherische Zwecke zu verfolgen. Die curop Juden wollen keinen palästinens Staat; sie mögen von keiner Verwendung christlicher Sendlinge bei den europ. Höfen etwas wissen; sie wollen Juden bleiben und doch Bürger der verschiedenen Staaten werden. Jndesien ist den in Palästina lebenden Juden bei der unaufhaltsam naherschreitenden Krisis im Orient ein so mächtiger Schutz wie der britische allerdings wünschenswerth. Schon vor 2 Jahren machten wir darauf aufmerksam, wie nöthig es wäre, daß die Juden im Morgenlande (Asien und Afrika) an England einen förmlichen Tribut zahlen, um vor Damaskusscenen geschützt zu sein, und wie es im Interesse Englands läge, an den Juden im Orient diplomatische und kommerzielle Agenten und Unterhändler zu besitzen. Deutschland. Berlin, 21. Mai. Die Hoffnung auf baldige Emanation des so lange schon versprochenen Judenöffetzes tritt, ermüdet, einige Schritte zurück, da wie es heißt vorläufig nichts geschehen soll, um den Gang der Arbeiten zu fördern. Die Regierung geräth bei derartigen Gesetzen immer ins Gedränge , weil sie von der einen Seite vor den Anhängern der Lehre vom christlichen Staate schonend vorbei sigeln möchte, von der andern Seite aber drohend die Nothwendigkeit winkt, Gerechtigkeit nach den Anforderungen eines gesittetern Zeitalters zu üben; daher schwankt man, schiebt auf, um so von der Zeit und etwaige Evenements vielleicht Rettung aus der Verlegenheit zu erlangen. Die Gesetze für und über Juden theilen in Preußen das Schicksal der Preß- und Eensurgesetze. Statt offen und muthvoll die Eensur aufzuheben, und die Presse selbst für ihre Sünden verantwortlich zu machen; statt mit einem Schritte, der einer liberalen Regierung würdig, und ihr zugleich von höchstem Vortheile wäre, Preßfreiheit zu verkünden, mühet man sich ab, aus Seiten- und Schleichwegen die Mittelstraße zwischen Censur und Preßfreiheit aufzusuchen, und man quält sich mit dem Anhäufen von Bestimmungen, die sich gegenseitig überflüssig machen oder widersprechen. Dasselbe ist mit dem sogenannten Judengesetze der Fall. Man hat weder den Muth, sich dem Geiste des Mittelalters ganz in die Arme zu werfen, und noch weniger, sich dem Geiste des wahren, uneigennützigen, und von den civilisirten Staaten längst adoptirten Liberalismus anzuschließen; und so kommen unter stetem Zögern und mit saurem, verlegenem Gesichte Ausnahmegesetze, Palliative und Freiheiten zu Stande, denen das Gepräge der Nothgedrungenheit auf die Stirne gedrückt ist. Der in der Literaturgeschichte thatige junge Mann S, 23

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