Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1844
- Issue
- 22 (28.5.1844)
- Date
- 1844-05-28
- Page
- Spalte 351-352 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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351 Literarische Ankündigungen. 352 müssen. Rosch ha -Schana wird überall — weil ^2 22'MINW— zwei Tage gefeiert, weil weder „DipD3" noch „pND" und weil das Fest, zum Andenken an die Weltschöpfung und daher an keine Lokalität gebunden, auf der ganzen Erde in einer und derselben Zeit beobachtet werden soll, was zu einer Zeit, da Tag und Nacht auf dem ganzen Globus gleich sind, durch eine zweitägige Feier erzielt wird. Die größere und kleinere Entfernung eines Ortes von Jerusalem kann hierbei nicht berücksichtigt werden, indem nur Konfusion entstände und auch nicht jeder Jude ein guter Geograph und Astronom ist. Auf die Frage, warum nicht die Rabbinen diese Gründe angegeben? antwortet der Vers., daß sie dieselben traditionell überkommen, und waren sie gewiß zu ihrer Zeit bekannt. — In Betreff des Sabbat weist der Vers, in einem Anhänge nach, daß er ein bereits patriarchalischer Festtag — daher in Exodus der Ausdruck: — ja, daß er vielleicht so alt wie Adam gewesen; denn ■prw?nN ccnp'i (Genes. 2, 3) zeigt wahrscheinlich (it is very probable) darauf hin, daß Adam rD"Q und ^np (in irgend einer Form) von Gott gehört! Wie die Leser sehen, ist der.Verf. etwas mystisch; auch lebt er der Hoffnung, daß wir bald ein jüd. Reich in Jerusalem gründen werden. Doch kann man ihn deswegen nicht tadeln. In ihm lebt der wahre, mystische Glaube; ihn trieb zur Veröffentlichung seiner Schrift der Grundsatz: nriN ü”p£n Tadel verdienen aber diejenigen, die Reform- Vorschläge machen und dabei mit einer Halbheit zu Werke gehen. Wer nicht das Bedürfniß eines zweiten Feiertages in sich verspürt; wer Talmud und Bibel, die im Volke, im Leben fest wurzeln, haarscharf von einander scheiden will; der kann unmöglich den ersten Festrag und jedes andere biblische Gebot, mit jener mystisch-religiösen Begeisterung beobachten, die unsere Ahnen auszeichnete. Wer nüchtern genug ist, ein Fest, das er sonst durch Predigt, Choralgesang rc. zu einem „Tag des Herrn" gemacht, mit einem Mate, ruhig und besonnen abzuschaffen, von dem ist die religiöse Weihe gewichen, dem ist die Mystik der Ceremonien abhanden gekommen. Eine Berechnung, Scheidung, Trennung in religiösen Angelegenheiten zeugt von einem Zwiespalte, den nur Heuchelei oder Selbsttäuschung verdecken kann. Wer gläubig im Sinne unserer Ahnen ist, der muß jeden Schritt „im Lichte des Herrn" gehen. A. I. Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen 14 Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [59*] Von C. L. Fritzsche in Leipzig ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen: p<Ln tan TD- Gommentar zur Genesis von Rabbi David Kimchi. Nach einem Manuskripte in der Bibliollieque royale zu Paris auf Veranlassung des Orientalisten Herrn Ä. Kohn aus Preßburg herausgegeben durch A. Ginsburg. Preßburg, 1842. gc. 8. Preis 1 Thlr. TON“! idq , oder <&tixbicn über die ältesten Schriften der jüdischen Literatur von Elj. Milsahagi. In 4. Preis 20 Ngr. DWip pN1/ oder biblische Geographie in alfabetischer Ordnung von Z. Kaplan. Zwei Theile, mit einer Karte von Palästina in 8. Preis 1 Thlr. 15 Ngr. l-p) n*T)£* Hebräischer Wurzelzeiger, oder tabellarisches hebräisch-deutsches Wörterbuch j zunächst für Schulen und zum Schulgebrauche. Herausgegeben von M. I. Benlevi in Hildes- Heim. Preis 20 Ngr. [60.] Bei C. L. Fritzsche in Leipzig ist erschienen: GBAMMATICA ARAIIICA IN USUM SCIIOLARUM ACADEMICARUM. SC RIPSIT CJBOJiFS rJLVXiVS CJLSPJLM. ACCEDIT BREYIS CHRESTOMATHIA EX CODI). MSCR. CONCINNATA. i’ARS PRIOR. DOCTRINA DE ELEMENTIS ET F0RMI5. 8 uiaj. Preis 1 Thlr. Verlag von C. L. Fritzsche. Druck von I. Jp. R agel.