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Der Orient · 1844-05-28 · Heft 22 (28.5.1844) · p. Seite 176

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 22 (28.5.1844)
Date
1844-05-28
Page
Seite 176 (sequence 15)
Language
German
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- 176 - faktisch gewesen, seit die Regierung in letzterer Zeit die erwähnte Auslegung des Grundgesetzes, in Beziehung auf den Eintritt der Juden in's Land, in Anwendung gebracht; mit dem Unterschied, daß das Zweifelhafte dieser Auslegung wegfällt. Durch die Veränderung wird also nur gewonnen, daß das nächste Storthing so in dieser, wie in andern Gesetzesbestimmungen freie Hand bekommt, und sonach diejenigen Aenderungen in der Civilgesetzgebung in Betreff der Juden eintreten lassen kann, wozu Christenthum, Gerechtigkeit und Humanität Anlaß geben möchten. — Da die Komiteen sich nicht erdreisten, auf die Meinung einzugehen, die in letzter Zeit geltend zu machen versucht worden ist, daß nämlich es sich dem Storthing zweckmäßig erwiesen, den Verfassungsveränderungen eine andere Form zu geben, als die, worin solche vorgeschlagen worden, so unterdrückt dieselbe in diesem Betreff jede andere Bemerkung, als die, daß wenn sich auch vielleicht irgend eine passendere Form finden ließe, doch nichts Wesentliches gegen die gebrauchte zu erinnern sei, so daß auch hierin die Komiteen keinen Grund finden können, von der Annahme des Vorschlags abzurathen. Auf Grund des Angeführten stellt die Pluralität der Komiteen (5 gegen 2) es dem Storthing anheim, solchen Beschluß zu fassen: „Der letzte Passus im Par. 2 des Grundgesetzes, alsolautend: „„Den Juden ist hinfort der Eintritt in's Land verwehrt,"" fällt weg." Christiania, in der Konstitutionskomitö, d. 5. Sept. 1842. H. Foß, Präfts der Komiteen. R. Koren, Sekretär der Komiteen. Perfoualchronik und Miscellen. Nicht zu Tarnopol, sondern zu Tarnow (nicht weit von Krakau) fand das Seitenstück zur Damaskus-Geschichte statt. Als das vermißte Kind sich wieder eingefunden hatte, erleuchteten die Juden Abends ihre Häuser. * * * Eine Sonderbarkeit. Die Spanier, deren Vorfahren die Juden so grausam behandelten und vertrieben, werden jetzt um eines Juden willen einen Krieg anfangen müssen. Der aus Befehl des Kaisers von Marocco Hingerichtete spanische Konsularagent Darmon war nämlich — ein Jude. London. Endlich ist eine Konkurrenz für das Londoner Rabbinat ausgeschrieben. Die Bedingungen sind in Hamburg (in der Synagoge und im Tempel) und in Hannover durch 1 den Vorsteher der dortigen israel. Gemeinde, Adolph Bereiid (Hann. Zeit. 26. April) bekannt gemacht worden. Der Termin zur Meldung ist der 31. Juli d. I. — Der Bewerber muß zwischen 30 u. 42 Jahre alt und mindestens 2 lang Oberrabbiner gewesen sein. Der Gehalt wird, heißte^ jährlich 800 St. betragen, auch Nebeneinkünste wird es geben; doch muß der Rabbiner selbst für einen Sekretär und seine Besoldung sorgen und nach 2 Jahren englisch predigen können. (Vergl. Orient Nr. 20.) Vary. Dieser berüchtigte Ueberläufer soll vom Unterrichtsminister Uwarow weder angenommen sein noch auf Anstellung hoffen können. Statistisches. Das Großherz. Mecklenburg.Schwerin zählte im Anfänge d. I. 3300 Juden. — Im Regierungsbezirke Arnsberg (Westphalen) wohnen 5400 Juden. -~ Wohlthätige Akte. Der Berliner Armendirektion ist eine Stiftung des verstorbenen Banquier Heymann Joscpj Frankel zugefallen. — In Mühlhausen (Frankreich) wurden am 17. April die Preise an die jungen Handwerker vertheilt, die in der von der israelitisch-philanthropischen Gesellschaft des Niederrheins daselbst gegründeten Kunst- M Handwerks sch ule ihre Ausbildung erhalten. Die Preisverthcilung fand auf dem Stadthause statt. Die Schule wurde vor 2 Jahren mit 10 Schülern eröffnet, zu denen bald nch 5 hinzukamen, bis endlich die Zahl auf 20 stieg. E r n e n n u n g e n u n b Auszeichnungen. Herr Josl in Paris ist zum Mitgliede der etruskischen Akademie zu Kortona im Großh> Toskana erwählt worden. Der KompoH 2C. Berlyn aus Amsterdam hat kürzlich in Brüssel feine Orchesterkompositionen aufführen lassen und wird daselbst mr Reihe anderweitiger Kompositionen herausgeben. * Die deutsche Bearbeitung der Frank'schen Kabbck von Ad. Jelinek (Leipzig, Heinrich Hunger. 8., 20 Segen nebst einer Abbildung) wird im Monat Juni ausgegckn werden. Die Predig erstelle in Prag. Nach einer M' theilung aus Prag, soll die Stelle des Dr. S. daselbst drirct Dr. Landau in Dresden ersetzt werden. Wie es heißt st!' len Dr. Frankel, in Uebereinstimmung mit Dr. S., den SW pelvorstand in Prag zu dieser Wahl bestimmen. Jndeß nach einer Nachricht aus Berlin, Hr. S. vielleicht gar mli't abgehen. Verlag von C. L. Fritzsche. Druck von I. H. Nagel.

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