Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1844
- Issue
- 21 (21.5.1844)
- Date
- 1844-05-21
- Page
- Spalte 335-336 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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335 Literarische Ankündigungen. 336 welche doch mit fernen Bewegungen magnetisch das Innere füllen. Zuerst die Hellseherin sieht Feuer aus den Fingern strömen; aber aus den. Augen strömt dieses schon ohne Magnetismus bei Menschen und Thieren. Das Auge ist eigentlich der Kleinleib der Seele, ihr ätherischer Wohn-Mond, neben der erdigen Gehirnkugel; daher die meisten Gedanken Gesichte sind, nicht Gerüche und Getön. Gerade um das Auge wird, wie oben gedacht, vom Magnetismus der reichste Zauberkreis gezogen. Um so mehr begreift sich die magnetische Gewalt des Anblicks. Nach Esquirol (L. L. Zeitung 1809. S. 697.) erfaßt den Wahnsinnigen nichts so mächtig, als scharfes langes Anblicken. Bloßes starres Ansehen macht Kinder weinen, kleine Hunde furchtsam, große wüthig. (Autenrieth in Voigts Magazin B. 10. St. 1.) Bringt nichtsogar der Tiger durch bloßes Anstarren alle scheue Thiere, besonders Hirsche und Pfauen, zum Stehen, und ziehen nicht auch die Stechaugen der Klapperschlange den geängsteten Raub in ihren Rachen, ja sinken nicht sogar die Affen vom Baume den unten liegenden anstarrenden Krokodillen zu? Woher der Glaube der Griechen und Römer an den giftigen Einfluß gewisser Augen? Sogar „getddtet sollen Menschenblicke haben". Der Abbe Rousseau versichert, in Egypten vier Kröten durch Anblicken getödtet zu haben. Als er es in Lyon aber an einer versuchte, blickte unverletzt diese ihn so stechend an, daß er in eine gefährliche Ohnmacht siel. (Unterhaltungen aus der Naturgeschichte. Amphibien S. 68.) Wir müssen es dem Leser überlassen, beliebigen Gebrauch, beim Vergleiche dieses mit unserer angezogenen Stelle im Talmud zu machen, erinnern nur noch an v. Haller's Worte: In das Innere der Natur dringt kein erschaffener Geist; und empfehlen daher mit heiliger Scheu an die Beurtheilung talmudischer Erzählungen zu gehen; denn Niemand hat wohl begründeteres Recht die Liebe zur Wahrheit für sich in Anspruch zu nehmen, als die Lehrer unseres Glaubens. Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen 14 Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [57.] ■ Von C. L. Fritz sche in Leipzig ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen: pn mvö Commentar zur Genesis von Nabbi David Kimchi. Nach einem Manuskripte in der Bibliolheque royale zu Paris auf Veranlassung des Orientalisten Herrn A. Kohn aus Preßburg herausgegeben durch A. Gins bürg. Preßburg, 1842. gr. 8. Preis 1 Thlr. TON-) -)DD, oder Studien über die ältesten Schriften der jüdischem Literatur von Elj. Milsahagi. In 4. Preis 20 Ngr. CP£np pN, oder biblische Geographie in alfabetischer Ordnung von I. Kaplan. Zwei Theile, mit einer Karte von Palästina in 8. Preis 1 Thlr. 15 Ngr. ppj pp TTTift. Hebräischer MZnrzel;eiger, oder tabellarisches hebräisch-deutsches Wörterbuch zunächst für Schulen und zum Schulgebrauche. Herausgegeben von M. I. Venlevi in Hildesheim. Preis 20 Ngr. [58.] So eben hat die Presse verlassen und ist in allen Buchhandlungen zu haben: Zweite MiLtheilungen aus einem Briefwechsel über die neueste jüdische Literatur. Ein Fragment von Samson Raphael Hirsch, Landrabbiner zu Emden. Altona 1844, bei I. F. Hammerich, in 8. Preis: geh. 8 Ggr. Inhalt des Sabbath-Blattes Nr. 21 und 22. Der Jude. Ein Gedicht. Sehnsucht nach Jerusalem. Fest-Gabe. Die Offenbarung Gottes in Israel. Vermischte Nackrichten. Paris. Marokko. Braunschweig. Frankfurt a. M. Grünberg. Prag. Philadelphia. Neu-Pork. Verlag von GL Ü. Fritzs ch e. Druck von I. H. Nagel.