Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 20 (14.5.1844)
- Date
- 1844-05-14
- Page
- Seite 153 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Jahrgang Fünfter Eilig:! tit Berichte, Studien und Kritiken für Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abomnrt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Nr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. HA 2O« Leipzig, den 14. Mai _1844» Sn halt. Fr (inkr ei cd. Paris. Jüdische Künstler. — Deutschland. V erlin. Dr. A. Ben da. Frankfurt a. M. Die Hol;fraqe. Berlin. Dr. Sachs' Anstellung. — Oesterrei ch. Wien. Hr. T o d e s c o. Prag. Das Studium der böhm'sclinr und hebräischen Sprache. Das Direktorat. Dr Wessely. Preßburg Intoleranz der Orthodoxen. Die christl. Civitisation. Preßburg. Aelnn!schte Nachrichten. — Schweden und Norwegen. Christi ania. Die Naturforscherversammlung. -Nordamerika. Leipzig Der,,Occidi?nt" New-Port. Unterstützunas-Gesellschaft. St.-Thomas. Hr. Carillon. Philadelphia. Unterstützungen der Cremieup'schen Stiftungen in Cairo und Alexandrien. — Die Judenfrage in Norwegen. (Forts.) - Personalchronik und Miscell n. — öB. d. Or Frankreich. Paris, 16. April. Obgleich die Israeliten in den letzten fünfzig Jahren hinlänglich den Beweis gegeben, daß sie in der Kunst des Tonspiels den andern Glaubensgenossenschaften nicht nachstehen, so erscheint es doch noch immer nothwendig, von jüdischen Künstlern zuweilen zu sprechen, bis eine völlige Emancipation in Europa die Anrühmung überflüssig gemacht haben wird. Unter den jüdischen Künstlern von deutscher Herkunft, die gegenwärtig hier leben, zeichnet sich Herr Julius Stern aus. Ec wird nächstens im Odeon die sophokleische Antigone in französischer Sprache mit Felix Mendelssohn - Bartholdy's Ehören zur Aufführung bringen. Hr. Stern ist aus Breslau ge.bürtig, steht in den Zwanzigern und stammt aus einer geachteten und from- - men Familie Breslau's. Sein Vater, der früher Oberkollekteur daselbst war, zog, um die höhere Ausbildung seines Sohnes und seiner etwas alteren Tochter (die vorzüglich Klavier spielt) möglich zu machen, vor etwa 10—15 Jahren nach Berlin, wo der Sohn bei dem ölten trefflichen Violinspieler Möser Unterricht erhielt * und mehrmals den Preis für die musikalische Kompo- - fltiön in der Akademie der Künste empfing. — Au bedouecn ist es, daß bei den vielen musikalischen Talenten, J welche die Israeliten aufzuweisen haben, doch Keiner eigentlich dem Judenthumezu gute kommt. Man will l die Synagoge reformiren, den Gottesdienst zeitgemäß 1 ordnen und noch hat keiner unserer Helden der Tonkunst den Muth oder den Beruf gefühlt, für die religiöse Musik der Synagoge etwas zu thun. M e ye r b e e r, Halevy und hundert Andere, die ihnen nachstreben, haben nie irgend jemals ihre Talente und ihre Kräfte der Synagoge geweiht und gerade hierin zeigt sich das frauenhafte Bild des fahlen Jndifferentismus unstrer Zeit. — Deutschland. Berlin, 3. Mai. Nächstens wird Hr. Dr. A. Benda als neuerwählter Stadtrath des Berliner Magistrats- und Stadtverordneten-Kollegium eingeführt werden. Er ist der zweite Jude, den Berlin's Gemeinde- Repräsentanten zu diesem Amte erkoren; vor ihm nämlich saß nur David Fried l ander aus Königsberg, Mendelssohn's Schüler und Freund, im Scadtrcuhe zu Berlin; und daß er aber erst der Zweite ist, das beweiset gerade, daß die sociale Frage der Emancipation noch nicht zur Frucht herangereift. Hr. Dr. A. Benda widerlegt faktisch den Vorwurf Bruno Bauer'?, daß die Juden an dem Staatswohl keinen Antheil genommen haben; er ist als Fürsprecher der unbedingten Oeffenrlichkeit der Stadtverordneten - Versammlungen in den Berliner Zeitungen, als Vcrfaffer zahlreicher populärer Flugschriften, besonders eines Katechismus für preußische Stadtverordneten und als eifriger Beförderer des Schulwesens geachtet und geehrt. Er bat auch die Anregung zur Gründung eines Vereins für BesserbAol-