Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1844
- Issue
- 17 (23.4.1844)
- Date
- 1844-04-23
- Page
- Spalte 257-258 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Meraturblatt des Orients Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte und Literatur. MW. Leipzig, den 23. April 1844. Inhalt. Literatur - Berichte. Leipzig. — Kritiker!. Berichte über die neuesten Leistungen der kritischen Schule: Kerem Chemed. Schreiben von Dr. Jost. (Schluß.) — Kurze Anzeigen. Minchat Jehuda. — Predigt - Skizzen von Dr. Ed. Kley. (Schluß.) — Literarische Ankündigungen. Literatur - Berichte. Leipzig, 16.April. Von Heinemann's „Allg. Archiv des Ludenthums" ist Heft 2 des dritten Bandes erschienen. — Bei Niemeyer in Hamburg: Des Juden Fluch. Von Adolf Stahlkne ch t (16 Wogen). — Vor einiger Zeit erschien auch von Amalie Schoppe ein neuer Roman: Die Jüdin. — In B. Bauer's Allg. Literaturzeitung Heft IV. (April 1844) steht eine Forts, der Recension der Schriften über die Iudenfrage. — Von Dr. Frankels Monatsschrift (Zeitschrift für die relig. Interessen des Judenthums) ist Heft L (Berlin, bei Simion) erschienen. Bericht über die neueren Leistungen der kritischen Schule: Kerem Ehemed. VI!. (von K —- m.) (Schluß.) Die Kapitel 9—14 in Zacharia werden gegen Krochmal's Einwürfe diesem Propheten vindicirt, und die Zeit der Absaffung vor dem Exil der zehn Stämme bestimmt. Diese Abhandlung wurde bereits schon in der hebr. Monatschrist Zion abgedruckt, und hier nur mit so manchen Zusätzen bereichert. R's vortreffliche Erklärung der so oft besprochenen Mischna in Edujot (K. CH. 4. Band) giebt Herrn Reggio Veranlassung, hier nochmals seine Meinung zu entwickeln, die er bereits in den Annalen (Iahrg. 1840) unter der Rubrik „Blick auf den Talmud" niedergelegt hat. Rapaport, Geiger und manche andere Gelehrte der neuen Schule haben nämlich den Grundsatz aufgestellt, daß die Mischna zuweilen eine andere Deutung zulasse, als die Gemara solche kommentire, nur dürfe, wie sich Rapaport hier in einer Note verwahrt, von diesem Principe keine nachtheilige Konsequenz für die Halacha gezogen werden. Reggio dehnt dieses Princip noch weiter aus, und behauptet, die gemaristischeDeutung und Kommentirung der Mischna stehe in demselben Verhä'ttniß zu ihrem einfachen Sinne, wie die hagadische zur natürlichen Exegese der Bibel. Die Sprache der Mischna sei deutlich, einfach und verständlich und bedürfte keineswegs der vielen Krümmungen und Wendungen des Kommentars der Gemaristen. Diese Wahrheit wäre aber keineswegs den Gemaristen entgangen, sie hätten sich nur deshalb mit dem einfachen Verständniß-nicht begnügen können, weil die Verpflichtung Lag und Nacht das Gesetz zu erforschen, ein unbegrenztes Gebiet für den ausschweifenden menschlichen Geist erfordere, wozu die einfache naheliegende Erklärung der Mischna nicht ausgcreicht hätte. Die Gemaristen hätten daher, durch eine falsche Basis, das Verständniß der Mischna erschweren müssen, um dem Geiste einen weiten Spielraum zu verschaffen, um hierdurch — dem Gesetze genüget? zu können (!). Herr Reggio verspricht diesen Grundsatz durch Beweise festzustellen, denen wir um so begieriger entgegensetzen, weil die einzige Beweisstelle, die er hier giebt, nicht ausreichen kann, ein so kühnes Resultat festzustellen. Nr. 6 bringt uns einige Zusätze von Dr. Zunz zu dessen im vorhergebenden Bande dieses Werks mitgetheilter Biographie von As. de' Rosst'. Die Hoffnung, von diesem Gelehrten bald eine größere literarische Arbeit zu erhalten, muß uns für diese kleine Gabe, die er uns hier reicht, entschädigen. Herr Dr..Sachs in Prag tritt zum erstenmal in dieser Sammlung auf einem neuen Gebiete der .Wissenschaft 17