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Der Orient · 1844-04-16 · Heft 16 (16.4.1844) · p. Seite 128

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 16 (16.4.1844)
Date
1844-04-16
Page
Seite 128 (sequence 15)
Language
German
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128 den, welche die Bibel in der Ursprache als ausschließliches Eigenthum haben, die man aber dem Christen stets entzogen hat, geprediget worden. In den polnischen Ländern hat bekanntlich der Katholicismus, dieser Feind aller andern Religionen, seinen Thron aufgeschlagen. Seine priesterlichen Diener, die ganz Europa durch viele Jahrhunderte zerfleischt hatten, haben mit ihrem Fanatismus das Glück der Juden untergraben, durch Wort und That sie hingewürgt, den Haß immer lebendig erhalten, und die Masse stets aufgewiegelt gegen sie und keine Schonung gebraucht. Es ist daher nicht erstaunlich, das der galizische Jude sich von seiner Tracht nicht trennen will; die seit Jahrhunderten Zeuge seiner Leiden war, ist ihm theuer; er will von ihr nicht lassen, und bewahrt sie als eine heilige Reliquie, die sich vom Vater auf Sohn vererbt. Seitdem die galizische Provinz durch den bekannten Staatsstreich Oesterreich zugefallm ist, haben die Juden noch gegründetere Ursache bei der ehemaligen Tracht zu bleiben; denn es sind Beweise in einer Anzahl, daß dem, der sich nach der europäischen christlichen Sitte gekleidet, nicht allein noch größere Verachtung, sondern auch größere Leiden zu Theil geworden. M. Astmayer. Personalchronik und Miseellen. Belohnung. Se. Maj. der Kaiser von Rußland hat durch einen Ukas vom 12» vorigen Mon. dem Herrn Joseph Ja na sch (Israelit und eines der reichsten Mitglieder der Gemeinde) in Warschau, wegen seiner Verdienste um die Stadt und wegen seiner Wohlthätigkeit, die erblichen Rechte eines Ehrenbürgers verliehen. Wie viel ein solches russisches Recht werth ist, weiß ich nicht. Die Grenzboten zeichnen sich durch eine kräftige Einsprache gegen Rußlands Verfahren mit den Juden vortheilhaft aus. In Nr. 15, hat I. Kaufmann den neuesten Ukas beleuchtet und in der russischeu Regierung lauter Schattenseiten gefunden. Norwegen. Wie der Einsender dieses bereits früher gethan, so fordert jetzt auch der Storthingsmann und Professor Herr Heinrich Werg ela nd inChristiania in einem verbindlichen Schreiben an Herrn Dr. S te in h e im in Altona dringend auf, persönlich auf der Natursorscherversammlung zu erscheinen, und seine Konfefsionsverwandten, Kollegen ebendazu zu vermögen. E. C. Zur G eschrchte der Ju den. Von Dr. M. H o rschetzky erschien im Jahre 1826, bei Landau in Prag eine Übersetzung und Erläuterung des eilften und zwölften Buches der Alterthümer des Flavins Jesephus. Der gelehrte Uebersetzer gab sich mit jugendlicher Liebe dieser Arbeit hin, obgleich zu jener Zeit der Sinn für unsere Geschichte noch nicht so allgemein rege war, daß sie gebührend gewürdigt worden wäre. Jetzt erschien von demselben: „Dreizehntes Buch der jüdischen Antiquitäten des Zlavius Jesephus, enthält die Geschichte der Juden seit der Schlacht von Aza, in welcher Juda Makkabäus siel, bis zum Tode Alexanders, lieber* setzt und durch Anmerkungen erläutert (Groß-Kanischa 1843, 8. Joh. Wajdits. S. 107)'', als Fortsetzung der früheren Arbeit. Wenn der Verfasser und der Verleger der Redaktion beide zur Beurtheilung an den Orient überschicken wollte (da ich sie sonst nicht zu verschaffen weiß), so würde ich mich freuen, sie ausführlich besprechen zu können. N Jüdisches Schulwesen in Groß-Kanischa. Die jüdische Schule in Groß-Kanischa wurde im Mai 1832 eröffnet; die meisten Lehrer an derselben bis jetzt waren keine geborne Ungarn. Die Ausgaben für Lehrer und Lehrerin betragen 2350 Thtr., wobei im Ganzen der Gehalt sehr niedrig gestellt ist«. Das Lehrer-Personal besteht aus 10 Individuen. Was die Frequenz der Schule anlangt, so haben die Elementar-Klaffe Knaben 35 I. - s 55 U. - - 59 LU. - - 32 IV. - - 15 Elementar-Klaffe Mädchen 26 I. - - 40 ii. - - 41 Zusammen 303. * * Briefkasten. 1) Hrn. Lehrer G. Z. in Z. G.: das Eingesandte wird, mit einigen kleinen Abänderungen, ausgenommen werden; jedoch möchte ich um die Fortsetzung bitten. Bemerkung. In der nächsten Nummer wird Fortsetzung und Schluß der Recension über K's Predigt-Skizzen, die nur durch einen unvermeidlichen Umstand verspätet wurde, erfolgen. Dr. H ir sch's trefflicher Aufsatz: Eisenmengeriana; Dr. Steinheim's ausführliche Recension über Hirsch'^ Religionsphilosophie werden ebenfalls bald folgen. Verlag von C. L. Fritzsche. Druck von I. H. Na g el.

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