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Der Orient · 1844-04-09 · Heft 15 (9.4.1844) · p. Seite 119

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 15 (9.4.1844)
Date
1844-04-09
Page
Seite 119 (sequence 13)
Language
German
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119 gMrter Ruhm nach dem fernen Auslände gedrungen ist, der durch sein sanftes Leben und seine hervorragende Gelehrsami xeit auf dem Gang den Intelligenz der galizischen Juden wohltätigen Einfluß geübt, ist nicht mehr. Rapaport, die - Morgenröthe der neuen Schule, hat seine gebeugten Mitbrüdcr, die ihn verkannt und verketzert haben, verlassen. Noch eine vielleicht gegründetere Ursache für die langsame Geistesbeweglichkeit in den übrigen Theilen Galiziens ist, der Separ atis mus, den die gebildeten Juden gegen die minder gebildeten beobachten. Diese niedrigen Seelen welche durch die \ Gewohnheit in den Schulen, wo sie ihre ganze Jugendzeit; mit abgedroschenen Flosken eines magern Lateins vergeudet f haben, schämen sich ihrer Glaubensbrüder, zu deren Verachi Mg sie selbst beitragen. Kein Gesetz befolgen sie so ä'ngstj lich und gewissenhaft als das sich selbst auferlegte, mit dkn l Glaubensbrüdern in keine gesellschaftliche Verbindung zu tretcn. Sie vermeiden es selbst den Schein eines jüdischen Lebens I ju führen, und dies giebt selbst dem Christen Stoff genug, \ über die fratzenhaften Erscheinungen, die durch das ängstliche \ Mchahmen entspringen, sich zu belustigen. Die Verhörten i glauben durch das Verläugnen des jüdischen Wesens sich beliebt jzu machen, während sie sich bei allen Gut- und Rechtlichge- \ sinnten lächerlich und verächtlich machen. Traurig jedoch und h ans den Gang des Fortschrittes nachtheilig wirkend ist es für I die Juden selbst. Sie verlieren dadurch ben Genuß eines Gei- } sligen Unterhaltes und einer geläuterten Konversation, die zur s. Verfeinerung des Geschmackes und sittlichen Betragens wohll thatig zu influirenvermögend wäre. Es ist daher kein Wunder, daß die galizischen Juden, den bekannten corrupten jüdischf deutschen Dialekt sprechen, der, mit polnischen und hebräischen I Worten untermischt, ein unverständliches Kauderwelsch bildet. I Die anderen unzähligen traurigen Folgen, die aus dem S e- \ Paratis m u s eines gedrückten Volkes entspringen, will ich |" nt unerwähnt lassen, da ich im Verlaufe dieser Darstellung noch Gelegenheit haben werde, Ihnen einige hervorzuheben. I Sie Sehen, daß alle widrigen Umstände von innen und [' außen sich vereiniget haben, das jüdische Elend lebendig zu erhalten. Einen großen Thcil der Schuld trägt die Negierung. (Fortsetzung folgt.) Zur Judenfrage Lu Norwegen. Bericht der Konstitutionskommiteen, den Vorschlag um Aufhebung des letzten Passus des Par. 2 des Grundgesetzes betreffend. (Mit Auslassung einzelner specieller Referate aus dem Inhalt der Dokumentes (Fortsetzung.) Hiebei folgt: 13) Eine Erklärung von Dr. Fab ins selbst, der dahin geht, daß er mit Verwunderung erfahren, man habe sich auf seine Darstellung der kirchlichen- und Mumcipal-Verhältnisse in Amsterdam in der Art berufen, als stellten solche seine Mitbürger israelitischen Glaubens in ein unvortheilhaftes Licht; daß aber so ihm, wie seinen Worten, Nichts ferner liegen könne. Im Gegentheil, habe er den dauernden und eifrigen Bestrebungen der Juden, das Schicksal der Armen und Leidenden zu mildern, Gerechtigkeit widerfahren lassen, und dieserhalb ihre Einrichtungen,, mit denen anderer religiösen Gemeinschaften verglichen, wo denn die Resultate auf keine Weise für sie ungünstig ausgefallen wären; daß es nicht seine Absicht gewesen, ein Urlheil über die Ergebnisse ihrer politischen Emancipation zu fällen, an deren wohlthätigen Wirkung er nie gezweifelt habe; und daß er unmöglich auch nur habe vermuthen können, man werde seine Bemerkungen auf eine solche Weise misbrauchen. Der oben erwähnte Brief des Ministers Hochs chibel in schwedischer Sprache, Nr. 41, ist gleichfalls durch den fraglichen Bericht des Konsuls Egidius veranlaßt, und geht dahin, daß der Minister während seines kurzen Aufenthalts in Holland keine Veranlassung gehabt, sich nähere Aufklärung über den moralischen Standpunkt, auf dem sich die Inden befinden, zu verschaffen, da er nur ganz kurze Zeit in Amsterdam verweilt; es wolle ihn aber bedünken, als wären die Aeußerungen des Konsuls durch demselben eigends zugesioßene Unannehmlichkeiten hervorgerufen worden, und als könnten sie nicht zur Richtschnur, hinsichtlich gesetzlicher Bestimmungen in Bezug auf diese Nation, dienen. Im Haag befände sich der Detail - Handel, wie auch die Bank- und Geld-Operationen, zum größten Theil in den Händen der Juden, aber dem Minister seien niemals Klagen über sie zu Ohren gekommen; im Gegentheil würden sie in Geldangelegenheiten, als sicher und prompt angesehen, indem sie bei eintreffenden Unglücksfällen immer bereit sind, einander gegenseitig zu Hilfe zu kommen.— Die Kommiteen haben übrigens keine nähere Kenntniß von dem also für unglaubwürdig erklärten Bericht des Konsuls Egidius nehmen können, da der Bezirksrichter Sörensen, dem der Konsul ihn mitgetheilt haben soll, erklärt hat, daß er in Ansehung der beschränkenden Bedingung, hinsichtlich der Benutzung desselben, unter welcher der Konsul ihm solchen zugestellt, sich nicht zu dessen Kundmachung berechtigt halte, und daß nur der Misbrauch einer vertraulichen Mittheilung desselben an den Herrn Büreauchef Wergeland Anlaß gegeben, daß solcher gegen den Willen des Verfassers zur Erwerbung der angeführten Gegenerklärungen habe dienen müssen. C. In deutscher Sprache: Zufolge Storthingsbeschluffes v. 11. Mai d. I. sind den Kommiteen zur Benutzung zugestellt worden: 14) Ein Schreiben an das Storthing, unterzeichnet Cand chir. H. Reichenbach, datirt Altona, d. 22. April d. I., in welchem derselbe sich veranlaßt findet, seine abmah-

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