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Der Orient · 1844-04-02 · Heft 14 (2.4.1844) · p. Seite 112

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 14 (2.4.1844)
Date
1844-04-02
Page
Seite 112 (sequence 15)
Language
German
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112 Punkt, als das Land sich in einer schwierigen Lage befand, ausgezeichnet, sagt der Finanzminister, und der Staatsministec giebt ihnen das Aeugniß, daß sie Vaterlandsliebe und Bürgersinn auf eine Weise an den Lag gelegt hätten, die ihrem Verstände und Herzen Ehre machen, sowie daß sie im Vaterlande als gute Bürger anerkannt, und als solche von der Regierung betrachtet würden: der Kriegsminister bezeugt, daß sie ihre Waffenpflichten in der Natronalmiliz mit derselben Treue wie die übrigen Einwohner des Königreichs erfüllen, und noch außerdem oftmals freiwillig einträten, so daß von ihnen sich viele Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten im aktiven Dienst in den verschiedenen Corps der Armee befänden, und daß ihr Betragen immer lobenswerth gewesen sei u. st w. General Chasse erklärt, daß er eine große Anzahl Israeliten in der Citadelle von Antwerpen, während zweier Jahre unter seinem Kommando gehabt, wo sie Proben von Muth, Treue, Ausdauer und Disciplin abgelegt hätten. Als Mann von Ehre versichert er, daß, käme es noch einmal zum Kriege, er sich glücklich schätzen würde, Lausende dieser braven Soldaten zu befehligen. Der StaaLsrath C. M. van Hall, Vater des Iustizministecs, der sich wie die Uebrigen über die erfreulichen Resultate der vor bald 50 Jahren bewirkten Reform in der Stellung der Juden äußert, berichtet ferner, daß ihm gegen das Ende des vorigen Jahrhunderts die Handhabung des Rechts und der Polizei m Amsterdam anvertraut gewesen, und daß er da vielfach Gelegenheit gehabt, die Israeliten als friedfertige, den Gesetzen und der Obrigkeit untergebene Leute kennen zu lernen. Oftmals habe er sich in der Nothwendigkeit befunden, dieselben gegen den Haß, die Verachtung und die Vorurteile derer, die sich Christen nannten, zu beschützen, aber niemals habe er Anlaß gehabt, Maaßregeln gegen sie selbst zu ergreifen. Die Erfahrungen, die er nachmals in andern Verhältniffen, und insonderheit als Präsident im Tribunal der Hauptstadt gesammelt, hätten Vorstehendes auf's Neue bestätigt, besonders auch, nach dem den minder gebildeten Juden durch Veranstaltung ihrer Glaubensbreüder ein geregelter, sowohl religiöser, moralischer als intellektueller Unterricht versichert worden. Bei Einsendung dieser Dokumente, von einem an den Bezirksrichter Sörensen gerichtete Schreiben v. 19. Maid.I. begleitet, hat der Proponent ferner beigelegt: 11. Ein Schreiben an ihn von dem vorbenannten Advokaten Lipman v. 3. Mai d. I. In diesem Schreiben wird der General Chasse als der niederländischen Krieger, und M. C. van Hall als der niederländischen Staatsmänner Nestor bezeichnet, wie hmzugefügt wird, Letzterer sei ein tiefblickender Rechtskundiger, ein bedeutender Literat, und nehme er den höchsten Rang unter den gelehrten Männer des Landes ein — Beide genössen noch bei Lebzeiten des unsterblichen Ruhmes, den sie auf entgegengesetztem Wege errungen. — Noch sitzt der Advokat Lipman hinzu, die angeführten Dokumente würden zur vollkommenen Widerlegung der Kalumnien dienen, die in dem Bericht des Konsuls Egidius enthalten sein, wie der Werth desselben schon daraus zu ermessen sch daß der Verfasser sich darin wiederholt auf ein Werk des Dr. Fabius berufe, ungeachtet dieser die Amsterdamer Juden höchlich belobe, besonders um der großen Opfer willen, die sie zum Besten der Armen gebracht haben. In Vereinigung hiermit hat der Proponent ferner eingesandt: 12. Ein späteres Schreiben des Advokaten Lipman v. 21. Mai d. I., worin derselbe sich darüber beschwert, daß Herr Egidius seinen Bericht auf keinerlei Beweis stützt, sondern zu glauben scheine, seine Autorität sei an sich schon genügend; so wie auch der Unzulässigkeit, mit welcher Letzterer sich auf das Zeugniß des Dr. Fabius beruft, Erwähnung geschieht. (Fortsetzung folgt.) Personalchrorrik und Mrseellen. Fürst Dolgorucky in seiner „Xotiee sur Ies principales famiiles de la Russie“ (Paris, J843) behauptet, der bisherige Finanzministec Cancrin sei der Sohn eines hessischen Juden. Man wundert sich allgemein, daß Herr Vehr es so ruhig ansiehc, wie die Korrespondenten des Franks. R.-V. Stellen aus seinem Religionsbuche citiren, die sich gar nicht in demselben befinden. Börne und Rüge. Der Jude Börne schleuderte auch in seinen Par. Briefen Blitzstrahle gegen die Trägheit Deutschlands; soweit aber hat er sich nicht verloren, daß er, m der im Christenthum geborene und erzogene Rüge, den deutschen Geist „niederträchtig" gescholten hätte. Mau glaubte, nur der Jude Börne konnte so hart über die Deutschen urtheilen; nun sehet, was euch der Deutsche, derChch Rüge für Komplimente macht! H. L e h r e n 's neueste S ch r i f t ch e n verdeutscht. Die neuesten Schriftchen, welche H. Lehren in hebräischer Sprache zu seiner Vertheidigung unter dem Namen K untrer s Emet me-Erez 1 und 2 herausgegeben, erscheinen so eben in einer deutschen Uebersetzung in Amsterdam, cmg(- fertigt auf Verlangen Lehren's von Schal om Ko Heu. Das erste Heft dieser Schrift wurde bereits im LB. auszüglich in deutscher Sprache mitgetheilt. Ueber das zweite wist nächstens eine Kritik folgen. Verlag von C. L. Fritzsche. Druck von I. H. Nagel.

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