Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1844
- Issue
- 13 (26.3.1844)
- Date
- 1844-03-26
- Page
- Spalte 205-206 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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305 206 Studien. Ueber die Sekte Min. Sekte vorführt, ist R. Gamaliel, das ^Oberhaupt der Jamnensischen Schule, in der bekannten D\mT n:rü/- Be rach o t 28 d. Dieser Rabbi lebte gegen das Ende des ersten Jahrhunderts der christlichen Zeitrechnung, wo also die christliche Sekte schon Ausdehnung und Konsistenz in einem ansehnlichen Grade gewonnen hatte und gewiß die Aufmerksamkeit der bedeutendsten Männer jener Zeit auf sich gezogen hat. Daß aber R. Gam. Umgang mit Anhängern des neuen Bundes hatte, erhellt aus Sabbat, 116, wo der — nicht ipTO oder — bekanntlich eine Stelle aus dem neuen Testamente anführte. Die aus eben dieser Seite angeführten COT D’OV'^n wären also christliche Begründungsschriften, gegen welche sich die Heftigkeit des hitzigen R. Lryphon mit der Angabe des Grundes 'ei pnpD) pDD ibbn leicht erklären läßt. Ueberhaupt ist es nicht leicht denkbar, daß die Iudenchristen, namentlich in der Periode ihres Entstehens und Aufblühens, der Aufmerksamkeit der Hauptschule in rUD1 und deren Filialschulen entgangen sein sollten. Wie sollte der mit vielen Kenntnissen ausgerüstete Akiba keine Notiz von den Judenchristen genommen haben! Zwar haben wir, meines Wissens, wenn nicht in der Mischna, Abschn. Chelek statt MOT nDDD N*i»pn pN die Worte nDD zu lesen wäre, von Akiba keinen direkten Ausspruch gegen und über die DOT, d» h. nach unserer Meinung über Judenchristen oder die christliche Sekte z allein wir glauben doch eine Anspielung auf diese Sekte in der Mischna, Ende Jo m a, zu erblicken, wo es heißt: bNltan DDnWN NU'pj; '~i TN DDBOP 1JDN DDDN VIBD '»Ol D3flN nilDD DHN 'D Msb 'D) 'DNJfitf* Dieser Ausspruch des Akiba scheint uns gegen die christliche Taufe gerichtet zu sein. In den.Worten DD’HttfN liegt eine prinzipielle Auffassung des Judentums , im Hinblick auf in andern Religionskreisen geltende Grundsätze und hier sehr wahrscheinlich im Hinblick auf die christliche Sekte, in welcher die Taufe der Proselyten als Reinigung für die frühern Sünden galt. Die Wörter WIN sind hier eine wohlangebrachte Reminiscenz aus der Redeweise der Evangelien. — Nach dieser Auffassungsweise erklärt sich auch die etwas befremdende Herbeiziehung dieser Stelle, an jenen Ort, wo sie nicht hin zu gehören scheint ")z allein da Lm Judenthume der Jom Kippurim die Kraft der Sündenreinigung besitzt, so paßt der Ausspruch des Akiba recht wohl, dahin. Die Stelle in Gittin, 4L d, wo es heißt: -)DD TDK/ p jWBpj JDm m TN 'Dl pW» rnm, wo das Wort p2pg eine alteUeberlieferung anbeutet und dem TJ entgegengesetzt wird, scheint ebenfalls unserer Hypothese das Wort zu reden 2 3). Andere Stellen im 2) Vergl. Geiger in der Wissenschaftlichen Zeitschrift, Bd. V, Heft L, Seite 61, in der Anmerkung. 3) Vergl. Chulin 13, wo zwar die Barajta, aber nicht alles Andere für unsere Annahme zu sprechen scheint, was stch wohl daraus erklären läßt, daß viele Lehrer keine klare Vorstellung von hatten. Ueberhaupt werden sich für lügend eine Erklärungsweise des Wortes p und dessen Be- Talmud wie in Rösch Ha-Schana u. s. f. sprechen wenigstens' nicht gegen unsere Meinung. Nun wollen wir aber eine Stelle aus Aboda Sara, 4 anführen, welche im Zusammenhalt mit einer Stelle im Midr. Rabba zu Gen. gar sehr für die Wahrheit unserer Hypotheje spricht. In Aboda Sara heißt es: ',p2w nid dini ntd td wb itn 'n inb n^n^D piro rpb noN htok/n “in ndi^ , no^m nddd rpb cob npDN p by n^NNn ninDWD ÄQ Tipp ddhn pn rpb p'DD rraro not rpb nw ]nd orpnuiy b hn Npi rpTD ntpd rpb td Nbi inb tn Nbi pw« innjmo w in!? tn wrom ihdn 'n ndn rpb nyso mb tn nih bru mta -jb htn iNbi rpb don rpb kt rpb ^tn üb tn wpD wra Db tnh ■jwedn pzn jddji P'Hdkh pN mb tn jirpynm jidn 'Dl POT Nb 1HPN pJOTJ, Es geht also aus dieser Stelle hervor, daß, da 7nrsN* 'n bekanntlich ein palästinensischer Lehrer war, die cwe ihren Sitz in Palästina ^) hatten — was ebenfalls für unsere Meinung spricht — und daß irnN 'n gewissermaaßen theologische Kontroverse mit denselben hatte. Nun vergleiche man Midrasch Rabba zu Genef,, 25. wo cs heißt: H nON lmx 'i? hm D’J’DH moNj b n^> b“n * •pjrb nrpo pxsiD ün px •jew byc> -pjm n npb dtti d ]!?nb idnji nn’pb jjo idnoi nri'p^ jnd “)Onj ptnn nriN nn^p1?1? on erb idn hd1 NDinjn i'a nono hn po npb uw 1D3N '■) p’ü/n. Es ist kein Zweifel, daß die hier dem ein Argument für die Himmelfahrt Christi aus den Büchern Mosis vorführen, indem sie dem Worte npb bei Chanoch mit Bezugnahme auf den Vers bei der Himmelfahrt des Elijahu nicht den Sinn des physischen Todes, sondern des Entrückens unterlegen, welche Meinung aber V'DN durch Herbeibringung eines andern Schriftverses entkräftet^). Daß man aber schon in den Zeiten des Talmuds über Sinn und Bedeutung des Wortes p, sowie über die mit diesem Namen bezeichnete ketzerische Sekte im Undeutung schwerlich alle Stellen des Talmuds genügend erklären lassen. 4) Diese Stelle spricht gegen die Annahme, daß unter die Manichäer zu verstehen wären, da die Manichäer ihre Ausbreitung in Persien hatten und dem Babylonier n°0D Dn bekannter gewesen jein mochten, als dem Palästinenser TON 'n. 5) Ich kann nicht umhin einige Stellen aus dem M. R. anzuführen, welche eben von irDN tm\ herrühren, die einigen Bezug auf das hier Erörterte zu haben scheinen. Im Midrasch Rabba zu Exod. 29 heißt es: “iDN "pbN n DJN p IN HN IN DN lb *]b?D DT) “OT ^üb b^ö 1H3N pnN ’JN) DN ^b pNK/ pi£/Nn v)N PP^N DDprnDN ]2 '•b pNt£f D^nbN pN n^b^Dl nN P pN^. Nach einer tiefem Auffassung ließe sich dieser Ausspruch so erklären. In der griechischen -Religion hat Gott einen Vater — Jupiter stammt von Saturn — in der persischen hat der Gott einen Bruder — Ormuzd den Ahriman — und in der christlichen hat Gott einen Sohn. — Eine andere Stelle in Midrasch R. zu Levlt. 9. lautet: m 1 n 2 n ->"n D’n!?N UNIX 'di bzi inyiK,iE' niNipcn jd -INX.