Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1844
- Issue
- 12 (19.3.1844)
- Date
- 1844-03-19
- Page
- Spalte 189-190 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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189 Lit. Nachrichten und Miscellm. — Kritiken. Kurze Anzeigen 190 als einen Mann dieses Namens gege geben. In Nemuke Jos. zu Hilch. Zizit, 78 b (ecl. Wien) führt R. Jom-Lob b. IC. (NDün) eine Meinung des R. Jona und die entgegengesetzte des R. Jona, Schülers des R. Mose b. Sekwr, an. Jenerv R. Jona ist wahrscheinlich identisch mit dem von R. Jom - Lob b. A. oft cilirten R. Jona Cbasid und dem von Bechajicitirten R. Jona ha-Kadosch, welches letzte wohl nicht auf ein Märtyrerthum, sondern nur auf einen heiligen Lebenswandel hinweist, wie denn auch Alfasi von seinen Verehrern oft so genannt wird. (ek. Milch. Bab. Batra, 164 b). Aus R..Jona (eigentlich : Schüler des R. Jona) zu Alfasi, Berach.,4b, wo M. b. N. und sein Verwandter R. Jona citirt werden, während der eigentliche Kommentator immer nur schlechtweg genannt wird, geht hervor, daß dieser ein anderer R. Jona war. Jener ist wohl — will man anders die R. Jona's nicht ohne Grund vervielfältigen — identisch mit jenem R. Jona Ha-Kadosch, so wie dieser mit dem R. Jona, Schüler des R. Mos. b. Sen. Die oft vorkommenden „Schüler des R. Jona" sind wahrscheinlich die Schüler des Kommentators, dessen Kommentar ebenfalls von den Schülern zusammengetragen worden. Jedenfalls beweisen die von Hrn. R. herbeigebrachten Citate aus Schit. Mek. nichts für den dem M. b. N. verwandten R. Jona. Siebeweisen aber, so wie auch das Citat ausNem. Jos., überhaupt nicht, daß der dort erwähnte R. Jona,Schüler des R. Sal. v. M. sei; sie scheinen gerade das Gegentheil darzuthun, indem, wenn R. Jon., Schüler des R. Sal. wäre, es heißen würde: R. Jon., oder mein Lehrer sagt im N. seines Lehrers R. Sal., welches Verhältniß von Schit. Mek. und N. Jos. stets angegeben wird, wohingegen das bloße Anführen und Erhärten von Meinungen Anderer noch nicht das Discipulat erweist. Jener Schüler des R. Salomo v. Montp. aber war höchst wahrscheinlich ein dritter, wenig bedeutender Jona, der die grausame Strafe der Zungenausschneidung mit seinem unglücklichen Lehrer erlitt und keinerlei Schriften verfaßte. B. Mauksch. Literarische Nachrichten und Miseellerr. Das arabische Original von den Chobot Ha-Lebabot. Ein von Paris kommender Gelehrter theilte mir die interessante Nachricht mit, daß Herr Kohn aus Presburg, der in Paris lebt, in der königlichen Bibliothek zwei arabische Handschriften der OjJjilf aufgefundm habe. Die beiden Handschriften sollen so sehr won einander abweichen, daß sie Hr. K. für zwei Redaktionen desselben Werkes hält, und zwar für eine frühere und spätere. — Es ist nun möglich, daß Kimchi, der in seiner Uebersetzung der Ehobot Ha-Lebabotviel kürzer als Libbon ist,") eine andere Redaktion vor sich gehabt habe. — Hr. K. behauptet, wie der Gelehrte mir sagte, daß die Libbon'sche Uebersetzung sehr ungenau sei, und beabsichtigt, das arabische Original herauszugegeben. Möge er die nöthige Unterstützung finden! A. Ink. Kurze Anzeigen. 15) Die Samson'sche Freischule zu Wolfenbüttel. In ihrer Vergangenheit und Gegenwart geschildert von Dr. Philipp Ehrenberg, zweitem ordentl. Lehrer an der Samson'schen Freischule. Leipzig 1844. 8. C.L.Fritzsche. Diese ' treffliche Geschichte einer Schule, in der unsere Zunz und Jost gebildet worden sind, ist den Lesern aus diesen Blättern bereits bekannt. Wir wollen daher bei der Anzeige dieser Schrift blos den Wunsch aussprechen, daß sie die Lehrer an öffentlichen Schulanstalten veranlassen möge, die Geschichte ihrer Wirkungskreise mit derselben Genauigkeit und in gleicher Uebersicht zu veröffentlichen. Solche Monographien sind Bausteine der Kulturgeschichte. A. I. 16) Die Genesis des Judenthums. Von Dr. Karl Christian Plank. Ulm, 1843. 8. Wagner'sche Verlagsbuchhandlung und Buchdruckerei. Lassen wir vor Allem den Verf. selber über die Anlage und Tendenz dieser durch das Streben der neuern Zeit, die natürliche Entstehung und Entwickelung der ersten monotheistischen Religion zu begreifen, hervorgegangenen Schrift, sprechen; doch müssen wir dem Leser gleich bemerken, daß er es hier nicht mit jener krassen, auf Blut und Mord es absehenden Auffaffungsweise von Da um er und Gh illa ny zu thun hat. „Was die vorliegende kleine Schrift zu geben beabsichtigt, das sind weder Forschungen auf dem Gebiete der äußeren Kritik, noch sind es auch neue Entdeckungen und Kombinationen auf dem Felde der mir der israelitischen Religion verwandten orientalischen Religionssysteme — obwohl der Verfasser auch in dieser letzteren Hinsicht auf einige bisher nicht beachtete Punkte hingewiesen zu haben glaubt. — Das Ganze ging vielmehr hervor aus dem Bedürfnisse einer in allen ihren Theilen konsequenten Betrachtungsweise der alttestamentlichen Religionsgeschichte, wie sie nach der Ansicht des Verfassers auch durch die neuere Kritik noch keineswegs hergestellt worden ist. Es betrifft dies vor Allem die Auffassung des Mosaismus, aber auch die vor- und nachmosaische Zeit, und die ganze Stellung des Judenthums zu dem übrigen orientalischen Religionskreise. Den Grundgedanken des Ganzen hat der Verf. in der Schlußübersicht ausgesprochen: es ist der, daß das Judenthum die eigentliche Konsequenz des orientalischen Geistes sei. Dagegen ist der kritische Aus- ’) Vergl. die vorige Nummer des L. B. des Orients.