Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1844
- Issue
- 12 (19.3.1844)
- Date
- 1844-03-19
- Page
- Spalte 177-178 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Meratnrblatl des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. J\fi 12» Leipzig, den 19. März 1844« Inhalt. Literatur-Berichte. Berlin. — Studien. Jdentisicirung des Landes Gosen durch hieroglyphische Nachweisungen. Von I. C ul lim o re. Zur neuesten Geschichte der jüd. Gemeinde zu Berlin. (Forts.) Zucker am Pesach, eine kasuistische Untersuchung. Von K—m. - Literarische Anal ekten. Elija-Lied. Ueber Jona, Schüler des R. Salomo v. Montpellier. Von B. Mauksch. — Liter. Nachrichten und Miscellen. Das arab. Original von den Chobot Ha-Lebabot. Kritiken. Kurze Anzeigen. — Lit. Ankündigungen. Literatur - Berichte. Berlin, 14. März. Die seit diesem Jahre eröffnete Rubrik „Literatur-Berichte" in Ihrem geschätzten Blatte bietet die beste Gelegenheit, das Publikum auf die in Aussicht stehenden literarischen Erscheinungen aufmerksam zu machen, welche Gelegenheit ich auch, mit Ihrer Erlaubniß, zu benutzen suche. Hr. Dr. Hirschfeld, bekannt durch seine „halachische Exegese", wird bald den zweiten Theil, der die „hagadische Exegese" umfaßt, der Presse übergeben. Es wäre zu wünschen, daß die Darstellung deutlicher und minder verschroben seinmöchte und daß dieHegel'sche Terminologie, die auf diesem Gebiete am Unrechten Orte ist, wegbliebe. Auch soll dieser Gelehrte an einem wichtigen Werke: „Ideen zur Neligionsphilosophie" arbeiten. — Ein bedeutendes Werk haben wir von dem geistreichen Bearbeiter von „Kohelet" zu erwarten. Hr. Dr. Herzfeld ist nämlich mit einer Geschichte der Israeliten vom ersten bis zum zweiten Tempel beschäftigt. Diese Periode ist durch die vielen Sekten, welche während derselben entstanden sind, allerdings sehr wichtig. Jdentiflcirung des Landes Gosen durch hieroglyphische Nachweisungen. Bon I. Cullimorey. Es dürfte Ihren biblischen und geistlichen Lesern interessant sein, zu vernehmen, daß die neuesten egyptischen Ent- 'r) Aus der Literary Gazette. deckungen die mosaische Geschichte eben so sehr als die von Manetho, wo nicht noch mehr, berühren, indem sie uns das wahre Land Gosen, das bisher räthselhast gewesen ist, die wirklichen Arbeiten der Israeliten, und die wirklichen Pharaonen, welche dieselben in Schutz genommen oder verfolgt haben, eben so bestimmt Nachweisen als die Erbauer der Pyramiden und des Labyrinths. Das Labyrinth des Fayum oder Phi-om — des See's —* ist sichtlich die Schätzestadt Pitom's, welche die gefangenen Israeliten in dem Lande Gosen haben bauen müssen, gewesen. Es hat nach Herodot's Beschreibung aus zwölf Hallen oder Palästen bestanden (in Übereinstimmung mit derselben Zahl von Stämmen), daher er es in die Zeit der zwölf Könige und des Psammetichus, in das sechste Jahrhundert vor Christo, und lange nach dem Zeitalter des Dä'dalus, der es kopirte, verlegte. Es enthielt 3000 Gemächer, 1500 über der Erde, für Pharao's Hof, und 1500 unter der Erde, die als Schatzkammern gedient haben werden. Es ist in den acht Jahren der gemeinschaftlichen Regierung des Lacharis oder Osirtesen's III. und Amenemes oder Amonemke 111., 1554 bis 1562 vor Christus, gebaut worden, wie es die wahre Chronologie der Monumente, mit den astronomischen Daten des Chronicon Vetus oder der alten egyptischen Chronik verglichen, eine Beschreibung, die älter als die Manetho'sche ist, angiebt, und die in jeder Hinsicht mit dem original-hebräischen Text des Pentateuchs übereinstimmt, welcher ebenfalls in Egypten durch einen Mann, „der in aller Weisheit der Egypter bewandert war," geschrieben oder begonnen worden ist, daher ein solche Uebereinstimmung auch nicht als auffallend erscheinen kann. Das Labyrinth vom Phi-om oder von der Schatzkammerstadt von Pitom ist mit anderen Worten ungefähr 73 Jahre nach dem Tode Josef's, d. h. 1635 Jahre vor Christus, 12