Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 9 (27.2.1844)
- Date
- 1844-02-27
- Page
- Seite 65 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Fünfter Jahrgang Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen löbl Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr» für Mische Geschichte und Literatur. Herausgcgeben von Vr. Julius Fürst» Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnetzwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 0> Leipzig, den 27. Februar_1844» Inhalt. Orient. Trieft. Jüd. Familien reisen nach Jerusalem. Konftantinopel. Die Juden auf M arm ora. Frankfurt a. M. Zur Geschichte der Lebren'schen Verwaltung. Franks, a. M. Schreiben aus Jerusalem. Franks, a. M. Die Juden in Palästina — Deutschland. Tübingen. Der christliche Staat Nassau. Die Standeversammlung. Berlin. Der Kriminalaktuar Thiele. Königsberg. Ueöer Ghillany. Frankfurt a. M. Die Veschneidungsfrage. Vom Main. Schreiben an Rothschild wegen der russ. Grenzbewohner. A'ntwort. Franks, a. M. Unverschämtheit des Reformvereins. — Oesterreich. Von d. oft. Grenze. DerJudeneid. Preßburg. Der Gemeindevorftand u. d. Rabbi. — Moldau u. Walachei. Braila. Verhaftung vieler Juden.Zur Geschichte der Juden in der Moldau u. Walachei. — Personalchronik u. Miscellen.—LB. d.Or. Orient. Trieft, 28.' Jan. Unsere Blätter bringen die Nachricht aus Beirut, wohin man von hier aus in kaum 8 Tagen gelangt, daß recht viele jüdische Familien dort aus Europa angekommen seien, um von da über Jaffa (Jafo) nach Hebron und Jerusalem zu reisen, und sich dort in dem Lande der Vater anzusiedeln. Durch unsere Stadt, wo die Ueberfahrt so wohlfeil und leicht ist, gehen im Ganzen nur wenige jüdische Familien dahin, was gewiß zu bedauern ist, da bei der dort herrschenden Ruhe von Seiten der Regierung für manche durch bürgerliche Verhältnisse bedrängte Glaubensgenoffen dort eine paffende Zufluchtsstätte wäre. Konftantinopel, 24. Jan. Die angeklagten Juden von der Insel Marmorn*), bei welcher Gelegenheit die griechischen .Bewohner im Sinne hatten, die Scenen zu Damaskus zu erneuern, sind nun freigesprochen. Der englische Gesandte hat sich ihrer sehr kräftig angenommen und sein Dragoman hatte den Auftrag, den Beklagten bei der Proceßführung beizustehen, und er war in der That ihr Dolmetsch, so daß Eingriffe in den Lauf der Gerechtigkeit nicht Vorkommen konnten. Durch die humane Mitwirkung der Diplomatie wird dieses Gespenst schnell verschwinden. Frankfurt a. M», 23. Jan. Ueber den Jammerbrief aus Jerusalem, der mir am 20. d. M. zugel. Nr. 52, v. I. kommen, erstattet Ihnen Hr. Kirchheim einen kurzen Bericht. Wir leben wahrlich in einer traurigen Aeit, wenn es einem einzigen Manne, blos weil ec reich ist, hingeht, sich fortwährend solche schreiende Gewaltthätigkeiten und Ungerechtigkeiten gegen die Armen zu erlauben. Mein Korrespondent war Zeuge, wie gegen Ende Oktobers v. I. in Einer Woche drei Personen auf Befehl Pin zker's in Jerusalem körperlich gezüchtigt wurden. Und diese drei Personen sind anständige, redliche Bürger. Ich muß Hrn. Lehren nochmals dringend zurufen: „Nmn bw , Hin bi o bn bm bx Dyn yy 'n o J-iytco uy" rc. — Ferner: Was soll denn das heißen, daß im Orient Nr. 3 nun auf einmal Hr. A. (Akiba) Lehren als der ,,Präsident" rc. auftritt? Sollte Hr. Lehren sich so sehr als den E igen th üm er der Nastwürde und der Palästinaspenden betrachten, daß er sich sogar auch noch das Recht anmaaßt, solche ohne Weiteres weg zu schenken, und zwar .an seinen Bruder? Wenn auch weiland der Graf von Naffau die holländische Krone ohne Zuziehung der Generalstaaten bei seinen Lebzeiten an seinen Sohn übergab, so muß doch Hr. Hirsches Lehren, wenn er sein.Sceptec niederlegen will, abwarten, bis die Kontribuenten ihm einen Nachfolger ernennen — und er muß in die Hände dieses Nachfolgers Rechnung ctblegen Die Herrschast über die Armen Palastina's ist nicht erblich in der Familie Lehren! — Heute erhielt ich abermals ein Schreiben von einem Mitgliede der aschkenasischen Gemeinde zu Jerusalem, einem Manne, den wir persönlich 9