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Der Orient · 1844-02-20 · 8 (20.2.1844) · p. Spalte 125-126

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
8 (20.2.1844)
Date
1844-02-20
Page
Spalte 125-126 (sequence 7)
Language
German
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125 126 Kritiken. Kurze Anzeigen. Anhang III. Bestimmungen für die Aufnahme neuer Zöglinge. Jur Aufnahme als Freischüler fähig ist jeder jüdische Knabe, der das neunte Jahr erreicht hat, körperlich und geistig gesund ist, Deutsch und Hebräisch gut lesen kann und sich als arm erweist. Doch haben die Verwandten der Stifter unbedingt den Vorzug vor allen Andern, je nach dem Grade der Verwandtschaft; sonst gelten die ältere Meldung, die größere Arnutth, zahlreichere Familie, Verwaisung und Mangel an Gelegenheit zum Unterrichte als vorwaltende Rücksichten. Die Angehörigen wenden sich an den Inspektor, welcher die genau aufgeführten Namen und das Alter der Knaben nebst den Gründen für die Aufnahme in ein Buch (die Expektanten-Liste) einträgt, die Meldungen halbjährlich der Administration zusendet und bei vorkommenden Vakanzen (meist zu Michaelis) die Nächstberechtigten zur Aufnahme vorschlägt. Wenn nicht besondere Zufälle eintreten, erhalten die Angehörigen 2—3 Monate vor dem Schluffe des.Schuljahres eine Aufforderung, die zugelassenen Knaben mindestens 6 Wochen vor dem Beginne des neuen Kursus dem Inspektor zur Prüfung vorzustellen und einen ärztlichen Gesundheitsschein mitzubringen. Steht der Aufnahme Nichts im Wege, so haben sich die Knaben pünktlich zur bestimmten Zeit einzusinden und müssen mit einer kleinen Aussteuer versehen sein, die mindestens in folgenden Gegenständen besteht: 1. Zwei vollständigen Anzügen von Luch (Igcke oder Rock, Beinkleid, Weste und Mütze), den einen für Sabbate und Feiertage, den andern zum Gebrauche im Hausern), nebst Arba Kanfot. 2. Zwei Paar guten Stiefeln oder Schuhen. 3. Sechs Paar neuen Strümpfen, ebenso viel Hemden und Laschentüchern. 4. Einem elfenb. engen und einem weiten Haarkamme. 5. Einem guten hebräischen Gebetbuche. 6. Geburts- und Pockenimpfungsscheinen. Kurze Anzeigen. 6) Das weiße Buch. Für die Juden nicht blos in Hamburg. Von F. Christians (Christian Feldmann). Kiel, 1843. 8. Bünsow. 7) Beleuchtung der Broschüre: Das schwarze Buch für Christ und Jud' von B. Carlo. Von Dr. Gallois. Hamburg, 1843 8. Moritz Geber. Ein gemeines Subjekt mit noch gemeinern Prädikaten, ein gewisser B. Carlo, trat in die Schaar der Judenfeinde 111) Außerdem sind Sommerkleidung und sog. Kittel sehr erwünscht. als Volontär, und um den Ritterschlag zu erlangen, gab er, unter Mitwirkung einiger ihm Ebenbürtigen, ,,das schwarze Buch für Christ und Jud'" heraus. Ein Opus seines Verfassers schwarzen Gemüthes ganz würdig. Die alten abgedroschenen Gründe gegen die Judenemancipation hat Hr. Carlo in einen schwarzen Umschlag gehüllt und sie seinen Hamburger Mitbürgern an's Herz gelegt. Hr. C. ist aber auch Orientalist; nicht weil er mit seiner Humanität im Orient steht, sondern weil er Stellen aus Bibel und Lalmud citirt, die den Haß der Juden gegen Christen darthun. So z. B. schreibt Hr. C., die Juden hätten die Grundsätze: Toas goi Mütter und Tof sehebagoiim harok. Die Herren gelb mann und Gallois haben nun in den angezeigten Broschüren die Vertheidigung der Juden übernommen. Müssen wir auch diesen beiden Herren unfern herzlichsten Dank aussprechen, so geschieht es nicht wegen des Neuen, Lreffenden und Schlagenden — was überhaupt bei den zahlreichen Schriften, die für die Emancipation geschrieben worden, fast unmöglich ist — sondern wegen der biedern Gesinnung, die sie geäußert und die, als von Christen ausgehend, ihre Wirkung nicht verfehlen kann. Unsere Zeit ist eine Zeit des Kampfes: die Edlern kämpfen für das Menschenthum, die Schmutzigen werfen mit Koth um sich. 8) 2'20 oder Landeskunde von Kenaan nach ' der Stamme'seintheilung; zunächst für israelitische Schulen bearbeitet von I. Gans, Lehrer der israelitischen Jugend zu Büren. Nebst einer Charte. Paderborn, 1843. 8. L. D. Winkler. (VIII. unb 76 S,) Seitdem ein neuer Geist in die jüd. Schulen eingezogen ist, haben tüchtige Schulmänner die Ausarbeitung passender Schulbücher für einzelne Lehrgegenstände übernommen. Doch mit Recht klagt der Vers., in Betreff der Geographie, daß es betrübend ist, wenn „unsere Jugend in der Regel weit mehr von Sparta, Athen, Karthago u. dergl. zu erzählen weiß, als von Jerusalem, Schomron, Moria rc." Eben so richtig ist, was der Vers, als Grund dieser Vernachlässigung angiebt: „Das kommt aber von der kahlen, trocknen Behandlung des Lehrstoffes von Seiten der Lehrer, wie es leider früher, mit weniger Ausnahme, in fast allen jüdischen Schulen war, und in vielen, sehr vielen noch heut zu Lage ist". Auch muß noch hinzugefügt werden, daß es bis jetzt an einem paffenden Buche fehlte, das den Schülern in die Hände gegeben werden konnte. Die öffentlichen und Privatlehrer müssen daher Hrn. Gans für die Ausarbeitung dieses Buches dankbar verpflichtet sein, und hatten wir auch in der Angäbe der benutzten Quellen das geographische Werk ^np fHN von Kaplan (bei C. L. F r i t tz sch e in Leipzig zu haben) und die ersten zwei Jahrgänge dieser Zeitschrift nicht gerne vermißt und bei den Eigennamen der Städte rc. die Hinzufügung der Bedeutung und der gegenwärtigen Namen — wobei Robinson und S m i t h' s „Palästina" benutzt werden konnte — gewünscht, so verdient doch dsese Schrift in ihrer Gestalt, in jüdische Schulen eingeführt zu werden. Ein übersichtlicher Inhalt derselben möge die

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