Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 7 (13.2.1844)
- Date
- 1844-02-13
- Page
- Seite 50 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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50 nx ttnrvi n:mm nmn bis nyDao ioy b nx n'pD n3i ibx .npiPDjm nt^o (rann); (gez.) Moses Montefiore« Sr. Wohlgeboren Herrn L. H. L ö w e n st e i n in Frankfurt a. M, (Beschluß folgt.) Frankreich. LHSN, 1. Februar. Der Rektor an der hiesigen Universität besuchte vor Kurzem die Mädchenschule und wollte — horribile dictu —> 18 Schülerinnen aus der Schule weisen, weil sie Jüdinnen seien! Die Regierung und die leitende Direktion wiesen dieses echt katholische Ansuchen ab. Deutschland. Posen, 1 Febr. Die Redaktion unserer Provinzialzeitung liefert in der gestrigen Nummer einen Aufsatz, der überschrieben ist: „Statistische Uebersicht der im Laufe des Jahres 1843 in der Stadt Posen vorgekommenen Geburten, Todesfälle und Trauungen", und gleich am Eingänge desselben bemerkt der Redakteur, daß dieser Aufsatz nur auf die christlichen Konfessionen Rücksicht nehme, da ec von den 6. 10,000 Seelen starken israelitischen Gemeinde die nöthigen Materialien zu einer ähnlichen Uebersicht nicht erhalten konnte. Unsere Posener Zeitung giebt alljährlich eine solche statistische Uebersicht und nie konnte sie, wie sie vorgiebt, von den Juden das nöthige Material erhalten; da aber bei der Regsamkeit und dem Streben unseres Vorstandes, der sogar in Bezug auf Oeffentlichkeit den Stadtceprasentanten als Muster zu dienen vermöchte, diese Fahrlässigkeit höchst unwahrscheinlich ist, so wird hiermit Hr. G. Müller, der Redakteur, ersucht, in seinem Blatte genau angeben zu wollen, von wem aus der jüdischen Gemeinde er diese Mittheilungen mit Recht erwarten durfte, und wo die grenzenlose Nachlässigkeit läge, damit die Oeffentlichkeit das Ihrige zur Beseitigung dieses Misstandes thun könne. Denn obwohl die „Zeitung des Großherzogthums Posen" uns als den Israeliten nicht freundlich bekannt ist, so zweifeln wir doch keinen Augenblick, daß es. mit der Aussage der Redaktion seine Richtigkeit habe. Es wäre auch zu wünschen, daß dieses unser Provinziat- Blatt sich über die Maaßregeln gegen russische Grenzjuden ausfprache, was um so wünschenswerther ist, als die Redaktion durch die Nahe des Schauplatzes gut unterrichtet sein kann. — Bei Gebrüder Schecck hier (Buchhändler isr. Glaubens) ist das Schulbuch erschienen: „Eie Toiclot Eene Jisrael oder biblische Geschichte für Schulen", und da der Ladenpreis nur 5 Sgc. betragt und überdies der Verfasser ein guter Schulmann sein soll, so wird es gewiß für Schulen verwendet werden. Es ist übrigens zu verwundern, daß im Ganzen für den jüdischen Schulbedarf so sehr wenig in unserer Provinz erscheint, obgleich schon seit langer als 25 Jahren regelmäßige Schulen allenthalben eingesührt sind. Der Grund scheint theils in den buchhandlerischen Verhältnissen der Provinz, theils in dem geringen Grad von Intelligenz der Lehrer zu liegen. — Der Artikel in Nr. 4 dieses Mattes über den Landtagsabschied, wo die polnisch-nationalem Verhältnisse mit sehr scharfen Worten geschildert werden, hat hier vielfaches Aufsehen erregt, und wenn von Seiten der Polen keine Replik erfolgt ist, so liegt dieses in ihrem nationalen Egoismus, der sie stets verächtlich gemacht. — Die angebliche Fürsprache für die russischen Juden, welche den Wollsteiner und unfern Rabbiner zur Reise nach Berlin bewogen haben soll, wird, wie man allgemein glaubt, ohne Resultat bleiben; es ist schwerlich eine Möglichkeit auf diesem Wege etwas für die Unglücklichen zu thun; da Rußland bei Juden, nämlich bei Lilienthal und Vary, die Billigung seiner Maaßregel findet. Königsberg, 29. Jan. Ich habe die Leser dieses Blattes mit dem elenden Machwerke des unwissenden und geistlosen B. Vary aus Mit au, „die Emancipation der Menschheit" genannt, bis jetzt aus dem Grunde verschont, weil ich unmöglich glauben konnte, daß diese Erbärmlichkeit noch einiges Aufsehen machen könnte. Jndeß was dieser Windbeutel als Jude nicht vermocht, das hat er als Judenchrist und Getaufter erlangt, und selbst als solcher ist es ihm nur dadurch gelungen, daß er sich zum Spion und geheimen Agenten der russischen Behörde hingegeben. Seit sechs Jahren trieb sich nämlich dieses Subjekt, welches aus einer polnischen jüdischen Schule nach Preßen herübergelaufen, in Deutschland und zuletzt auch in Frankreich umher, von Bettelei und Almosen lebend, ohne auch nur das Geringste zu erlernen*). Da man allgemein wußte, daß er nicht einmal grammatisch richtig deutsch schreiben konnte, so hat man natürlich auf sein Bächlein, daß ihm nur einer zum Drucke übergeben haben konnte, keine Rücksicht genommen; nicht. wegen der Judenfeindlichkeit der Gesinnung, die sich darin aussprach, da man wußte, daß es ihm nur um Aufsehen zu erregen zu thun war, sondern wegen der Erbärmlichkeit des Buchs selbst. Da er aber jetzt sein Buch, wie sich selbst, Rußland angeboren, das ihn als Judenfeind gern unterstützt, so ist es Pflicht, daß der russischen Regierung Aufschluß über ihre Wahl gegeben werde. Die russischen Juden scheinen *) Der Red. erinnert sich noch seines Besuches, als man ihn, ich glaube auf den Schub, von Frankreich zurückschickte; unreinlich und schmutzig, war er auch sittlich im höchsten Grade ausgeartet. Red.