Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1844-02-06 · 6 (6.2.1844) · p. Spalte 95-96

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
6 (6.2.1844)
Date
1844-02-06
Page
Spalte 95-96 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/8555529-9890798-9890804--3425-3530072
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

95 Literarische Ankündigungen, diesseitiger Israeliten, diesem Unwesen cntgegenzuarbeiten und die heilige. Pietät, die wir zu dem Lande, das die Gebeine unserer Vorfahren birgt, haben, müssen wir auch auf dessen Bewohner übertragen, und wir dürfen daher nicht zugeben, daß der Abfall selbst eines faulen Gliedes durch versagte Hilfe uns zum Vorwurf gereiche. Aber nicht durch Verbreitung antichristianischcr Schriften, wie z. B. das Buch Chisuk Emuna, welches der edle Montesiore auf seine Kosten in Jerusalem auflegen läßt (I. Intell. Nov. Heft S. 382), wird 9(j diesem Unwesen gesteuert, sondern einzig und allein durch Erbauung eines Hospitals und Gründung eir ner Schule in Jerusalem. Wenn das Elend gemildert, die Intelligenz gehoben und Bildung und Gesittung im Volke Wurzel fassen werden, dann wird die englische Mission in Palästina eben so unbeachtet bleiben wie sie es in Deutschland ist, und zu ihrem hebräisch - christlichen Gottesdienst wird sie dann auch in Jerusalem kaum Minjan herbeischaffen könne». K — m. Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichlt und Literatur betreffen, gegen l£ Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. Aufforderung. Die Stelle eines Kantors und Hebraischlehr ers, welche blos einige Stunden des Tags in Anspruch nimmt, und einen fixen Jahrgehalt von 300 fl. abwicft, ist in hiesiger Gemeinde vakant. Musikalisch gebildete Bewerber, welche über Fähigkeit und Betragen genügende Zeugnisse beibringen können, wollen sich in portofreien Briefen an den Unterzeichneten wenden. Alzey, den 10. Januar 1844. Für den Vorstand der israelitischen Religionsgememde dessen Präses Belmont. Erklärung. Eine'Aeußerung des Hamburger Korrespondenten in einer der letzten Nummern dieses Blattes nöthigt mich zu folgender Erklärung. Wenn es darin heißt, daß ich für und gegen den Reform-Verein geschrieben, und zwar zu gleicher Zeit, so ist dies eine eben so unwahre als lächerliche Behauptung, die.nur deswegen zu entschuldigen ist, weil der Korrespondent einem Artikel der Mannheimer Abendzeitung entspricht. Ich habe damals den Schreiber jenes Artikels durch Inserate in hiesige Blatter einen „sch ändlich en Lügner und Verläumder" genannt, und ihn aufgefordert, sich mir zu nennen, „wenn er nicht eben so feig als verächtlich ist." Jene Aufforderung blieb ohne Erfolg. Als ich spater durch eine dritte Person den Namen jenes Skribenten erfuhr, fand ich, daß es derselbe war, der spater Mitglied des Vereins geworden, und seinen Eifer für die. Sache theils durch persönliche Angriffe gegen dessen- Gegner, theils durch Anpreiseu des Vereins auf Kosten der heiligsten Menschenrechte beur- . kündete, ich stieß überhaupt auf ein so schmutziges Subjekt, daß meine Freunde wir abriethen,. gegen ihn . einzuschreiten. Die Sachlage aber ist folgende: Der fragliche Artikel im Telegraphen (139) ist für eine Reform, wie ich sie damals den Versicherungen des Dr. Creizenach nach erwartete. Es steht darin ausdrücklich, daß ich eine Reform i m Judenthum für zweckm»^ halte. Es ist nicht meine Schuld, wenn man nicht lesen kann. Ich erwartete etwas Gutes, und wellte mich ihm nicht entziehen. Die Publicir.ung derStmi'- schen Briefe, die man mir absichtlich verheimlicht hatte, veranlaßte mich sogleich, officiell auszuscheide». Ich, der absichtlich Getauschte, mußte mich verpfliciM halten, gegen den RV. anzuknüpfen; damit auch nicht Andere getäuscht würden. Meine Aufsätze gegen den RV. beziehen sich eben nur auf die Stern'scheu Briefe. Dadurch wird der Unsinn jener Verlaumduiiq zur Evidenz klar. Ich bedauere, zu dergleichen Stb terungen genöthigt zu sein. Frankfurt a. M„ 2. Januar 1844. Lorris Simon. s15.s Auch für 1844 erscheint wie bisher, bei C. & Frische in L eipzig, das Sabbat-Platt, herauögegeben von Dr. Herrmann Sommerfeld, israelit. Prediger in Elbing. Unter Mitwirkung der Dv. I. 8. Saalschutz und I. Fürst, wöchentlich ein halber Bogen. Preis vierteljährig 1O Äg^ wofür es durch alle Buchhandlungen und Postämter zu haben ist. Die Redaktion wird sich bemühen, das bei dee Gcmidüng dieses Blattes vorgesteckte Ziel immer vollständiger zu erreichen, Belehrung mit agemessenec Unterhaltung noch zweckmäßiger zu verbinden, und in den Inhalt wbr Mannichfaltigkeit zu bringen suchen. So daß der Leier, wenn ihm bei den ersten erbaulichen 'Aufsatze Leben seiner innen* Welt aufgegangen, in dem andern Theile des Blattes, von dem, was in der 'Außenwelt vorgeht, in kurzen Zügen, ein vollständiges Gemälde, und auch sonst noch mancherlei erhalten soll, woran er sicherfreue. Verlag von C. L. Fritzsche. Druck von I. H. Nagel.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.