Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 6 (6.2.1844)
- Date
- 1844-02-06
- Page
- Seite 42 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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42 Hr. L. seine Gegner allzeit überfluthet, dazu, aufrichtig gestanden, fehlt mir der Muth — und Sir Moses scheint auch, seinen Briefen zufolge, wie sehr ihm auch wegen der unglückseligen Zustände in Palästina das Herz blutet, zu einem so bedeutenden Opfer nicht eben sonderlich geneigt zu sein. Wer mit Hrn. Lehren und dessen Anhängern und Werkzeugen anbinden will, der muß die Selbstoerleugnung besitzen, mit dem Propheten Jesaja ausrufen zu können (L«, 6): „Ich biete meinen Rücken dar den Schlägern, Den Raufern meinen Bart, Verberge nicht mein Antlitz Vor Schmähungen und Unglimpf" *)♦ Die Adressen der Herren von R. und Sir M. sind ja übrigens auch Hrn. v. W. ebenso bekannt als mirz findet er es nöthig und konvenient, diese Herren zu einer Erklärung oder thätigen Theilnahme aufzufordern, so möge er es in Gottes Namen thun, wie ich es bei Sir M. mit bereits bekanntem Erfolge gethan habe, und es soll mich sehr freuen, wenn es Hrn. v. W. — was keineswegs unmöglich ist — gelingt, noch ein weiterführendes Resultat zu erzielen. Fiele dann das Ergebniß solcher Erkundigungen etwa gegen meine „Aussagen" aus, je nun, dann stände es ja Hrn. von W. frei, zu meiner öffentlichen Beschämung dieses Ergebniß bekannt zu machen! Innerhalb vier Wochen kann Hr. von W. von Frankfurt und London auf seine etwaigen Anfragen 'Auskunft haben, und acht Lage später können die Briefe der Herren v. R. und M. im „Orient" gedruckt zu lesen sein. — Auch begreift Hr. v. W. sehr wohl, daß es uns minder beliebig sein kann, uns von Jemanden, etwa nach dem Beispiele des Hrn. Lehren, so eine Art von Wahhafti gkei tszeugniß zu erwirken, als zu wissen, daß man ohne unser Zuthun über die Wahrheit und Glaubwürdigkeit unsrer Berichte Erkundigungen anstelle und deren Resultat veröffentliche — was wir, im Besitze unsrer Beweismittel, sehr ruhig und zuversichtlich abwarten können und was alsdann auch liren und den gemürhlichen Wunsch auszudrücken: minn "ßon roron miwn by. Wahrlich, ein artiges Kapitälchen, woran ich wohl, ohne sehr unbescheiden zu sein, schwerlich Jemanden theilzunehmen einladen konnte. Da ist wohl doch die Aufgabe, sich Gesellschaft zu verschaffen, nicht ohne ihre wesentlichen Schwierigkeiten. --Sofepfy Schwarz in Jerusalem schrieb neulich an seinen Bruder, Hrn. H. Schwarz, Rabbiner in Hürben, u. A. Folgendes: „]J«vpn |ND ^>ND yiiiyD JTDiNi) ”]>N ,snimN'DyjD‘)i\' nsso’n j'N lyjNnys lyramiUiN dd’j '■w 12 “uin pnyb tnvi p iyn psjQNp iyn lyii’N tny — pN -hin , ]yoyj 12 DftsyDW .Nt£>D) nom ymm ' üyD-iND".— Wie viel offenherziger und unumwundner spricht sich aber dieser aufrichtige Biedermann in dem Schreibenan Hrn. Lehren selbst (Orient Nr. 50) aus! Was als die Furcht, daß sein Brief unterwegs in die bekannten Unrechten Hände fallen möchte, konnte ihn abyalten, seinem Bruder das zu berichten, was er doch Hrn. Lehren zu schreiben sich gedrungen fühlte?! von weit schlagenderer Beweiseskrast sein mußte, als wenn ähnliche Zeugnisse von uns vorgelegt würden. Acl V. Ich lasse die an Hrn. Lehren gerichteten sieben Fragen in derselben Fassung, wie sie ihm zugegangen und wie sie auch bereits in der „A. Z. d. I." Nr. 13 vor. Jahrg. abgedrckt sind, hierbei (Anl. 0.) folgen. Es hat bei deren Abfassung weder eine gehässige Tendenz (für welche man vergeblich nach einem Anlässe suchen würde), noch die Absicht einer Beleidung gegen Hrn. Lehren zum Grunde gelegen (wie wir uns denn auch hiermit einfür allemal gegen eine ähnliche Unterstellung bei allen unfern Schritten und Schriften in dieser Sache verwahrt haben wollen)-sonst würde sich Hr. Kulp, der intime Freund des Hrn. L., nicht dazu verstanden haben, diesen Brief, der an Hrn. Kulp gerichtet und also von diesem gelesen war, entsiegelt unter feinem Kouvert und mit seinem eignen Briefe vom 19. Aug. 1842 an Hrn. L. eknzusenden. Die Dinge sind übrigens darin blos freimüthig und offen, jedoch, wie man sieht, sine Lra et Studio, bei ihrem wahren Namen genannt. Wünscht Hr. v. W. eine kürzere oder eine — höflichere Abfassung bei Stellung solcher Fragen, so muß ich bedauern, in meiner Ungeschicklichkeit und Unbcholfenheit — nicht dienen zu können, und steht es übrigens allen Männern von Wett und Ton, sofern sie sich in einer vielleicht recht dankbaren Hoskunst üven wollen, völlig frei, meine sieben Fragen aus dem Deutschen ins — Diplomatische zu übersetzen. Mögen nun diese offenen und freimüthigen Worte bei Hrn. v. W. denselben guten Eindruck nicht verfehlen, den ein gleiches Verfahren von seiner Seite auf uns hervorgebracht, und möge durch ein gemeinsames, kräftiges und furchtloses Hinftreben biederer und aufrichtiger Männer der Zweck endlich erreicht werden, daß in Europa die Wahrheit an das Tageslicht gelange, im heiligen Lande unsrer Väter aber das mit Füßen getretene Recht unserer unglücklichen, leidenden Brüder über die heillose Gewaltherrschaft heuchlerischer Selbstsucht und unmenschlicher Tyrannei für immer den wohlverdienten Sieg davontrage! L. H. Löwenstek». (Beschluß folgt.) Deutschland. Frankfurt a. ZM., 21. Jan. Die cabbinir scheu Gutachten über die Beschneidung haben dieser Tage die Presse verlassen, und sind bereits an alle Rabbinen und Gelehrte, welche regen Antheil an diesem Kampfe nahmen, Exemplare versandt worden. Da solche als-Manuskript gedruckt wurden, so kommen dieselben nicht in den Buchhandel. Mehre Gutachten, die dem Rabbmate zu spat eingeschickt wurden, konnten in diese Sammlung nicht mehr ausgenommen werden; wir bedauern, daß unter dieser Zahl die vortreffliche Arbeit des Hm. Hr. Sachs in Prag sich befindet» —