Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 5 (30.1.1844)
- Date
- 1844-01-30
- Page
- Seite 40 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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40 „M o se, ein Lebensgemälde" einen eigenen Vortrag über das Thema halten: „Wie fangen wir es an, heilsam aus die Menschen zu wirken ohne ihnen wehe zu thun"; am meisten aber sage ichs mir selbst, um mich solcher Gereiztheit zu entkleiden, indem ich mir es hierzu überdies zu bedenken gebe, daß ein übereilter Angriff auf ein Individuum, das ich zufällig selber bin, mich nicht der Verbindlichkeit überhebt, denjenigen anzuschließen, die Ihnen den Tribut verdienter Achtung zollen. Wäre ich Ihnen doch für Ihre anderweitige Schutznahme, wobei Sie einmal so gütig sind, mir selbst Bewunderung zuzuerkennen, sogar zu Dank verpflichtet, wenn dieser unter den vorliegenden Umständen aufkommen könnte. Uebrigens wenn Sie den Kämpfer nach dem Stück' Rüstzeug oder Waffe, das Ihnen von ihm in die Hände siel, beurteilten, und miskannten, so mochte Sie hierzu wohl auch das geschlossene Visir, in welchem er austrat, verleitet haben, da Sie nicht zu ermessen wußten, ob ihm nicht die unvermeidliche Wahl blieb so oder gar nicht für die Semigen in die Schranken zu treten, und ob auch nicht hierbei kostbare Lebensgüter zum willigen Einsätze dargeboten worden waren. Und nun hoffe ich, daß wir uns über die Sache selbst als Männer, mit weniger Worten als es den Anschein haben könnte, werden verständigen können! Obgleich in dem vorgedachten Werke zwei Kapitel (1 Theil 2. und 3) der Beleuchtung der Moratgesetze und Sitten der Juden gewidmet sind, so würde man doch vergeblich nach einer Bekräftigung oder Beglaubigung mittelst des erwähnten Passus hier suchen, da eine solche vielmehr einerseits den Quellen, andererseits praktischen Beispielen und Thatsachen entnommen ward. Erst am Schlußabschnitte des ganzen Werks, welcher der Beleuchtung der vorzüglichsten Einwände gegen die Emancipation gewidmet ist, findet sich l§. 36) unter der Rubrik, Begriff des christlichen Staats, jenes Cirar: also nicht um der Vortrefflichkeit des jüdischen Moral¬ und Socialgesetzes die Sanktion zu ertheilen, sondern nur in der Anerkennung der Identität desselben mit dem christlichen, durch die gedachten Prälaten,. die Inkonsequenz der herausgefundenen Unverträglichkeit mit dem Begriffe des sogenannten christlichen Staats zu enthüllen. Durch solche Stellung des (Zitats widerlegt sich aber auch Ihre Anmerkung, indem hier nicht e thisch die Trefflichkeit des jüd. Sittengesetzes an' und für sich, sondern p o l i t i s ch (wie es auch die Ueberschriften des diesfälligen Abschnitts und Buchs bezeichnen) gerade seine Identität mit dem christlichen in den Grundzügen darzulegen war. In dieser Beziehung aber mußte die Kompetenz der angeführten Autorität in dm Augen des christlichen Publikums von bedeutsamen Gewicht erscheinen, und ich finde nur zu bedauern, daß ich zur noch umfassenderen Verstärkung desselben, damals noch nicht die ähnlichen Aussprüche k ath o l i s ch e r. Geistlichen am rhcini- Verlag von C. L. Fritz sehe. schen Landtage, von demselben Anlässe hervorgerufen, anführen f konnte, was in einer nächst znveranstaltenden 2. Aufl. gewiß l nicht fehlen soll. Aus solchem Standpunkte mag auch füglich unberücksichtigt bleiben, was sich gewiß aus jedem andern ebenfalls Beachtung erringen müßte. Dahin würde namentlich gehören, daß ein Publikum nicht aus Hegelianern — sondern aus wirklichen Christen bestehend, wie ich es mir vor Augen zu stellen hatte, allerdings in der Nachweisung solcher Identität einen befriedigenden Maaßstab zur Würdigung unserer Fundamentallehren als auf jede andere Meise erlangen konnte. Also wenn es wirklich so gewesen, wie Sie nur irriger Weist gemeint, könnten Sie, geehrter Herr, der Sie selbst einer populären Darstellung mit Recht das Wort reden, es am wenigsten tadeln, wenn ein so gewichtiger Punkt nebenbei auch in der Sprache verhandelt worden wäre, welche dann . am verständlichsten und geläufigsten klingt, die uns den lan- ["■ gen und mühsamen Weg der Deduktion nicht nachgehen wol-! len oder können, und sie auf demselben am sichersten zur Ueberj Zeugung führt. j (Beschluß folgt.) 1 Perforralchronik und Miscellen. Anerkennung auf eigenrhümlichem Gebiete. Bei der letzten Preisvertheilung des landwirthschaftlichen i Vereins in Ries ist einhellig der erste Preis für Beförderung des Futterbaus, dem jüdischen Landwirthe, Veit Weit aus Oberdorf, Zuerkannt worden. Auch wurden vom; Vorstände des Vereins mit vieler Anerkennung zwei von f Hrn. Weil eingelaufene Aufsätze über Wiestnbewafferung und vortheilhafter Düngerbereitung vorgetragen. Der Bruder des genannten Veit Weil, Salomon Weil, ist erster jüdischer Mahlmühl-Besitzer in Würtemberg, der selbst das Mahlgeschüft betreibt. ■ Statistisches. In der jüdischen Gemeinde zu Darm- ( stadt wurden im Lause des Jahres 1843 geboren 13 Kinder, [ worunter t unehelich, was überhaupt ein seltner Fall-ist: f 10 sind begraben und 6 Paare getraut worden. \ * l' Wien, 7. Jan. Der Freiherr von Rothschild ger hört zu den wohtthätigen Bürgern in Wien. So hat er neulich dem Pensions-^ind Anterstützungsverein für Lehrge- - Hilfen zweihundert fl. C. M. geschenkt. Die Herren Welte und G hi llan i) sympathisiren im Judenhasse. Hr. Welte, Mitredakteur der „theologischen Quartalschrift", schreibt eine Recension über Ghillany's berüchtigtes Buch, schüttelt ihm freundschaftlich die Hand, daß ec die heutigen Juden hasse, nur ist es gottlos von H' G., daß er die Heilsökonomie des A.T. herabgewürdigr. Düs die ka th o l i sch - christliche Liebe des Herrn Welte. Druck von I. H. Nagel.