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Der Orient · 1842-12-27 · Heft 53 (27.12.1842) · p. Seite 423

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 53 (27.12.1842)
Date
1842-12-27
Page
Seite 423 (sequence 13)
Language
German
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— 423 — Der preuß." Minister des Innern hat gegen das Einfchleichen der Juden aus der Provinz Posen in andere.Provinzen eine Verordnung, oder vielmear eine Belobung der bisherigen Wachsamkeit der Behörden erlassen, aber dabei ausdrücklich bemerkt, dass auf Fälle wie die Aufnahme einer Schwester bei einem Bruder und bei Gelegenheiten, wo nicht rein-polizeiliche Gründe verwalteten, billige Rücksicht genommen werden solle. Bei einer im Flecken Opladen in Rheinpreußen am 12. Növ. (einem Sonnabende) gegen Mittag ausgebrochenen Feuersbrunst bewiesen sich die dort wohnenden Israeliten, welche sich meist in der Nähe der Brandstätte befanden und schnell herbei geeilt waren, lehr thätig. Wiederum findet sich in der L. A. Z. (vom 1. Dec.) ein Angriff auf den Missionär („Seelenjägermeister") Hartmann im Posen schm von D. U. — * * * , Der Freischütz vom 3. Dec. enthält eine lobende Recension der beiden bei der" Grundsteinlegung des Tempels in Hamburg gehaltenen Predigten. Der I. Corresp. dom 30. Nov. enthält ein gerichtliches Proklama über das Jsaak-Hartvigsche Testament in Hamburg. Das Pariser Caricaturblatt Charivari enthält eine ergötzliche Rec. des Gedichtes Rachel von Dr. L. A. Frankl in Wien mit der Aufschrift: 8t. HueKel, piivr pc»ur nous. > Wieder einmal (Gort lob zum letzten Male!) parirt der Lehrer Werthheim in Fraustadt in der L. A. Z. (Beilage vom 7. Dec.) den Angriff des Missionärs Hartmann. Wie in diesen Tagen nach der Promulgation des Rath- und Bürgerschluffes in Hamburg sogleich einige Juden Häuser auf eigenen Namen gekauft haben, so hat auch vor Kurzem der erste Jude in Altona den Bürgereid abgelegt. Nach der.neuesten ofsiciellen Zählung leben im Herzogthum Schleswig 585 und im Herzogthum Holstein 3366 Juden. ' . Von Herrn Dr. Gabriel Rieß er wird (nach dem Bergedorfer Wochenblatte vom. 11. Dec.) in den.nächsten Tagen eine Brochüre über das preußische Judengesetz erscheinen. Die Rhein. Zeitung vom 1. Dec. meldet aus Odessa vom 4. Nov., daß Dr. Lilienthal dort erwartet werde. * * Scheintod^ In einem Orte m Böhmen ward eine schwangere jüd.Frau 30Stunden nach ihrem scheinbaren Tode beerdigt. Bald darauf veranlaßten Spuren von Gewaltthat eine Eröffnung des Grabes. Man fand die Leiche der Kleider beraubt, aber neben derselben ein Kind, welches dort geboren ward! — Möchten doch die Rabbiner Oesterreichs auf die Erfüllung des Gesetzes dringen, welches das frühe Leichenbestatten verbiete:. Es ist uns ein einziger, Hr. I o ssel in Proßnitz bekannt, der seit längerer Zeit diesem Unfug aus alle Weise zu steuernsuchte, und wie man vernimmt, auch gesonnen ist, eine gründliche Abhandlung darüber zu veröffentlichen. —-r. " Ein Recmsent (A. R.) in der Boss. Zeit, vom 5. Dec. der dem Bruno Bauerschen Artikel große Eonsequenz und lauteres Streben nach Wahrheit nachrühmt, wünscht von dessen Aufsatze: „Die Judenfrage" einen besonder« Abdruck veranstaltet zu sehen. — Dagegen spricht sich der bekannte Literat A. Rebenstein (der nicht mit jenen A. R. verwechselt werden will) in der Voss. Zeit, vom 7. Dec.. in einem kurzen Artikel: „Das Reich der Freien und die. Judenfrage" sehr würdig gegen Br. Bauer aus. Hamburg, 8. Dec. Der Streit über denDienstbotenverein dauert in den N. H. Bl. noch immer fort. Jetzt ist die Reihe der Duplik an Herrn Ha.arbleicher gekommen, der in der Nummer vom 7. die Härte seines Gegners aber« mals darzüthun und ihn wiederholter Mißverständnisse und Mißdeutungen zu überführen sucht.. — Beider letzten Bürgerschaft (1. Dec.) stimmten nach der L. A. Z. vom 6.-Dec. nur 392 Bürger. .Die Proposirion zu Gunsten-der Juden wurde von 4 Kirchspielen gegen 1 (Jakobi), welches hauptsächlich die Concurrenz im Detailhandel fürchtet, angenommen. Ein Mitglied der Rath- und Bürgerdeputation eifert gegen den Vorschlag als gegen eine "unziemliche Finanzoperation. An die Stelle des verstorb. Dr. med. Leopold Meyer ist einer der jüngeren unter den jüdischen praktischen Aerzten, Wundärzten und Operateurs, Hr. Dr. Unna, zum Mitglied der Direktion der israel. Freischule in ' Hamburg erwählt worden. Die Spen. Zeit, vom 16.. Nov. enthält eine Privatmittheilung aus Petersburg vom '8. November, in der sich folgende Stelle findet: Die im Festungsrayon der Stadt Brzecz- Litewsk befindlichem Häuser der Hebräer sollen bei den jetzt daselbst aufzuführenden Ingenieur-Bauten nicht mehr zu Garantieleistungen angenommen werden.^ ' Bei H. M. Fritsch in Stolp ist (für 5 Sgr.) erschienen: Rabbiner Dr. I. Klein: Predigt bei der Einweihung der neuerbauten Synagoge der isr. Gemeinde in Waldenburg, am 2. Marcheschwan 5603. Das zweite Heft des'ersten Bandes der „Israelit. Festpredigten und Casualreden, herausgegeben von Dr. I. Maier, K. W. Kirchenrath und Rabbiner in Stuttgart und Dr. G. Salomon, Prediger in Hamburg" (Stuttgart, Metzler 1842. 8. Festpredigten S. 119—212$ Casualreden 85—152) enthält 3 Festpredigten von Dr.'Maier und 3 von Dr. Salomon, sowie 11 Casualreden, eine zum Regierungsjubiläum des Königs von Württemberg, 8 Leichenreden) .eine in der israel. Waisenanstalt und eine zur Einweihung des neuen isr. Friedhofs in Stuttgart), sämmtlich von Dr. Maier. Auch periodische Blätter fangen an,-für die Freunde der Emancipation und für die Vertheidiger des Judenlhums ein lebhaftes Interesse zu gewinnen. Wir stellen darüber einige 'Nachweisungen hierher. Die „deutsche Monatsschrift, redigirt von Prof. Carl Biedermann in Leipzig", .ein erst seit dem Januar 1842 begründetes, aber bereits in hoher Achtung stehendes Blatt, hat bisher zwei größere Abhandlungen (eine über die prerrß.' Juden sim Maihefte) und eine über die Gesetzgebung der konstitutionellen Staaten Deutschlands (bisher Baden, Sachsen und Hannover) in Betreff der Juden von Dr. Fürst sim Augusthefte^ gebracht. Der Freihafen enthielt vor einigen Monaten einen Aufsatz von Dr. St ein heim: die Idee der Toleranz und. jetzt lesen wir

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