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Der Orient · 1842-11-20 · 52 (20.11.1842) · p. Spalte 817-818

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
52 (20.11.1842)
Date
1842-11-20
Page
Spalte 817-818 (sequence 1)
Language
German
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Meraturblatt -es Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. M LT. Leipzig, den 20. December 1842. Exegetische Literatur. 1. Connnentatio de Cannine Deborae. Von H. H. K a m i n k. 2. Commentatio de Cantico Mosis. Ex. XV. Von Lintelo d e Geer. Beurtheilt von Fürst. — Iüd i sch e Zeitschriften. Jedidja, von Heine mann. — Jüdisch-philosophische Literatur. Die neueste Ausgabe des Kusari, beurtheilt von M. Sider. — Lit» Nachrichten und Miscellen: 1) Parchon. 2) Kimchi. 3) Tanchum. 4) Racine's Esther. 5) Hebräisch-Belletristische Arbeiten der slavischen Juden. — Literarische Analekte. — Literarische Ankündigungen. Exegetische Literatur. Commentatio de Carmine Deborae, quod legitur Libr, Jud. Cap. V. Scripsit llerm. Honr. Kamink. Traj. ad Rh. 1840. 8. (S. 88.) Diese Promotionsschrift, die schon in einer unvollkommenem Gestalt einmal den Preis gewonnen, verdient nicht blos von den Exegeten vom Fache, sondern auch von Freunden der ältesten jüdischen Geschichte, unsere Beachtung, da der Verfasser im 1. Kapitel seiner Schrift, gleichsam als Einleitung des Ganzen, eine schöne historische Schilderung über den Zustand der Israeliten zur Zeit der Debora giebt. Der Verfasser widerlegt die Ansicht, als sei das Lied Debora's spatem-Ursprungs, etwa von dem Redaktor oder Sammler des Buches der Richter, sehr gründlich, und die Dunkelheit des Liedes, die schon der Verf. des Buches der Richter nicht verstand, bestätigt es vollkommen, daß nur Debora das Lied verfaßt haben könne. Der Verf. meint, daß diese Siegeshymne aus einer alten Anthologie entnommen sei, die der Verf. des Buches der Richter vor sich gehabt, was sich freilich nicht ganz beweisen laßt, aber doch nicht unwahrscheinlich ist. Die Angabe der Tendenz, des Charakters und Inhalts des 'Buches ist gut, aber keineswegs eigenthümlich, sondern nach dem Alltagszuschnitt der christlichen Exegeten, die schon zu einer stereotypen Form wurde. Jedenfalls ist diese Arbeit mit großem Fleiße gemacht, auch die Erklärungen der schwierigen Stellen, sowie die grammatischen und lexikalischen Erläuterungen sind mit Fleiß zusammengetragen, nur vermißt man durchgängig den Muth, sich über das Wörterbuch von Gesenius zu erheben, und mit den andern christlichen Exegeten theilt er auch das schöne Resultat der christlichen Duldung und Liebe, auch in der Exegese die confessionelle Sonderung festzuhalten. Fürst. Commentatio de Cantico Mosis, quod legitur Exod. Cap. XV. Scripsit ß. 1. Lintelo de Geer. Traj. ad Rh. 1841. 8. (S. 112.) Diese Monographie weicht von dem Standpunkte der Bibelforschung in der historisch-kritischen Richtung der Gegenwart bedeutend ab; der Verf. ist so zu sagen ein Alleinseligervon der Gnade Gottes durchbrochener, der an den Unverstand der Erdensöhne glaubt und sich selbst für zu verständig halt, um nicht auf eine eigene Loge im himmlischen Theater zu rechnen; er ist ein gläubiger Professor, der da heilig glaubt, daß Bileams Eselin gesprochen und sogar aus heiliger Scheu ihre Sprache in seiner 'Abhandlung nachspricht. Das Lied Mosis halt er für echt und beruft sich um dieses zu beweisen auf sein freilich krankhaftes Gefühl. Und doch, wie er zum philologischen Element, d. h. zur Erklärung des Einzelnen, des Zusammenhanges, des Grammatischen kommt, ist er ganz ein Ewaldianer, mit noch gesteigerter pietistischer Verachtung aller andern Leistungen, wie sein Meister, und ist stolz darauf, wie es scheint, von den Leistungen der Juden nichts zu wissen. Auch an Scharlatanerie fehlt es nicht, welche dem geistlichen Stolze des Pietismus übrigens gar nicht widerspricht; arabische Phrasen aus andern exegetischen Schriften werden zusammengestoppelt, um nur das Bild eines übertünchten Grabes darzustellen. Nicht eine einzige angemessene Erklärung habe ich dann gefunden; von einem gesunden Gedanken kann bei dieser krankhaften Seelenstimmung nicht die Rede sein. Fürst. 52

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