Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 52 (20.12.1842)
- Date
- 1842-12-20
- Page
- Seite 409 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2360092-2360201-2360254--2773-3529915- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Dritter Jahrgang. Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte und Literatur. Man abonnirt bei allen XoM. Postämtern und H erausaeaeben allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. #on Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgercchnet, zwei Vogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. 52» Leipzig, den 20. December 1842» Rückblick aus jüdische Zustande: Das Jahr 5602. Fortsetzung: 11. Braunschweig. 12. Oldenburg. 13. Meklenburg- Schwerin. 14. Meilenburg - Strelitz. 15. 16. Anhalt. 17. Sachsen. 18. Baiern. 19. Würtemberg. 20. Baden. — Afrika. Berberei. Bericht üb. die dortigen Juden. >— Deutsch l a n d. Nassau. /Schluß. Wiesbaden. Instruktion üb.. Schulwesen. — A, u s Hamburg; Zugeständnisse an die Juden im Bürgerconvente. Hamburg. Wochenbericht. — 3361) men. P r a g. Die Toleranz. — Pol cn. Von der polnischen Grenze. Das neue Militargesetz. :— Licht- und Schattenbilder aus der jüdischen Vergangenheit und Gegenwart. Fünfte Urkunde. — LB. d. Or. Rückblick auf zn-ifche Zustande. Das Jahr S6VS. Aon E. C. (Fortsetzung.) II. Braunfchweig. Hier geht Alles einen gewissen geregelten Gang, ohne daß gerade Außerordentliches sich zuträgt.. Dr. Hermes, Exredakteur der bis zu ihrer Unterdrückung in Braunichweig erscheinenden deutschen Nationalzeitung hat sich durch Parteigeist und Privathaß gegen die Redaktion der Rhein. Zeitung, von der er mit Recht für die von ihm redigirte Köln. Zeitung pekuniäre Einbuße fürchtete, zu Gehässigkeiten gegen die Juden sortreißm lassen, die ihm je länger je übler bekommen dürsten, zumal da er gegen die ausgezeichnete Dialektik Karl N a u w e rck's wie gegen die Ehrenfestigkeit des Dr. G. König in Celle gleich wenig ausrichten konnte. Man verzeihe mir die burschikose Vergleichung: man kann von Dr. Hermes sagen, daß ihm alle Paraden schonungslos durchgehauen werden. Und wer anders als das Recht und die Vernunft können einen solchen ununterbrochenenen Sieg erringen? — In Braunschweig selbst hat sich der Rabbiner Eg er dazu entschlossen, eine neue Liturgie gutzuheißcn, die von den Gemeindevorstehern gewünscht wurde und deren Einführung mcht verschoben werden durste, ohne der Indifferenz noch weiter Thür und Thor zu öffnen. — In Seesen ist die Iacobwbn-Schule in steigendem Flore begriffen, seitdem Dr. Wohlwill (früher an der Jör. Freischule in Hamburg angestellt) dieselbe leitet. Das treffliche Institut zu Wolfenbüttel wirkt still fort; der junge Dr. Ehrenberg ist bei demselben ungemein thätig. — Die konfessionelle Eintracht dauert allem Anscheine nach im ganzen Herzogthume ungeschwächt fort. Wenden wir uns nun zu den noch übrigen norddeutschen Staaten, so fällt unser Blick zuerst aus 12. Oldenburg. Dieses Ländchen hat einen neuen Rabbiner in der Person des ston dem oldenb. Herzogthum Birkenfetd hierher versetzten Herrn Wechsler erhalten. Die Behörde zeigt sich hier fortwährend wohlwollend und gerecht gegen die Juden. Derselbe Fall findet statt im IS. Großherzogthum Mecklenburg- Schwerin. Auch hier hat der, von den' Juden gleichfalls vielfach betrauerte Tod des Großherzogs Paul in iheen Verhältnissen nichts geändert. Von dem Rabbiner Dr. Hold he im war bei Gelegenheit des Hamburger Tempelstreites, bei den Leichen-Feierlichkeiten für den Großherzog^ aber nicht bei der Rabbinerwahl in Berlin die Rede; am verdienstlichsten hat er für das jüd. Schulwesen,, das. bis zum Jahre 1840 durchaus im Argen lag, zuwirken begonnen. Der erst vor Kurzem angeftellte Lehrer in Güstrow, Dr. M..Löwe aus Altstrelitz, ist leider schon gestorben, ohne die Früchte seiner Bemühungen zu erndtcn. Auch die Lehrerstellc in Schwerin ist durch den Abgang des Dr. Frankel wieder vakant geworden. Längeres und gedeihlicheres. Bestehen hat das jüdische Schulwesen in dem 52