Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 51 (13.12.1842)
- Date
- 1842-12-13
- Page
- Seite 401 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Jahrgang, Dritter mm Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement für ein Jahr ist 6 Thlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für Mische Geschichte und Literatur, Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrif erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitoerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. fo 51. Leipzig, den 13. December 1812. Rückblick auf jüdische Anstande: Das Jahr 6602. Fortsetzung; 10. Königreib Hannover. — Deutschland. H a mburg: Wochenbericht. Replik gegen die Augsb. A. A. Bericht aus Hamburg. Mittheilungen aus Zeitschriften. Berlin: Gemeindeverhaltnisse. Replik. W oll stein: Gutachten gegen den prov. Landrabbiner Hofmann von Dr. Hirschfeld. Berlin: Zweites Gutachten gegen jenen Rabbiner von M. — Personalchronik und Miscellen. — LB. d. Or. Bürkblifk auf Jüdische Iustände. Das Jahr 560?. Bon E. C. (Fortsetzung.) Am meisten und am frühesten scheinen die preußischen Absichten in Hannover Anklang gefunden zu haben. Wir wählen daher als den Ausgangspunkt unserer Betrachtungen über die im vorigen Jahre in die kleineren Staaten Deutschlands (mit Ausnahme der bereits früher absolvirten 4 freien Städte und des ebenfalls schon erwähnten Herzogthums Holstein) in Bezug auf die Juden stattgefundenen Ereignisse 1«. Das Königreich Hannover. Bei dem verworrenen Zustande, in welchem sich alle Rechtsfragen ohne Ausnahme in diesem Lande befinden, darf es durchaus nicht Wunder nehmen, daß daselbst auch die jüdische noch immer zu keinem gedeihlichen Abschlüsse zu kommen Hoffnung hat. Es wäre freilich ungerecht, blos die Negierung deßhalb anzuklagen, obschon diese es war, die die unglückseligen Elauseln von einer, für die Aufhebung des Schutzrechtes (der Rechtsschutz war für die hannöv. Juden überhaupt noch nicht vorhanden) von Setten der Juden ein für allemal zu zahlenden Ablösungs- oder Abkaufssumme und von der Beschränkung der Militärpflichtigkeit (nach anticipirtem preuß. Muster) in den Entwurf zu einem neuen Judcngcsetze brachte. Dem Adel, und vorzugsweise der denselben repräsentirendcn ersten Kammer, welche in der diesjährigen Session dem Ministerium in Bezug auf andere Vorschläge und Forderungen beharrlichen Widerspruch, oft selbst in höherem Maaße, als die willkürlich purisicirte zweite Kammer, entgegensetzte, lag eine wahrhafte Verbesserung des beklagenswerthen Schicksals der hannöv. Juden um so weniger am Herzen, da sie dabei die Aufrechthattung ihres Geldvortheils gefährdet sah. Daher kam der Ersatz des vermeintlich dem Adel drohenden Schadens immer wieder zur Sprache. Trotz dreimaliger Plenar- und öfterer kommissarischer Werathung (richtiger: Behandlung oder Verhandlung) dieser Angelegenheit war das ganze Gesetz nahe daran, an dieser einen Rücksicht zu scheitern. Jeder Unbefangene wird zugeben, daß diesmal der Ruhm des „raffinirten Schachergeistes" den Juden von einer andern Seite her streitig gemacht wurde. Endlich suchte die Negierung durch einiges Nachflicken an dem Projekte die Differenzen zu beseitigen, was ihr um so besser gelang, da die neuen Vorschläge wenige Lage vor der Vertagung der Ständeversammlung in der Kammer eintrafen und mehrere achtbare Mitglieder der zweiten Kammer bereits nach Hause gereist waren. Die Judensache wurde also aufs Eiligste expedirt. — Die so entstandenen Bestimmungen werden nun wohl bald die königliche Sanclion erhalten. —- Besser als mit der politischen scheint es im Ganzen noch mit der religiösen Existenz der hannöv. Juden beschaffen zu sein. In Emden wirkt der aus Hamburg gebürtige und von Oldenburg dahin berufene Rabbiner Hirsch c-Verf. des Ben Uftet io.) eifrig zum Frommen der Gemeinde durch Hebung des Schulwesens und Regelung der Andacht, wobei ihn die 51