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Der Orient · 1842-12-06 · Heft 50 (6.12.1842) · p. Seite 393

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 50 (6.12.1842)
Date
1842-12-06
Page
Seite 393 (sequence 1)
Language
German
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Dritter Jahrgang. ♦ Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. Dr. Julius Fürst. M 5«. Leipzig, den 6. December 1842. Rückblick auf jüdische Zustande: Das Jahr 5602. Fortsetzung: 9. Königreich Preußen. — Die kleinern Staate n D e u t sch l a n d s. — Orient. Jerusalem: Die Feier des 9. Ab. 1842. — Deutschland. Fra nkfurt: Eine Mittheilung aus dem Buche: ,,Lebensbilder aus dem Befreiungskriege." — B a m b e r g. Churpsalzbaiersche Verordnung von 1804 über jüd. Schulunterricht. München: Replik von Prof. Mayer.— Leipzig: Die Meiningische Schulfrage in drei Artikeln. — Böhmen. Prag: Proben aus dem Julihefte der medicinischen Jahrbb. für Oesterreich, 1842.— LB. d. Or. Rückblick auf jüdische Zustände. Das Jahr 5609» Von E. C. (Fortsetzung.) 0. Das Königreich Wichtiger waren die.Beförderungen, welche in andern Stellungen einzelnen preußischen Juden zu Theil wurden. Unter diesen steht die Aufnahme des auch zu den Wählern bei der Rabbinerwahl in Berlin gehörigen Dr. Peter Rieß in die Akademie der Wissenschaften unbedingt obenan; außerdem wurde auch dem Comp »nisten Meyerbeer die Auszeichnung zu Theil, daß er Ritter des neuen Verdienstordens und General-Musikdirektor bei der Berliner Oper wurde. In den Rheinlanden, bei Düsseldorf, war wieder einmal der judenfeindliche, abergläubische Fanatismus nahe daran, sich ein unschuldiges Opfer auszusuchen. — Eine Danzig er Synagoge (in der Gemeinde Mattenbuden) wurde durch eine Feuersbrunst emgeäschert. — Ein jüdischer Arzt in Königsberg, Dr. Johann Jacoby, erlangte, wie früher durch seine vier Fragen, so seitdem durch seine edle, würdevolle Selbstvertheidigung einen solchen Ruf, daß man den Juden an ihm völlig übersehen zu haben scheint, um den Partrioten mit ganzer Seele preisen zu können. Die jüdisch-periodische Literatur hatte die Fortsetzung der Geigerschen Zeitschrift, die Wiederaufnahme der Heinemannschen Jedidja und die Entstehung des Sabbatblatts von Sommerfeld aufzuweisen. Der Fortschritt des Berliner jüdischen Seminars, die lebhaftere Lheilnahme am Culturvereine, das Jubiläum der Gesellschaft der Freunde, die Feier des halbhundertjährigen Bestehens der jüdischen Friedrich-Wilhelms-Schule in Breslau, die populären Vorlesungen über jüdische Geschichte und Literatur, welche von Dr. Z u n z in Berlin und von Dr. Geiger in Breslau gehalten wurden, die sich mehrenden Lesevereine, die Lösung mehrerer Preisaufgaben durch jüdische Studirende auf deutschen Universitäten, die Geldbeiträge einzelner Juden zum Kölner Dombau, — dies Alles sind Zeichen der Zeit und Momente der ferneren Entwickelung und Kräftigung des humanen sittlichen und bürgerlichen Geistes unter den preußischen Juden, so inhaltschwer und bedeutungsvoll, daß wir eine lange Reihe von Betrachtungen an diese Erscheinungen knüpfen könnten, wenn es die unserem Berichte angewiesene Ausdehung erlaubte. Wir scheiden von der Darstellung der Verhältnisse der preußischen Juden —- die Bezeichnung: „jüdische'Preußen" hat, obwohl aus ehrend werthen Motiven entsprungen, sich keinen allgemeinen Beifall erringen können — mit der Hoffnung, daß die Bekennet des Judenthums in Preußen in den bürgerlichen Formen bald mit ihren christlichen Mitbürgern verschmelzen, in den religiösen das Ziel der Erhaltung der Einigkeit nie wieder aus den Augen verlieren werden. Die kleineren Staaten Deutschlands folgen in Betreff der Verwaltung und Gesetzgebung meist dem Beispiele Oesterreichs oder Preußens) doch nehmen die protestantischen und vorzugsweise die norddeutschen mehr die preußischen, die katholischen dagegen die österreichischen Institutionen zum 50

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