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Der Orient · 1842-11-29 · Heft 49 (29.11.1842) · p. Seite 391

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 49 (29.11.1842)
Date
1842-11-29
Page
Seite 391 (sequence 13)
Language
German
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391 cedomino de Rusteber g etUlrico de Dulle nstede; quod eam formam Conipositionis; que, antequam consecraremur in Imperatoren!, fuit inter Nos et Arcliiepiscopum Maguntinum, integram servare volumus et firmam; Et ei feodaliter concedere petieiones adludeos in civitate Maguntina, et Erfurt, et in aliis Civitatibussuisque sub iurisdictione sunt; nisi cum bona voluntate ipsius Archiepiscopi possimus ex bis aliqua commutare. Preterea omni promotioni Sue et Ministerialium tocius Arclnepiscopatus cum honore et profectu, srmper intendemus affectuali diligentia. Datum Kev erli ngenburg 1111. ldus lunii. (G uden cod. dipl. 1. 419. — Orig, G u e 1 dom *) auf dem Rüste borg -) und Ulrich vonDullenstädt bekannt, daß wir dem Vertrage, welchen wir vor unserer kaiserlichen Krönung mit dem Erzbischöfe von Mainz gemacht haben, pünktlich und genau Nachkommen wollen, und ihm die Bittsteuern von den Juden in Mainz, Erfurt und in den andern Städten seiner Gerichtsbarkeit zu Lehn geben; es sei denn, daß wir mit freier Bewilligung des Erzbischofes hierin Veränderungen treffen würden. Uebrigens werden wir, die Ehre und den Vortheil seiner wie der Dienstleute des ganzen Erzbisthums zu vergrößern, mit zugethaner Sorgfalt immer bestrebt sein. . Gegeben Keverl ingenburg den 10. Juni. 1) Theoderich (Wollf II. 83.) 2) lag im Eichsseld (Wollf Gefch. d. Eichsf. 1.50.96.) f 111. 802.) Mber Jiidenthiim und dessen Stellung zum Christenthum. (Eine Betrachtung.). Das Volk der Juden ist gewiß von großer moralischer Bedeutung. Die geschichtliche Bedeutung der Juden soll sich in Christus vereinzelt abgeprägt haben. Er litt den Tod des Kreuzes für die geläuterten Ansichten, die er den Juden, — die jüdische Nation durchlebt eine leidvolle Zeit— für die Lehren, die sie den Völkern zu geben hatten. Christus ging unter, als ein Einzelner, den nur seine Individualität zum Reformiren antrieb, die Juden bestanden als ein Gesammtes, das seine geschichtliche Bestimmung, ohne eigenes Bewußtsein und Trieb dazu, erfüllen mußte, und daher alle Verfolgung nicht zu tilgen vermochte. Christus wirkte moralisch fort, getrennt von dem Interesse seines Volkes, ja diesem gänzlich entrissen, und auch darin zeigte sich die Bestimmung der Juden, daß ein von dieser Nation losgerissenes Kind, sich zum schroffsten Gegensätze bildete und das jüdische Volk zur Vollendung seiner Rolle zwang. Eine Unzahl von Völkern, von denen kaum nod) eine Spur vorhanden, hat uns nur die Geschichte erhalten; keine der jetzt bestehenden, außer vielleicht dem chinesischen (welche erwiesener Maaßen keine Abkömmlinge der alten Hellenen sind), kann sich so hohen Alterthums rühmen kein Volk hat diesen Gang genommen, dieses Leben durchgeführt, wie das jüdische; und noch hat es seine Bahn nicht durchlaufen, vielmehr beginnt seine neue Epoche. Die Geschichte der Juden hat wie die Weltgeschichte überhaupt, ihre Vorzeit, ihr Mittelalter, ihre neue Zeit. In allen diesen Epochen spielt dieses Volk eine bedeutsame Rolle, die schon in ihrem Anfang das Menschengeschlecht umfaßt, und wenn die Juden auch in allen Zeitaltern mehr durch das was sie litten, als durch das, was sie thaten , Bedeutung gewonnen, so werden wir um so mehr aus ein tiefes, kräftiges, kerniges Leben schließen müssen, das sich durch alle Leiden durchrang, Jahrtausende trug und noch besteht. Es liegt in dem Bewußtsein von dem Inhalte ihrer Religion u.deren göttlichen Ursprung, daß die Juden so selbstständig ihre ursprüngliche Religion bewahren konnten. Es war kein Bedürfnis' da, die Religion zu verlassen, die eine reiche Lrostquelle im Unglück, für die heiligste Gefühle Befriedigung, für die tiefsten Forschungen Stoff bot. Und in der Lhat, je tiefer man in das Christenthum und Judenthum eindringt, um so weniger wird sich das Bedürfniß Herausstellen, selbst bei dem größten Hang nach vollkommener Erkenntniß und reinsten Glauben, die jüdische zu verlassen. Das Christenthum ging von dem Judenthume aus, hat Griechen-, Römer- und Heidenthum verschlungen, und versucht, um feinen Kreislauf zu beschließen, ins Judenthum zurückzugehen, oder vielmehr dieses in sich aufzunehmen. Indes hat sich das Judenthum, von Anfang an vom Christentum, als von einer fremden Materie gesondert, und das Christenthum, nachdem es, einen Extract des Judenthums in siä) ausgenommen, hat durch die fremdartigsten Beimischungen, den Bruch und die Sonderung am meisten befördert. Zum Christenthum hat das Judenthum seine göttliche Autorität und Sanctionirung gegeben, die Griechen ihre Empfänglichkeit und Beredsamkeit, die Römer ihre Herrschaft, die Germanen ihre Einfalt. Diese Einfalt blieb eine Zeitlanz obwaltendes Element, bis sie allmahlig der Bildung und fortschreitenden Cultur der Wissenschaften wich. Bis dahin machte das Chriftenthum viele Ab- und Jrwege, und diesen Irrwegen ist es zuzuschreiben, daß das Christenthum eine Zeitlang stille stunde und dann seine Kraft für seine Reform verbrauchen mußte. Diesen Verhältnissen und seinem erst daraus gebildeten negirenden Charakter verdankt das Judenthum zunächst seine Erhaltung. Noä) jetzt kämpft das Chriftenthum gegen sich selbst, jene Reformation hat es innerlich getrennt und gespal-

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