Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 49 (29.11.1842)
- Date
- 1842-11-29
- Page
- Seite 385 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Dritter ♦ Jahrgang. Berichte, Studien und Kritiken ’ für MHe Geschichte m>- Literatur. ' ZJf JZS. Man abonnirt bei allen . das Literaturblatt mitlob!. Postämtern und Herausgegeben gerechnet. zwei Bogen, allen solid. Buchhand¬ und zwar an jedem lungen auf ein Jahr. von . Samstag regelmäßig. Br. Julius Fürst. .149. Leipzig, den 29. November 1842. Rückblick auf jüdische Zustände: Das Jahr 5602. Fortsetzung: 9. Königreich Preußen. — Deutschland. -Hamburg: Wochenbericht über jüd.'Verhältnisse. Tübingen: Israelitisches Waisenhaus in Eßlingen. Stipendien an jüdische Studirende. Armenunterstützungsverein. — Schw ei z. G e n f: Einweihung des Schulhauses zu Lengenau — Licht - .und Schattenbilder aus der jüdischen Vergangenheit und Gegenwart:.!) Urkunden zur Geschichte der Juden im Mittelalter. — 2) Ueber Judenthum und dessen Stellung zum Christenthmn. Eine Betrachtung von Bernhard Heßlein. Personalchronik und. Miscellen. — LB. d. Or. Rückblick auf jüdische Zustande. Das Jahr 5608, Von G. €. (Fortsetzung.) 8. Das Königreich Preußen. Nach dem Vorgänge jener 26 christlichen Gemeinden im hannöverschen Lande, welche vor 2—3 Jahren alle vis dahin unter ihnen cirkulirenden Exemplare des Hamburger Correspondenten aus dem Grunde abschafften, weil diese Zeitung die ehrenwerthesten Verteidiger des Staatsgrundgesetzes von 1833 durch mehrere ihrer Correspondenten ^ufs Frechste hatte verleumden, mit gemeinen Schimpfwörtern oder bitterem Hohne hatte , schmähen lassen: nach diesem und ähnlichen Beispielen sollten die preußischen Juden und mit ihnen olle übrigen in Deutschland, denen der Triumph ihrer Sache, die Wiederherstellung ihres Grundgesetzes von 1812, das nicht minder eigenmächtig wieder zurückgenommen wurde, am Herzen liegt, ihre Gegner zu bereichern, aufhören. Allen judenftmdlichen Tendenzen laßt sich in Journalen, Brochüren und dickleibigen Bänden auf keine sicherer Weise das Lebenslicht ausblasen, als wenn man sie ignorirt, nicht kaust und durch seine Beisteuer nicht unterstützt. Und dieses Verfahren, welches von allen mit alleiniger Ausnahme der Recensenten, Correspondeten und Tagesschriststeller, denen die Pflicht der Einleitung oder der Warnung obliegt, ohnedem geringsten Nachtheil, ja sogar zum sicheren Vortheil für ihr Vermögen und ihr Gemüth befolgt werden kann, ist durchaus in der Ordnung. Wer wollte auch einem vernünftigen Menschen zumüthen, daß er demjenigen, der ihn ohrfeigt, statt auf eine Bestrafung desselben anzutragen, noch obendrein klingendes Metall zufließen läßt? Aber man muß über diese negative Meinungsäußerung hinausgehen und den Freund, den Bundesgenossen direkt unterstützen. Lächerlich wäre die Furcht, daß man die Juden dann beschuldigen könnte, sie hätten eine große Anzahl von Zeitungen bestochen und wüßten die christlichen Eigenthümer und Redacteurs derselben am Leitseile zu führen. Hiergegen giebt es keine bessere Widerlegung, als daß man seine Gunst und die seiner Freunde und Bekannten nur denjenigen Organen der Oeffentlichkeit zuwendet, welche aus freien Stücken und eigenem Antriebe selbst die Partei ergriffen haben, auf der auch wir stehen. Vor der Anwendung niedriger Mittel, zu welchen vorzugsweise die Bestechung zu rechnen'wäre, haben wir uns aber um so mehr zu hüten, da wir durch die Fürsprache eines fetten Blattes an unserer Ehre Schaden und'moralische Einbuße erleiden müßten, und die einmal bestochene Stimme, sich wie eine Wetterfahne drehend, leicht einem Andern für höheren Preis sich zu Gebote stellt. — Die neueste Zeit hat den Juden die erwünschte Gelegenheit geboten, ihr Scherflein zur Begründung freisinniger Zeitungen ohne Aufsehen und doch mit Erfolg beizutragen: denn wir sind überzeugt, daß die Rheinische Zeitung, das erste auf Aktien gegründete, politische Blatt in Deutschland, bald nicht mehr das einzige sein wird, an dem sich humangeflnnte Kapitalisten werkthatig betyeiligen können. Vor Allem möchte ich bei dieser Gelegenheit meine Hamb. Leser darauf Hinweisen, wie nothwendig und ersprießlich die gerade 49