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Der Orient · 1842-11-22 · 48 (22.11.1842) · p. Spalte 753-754

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
48 (22.11.1842)
Date
1842-11-22
Page
Spalte 753-754 (sequence 1)
Language
German
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Fiteraturblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für M-ische Geschichte und Literatur. M 48. Leipzig, den 22. November 1842« Volks Literatur. Das Buch von den sieben weisen Meistern, übersetzt von H. Sengelmann. Beurtheilt. — Bibel- Epegese. 1. Beitrage zur Wortkritik der 12 kleinen Propheten, von E. Meier. 2. Der Knecht Gottes, von Umbreit. Beurtheilt. — Jüdische Alter t h u m s k u n d e. Die Beschneidung bei den Israeliten. Vom historischen, kritischen und medicinischen Standpunkte. Die Ansicht Autenneth's. Von Dr. Berg so n. Lit. Nachrichten und Mscellen: Berichtigung. — Literarische Ankündigungen. Volksliteratur» Das Buch von den sieben weisen Meistern, aus dem Hebräischen und Griechischen zum ersten Male übersetzt und mit Literarhistorischen Vorbemerkungen versehen von Heinrich Sengelmann*). Halle, bei LipperL 1842. 193 S. 12. Pr. 20 Sgr. Eine Seite der jüdischen Literatur im Mittelalter, die bis jetzt gewiß mit Unrecht zu wenig berücksichtigt worden, ist diejenige, nach welcher die Juden die Vermittler bildeten zwischen orientalischer und occidentalischer Bildung und Wissenschaft; und doch ist diese Seite gewiß eine der wichtigsten und.- intereffantesten von dieser bis jetzt fosehr übersehenen Literatur. Das jüdische Volk war schon durch seine politische Stellung, durch seine Verbreitung in alle Gegenden der civilisirten und nicht civilisirten Wlt, bei welcher es stets seinen Nationalcharakter beibehielt, vorzüglich geeignet, einen Dragoman zwischen zwei einander fernen Hemisphären zu repräsenticen. Die Gebiete, auf denen es als solcher austrat, sind die der Philosophie und der Belletristik; zwei Gebiete, auf denen wir Originalschöpfungen des jüdischen Volks in jener Zeit fast gar nicht erblicken, da säst die ganze Literatur der Religion geweiht war und Hagada und Halacha den Hauptgegenstand der Poesie *) Der aus Hamburg gebürtige noch jugendliche Verfasser, der gegenwärtig in Halle noch studirt, hat seine hebr. Studien in Leipzig unter Aufsicht des Red., dessen Famulus er war, begonnen, und so weit wenigstens sortgeführt, daß er an dergleichen Bearbeitungen gehen konnte. Da er sich durch äußere Umstände seit fast 2 Jahren der Theologie zuwenden mußte, so hat es dm Red. herzlich gefreut, zu erfahren, daß die begonnenen hebr. Studien nicht ganz aufgegeben wurden , was aus den Versprechungen in der Vorrede erhellt. Nur möchten wir ihn hier Litten, sich von der herzbrechenden Theologie des Pietismus fern zu hatten. Red. und der prosaischen Abhandlung bildete. Das Volk, an welches die Juden zunächst sich anschlossen, und von dem sie ihre Originale, die sie in den Occident herüberbrachten, entlehnten, waren die Araber, mit denen sie theils im Morgenlande, (Heils in Spanien zusammenkamen. Von diesem Volke ist auch die Urschrift entlehnt, die den hebr. Mischle S a n d a b ll r zum Grunde liegen, jener Composition von Erzählungen, die den Haupttheil der oben angezeigten kleinen Schrift ausmachen; indessen zeigt sich der hebräische Geist bei der Nachbildung in seiner ganzen Eigen- Lhümlichkeit. Eine fast biblische Einfachheit und reine Sprache zeichnen dieselbe aus, während dagegen die darauf folgende griechische Uebersetzung, die 'auf dem Grunde der hebräischen entstanden ist, an einer oft ermüdenden Weitschweifigkeit leidet. Hier werden die geringfügigsten Nebenumstände gedehnt und auseinander gezogen, während der einfache hebr. Bearbeiter stets sehr wohl im Auge behielt, worin die Pointe der Erzählung bestehe. Einen schlagenden Beleg giebt die Erzählung von dem Waffenträger und dem Hunde (S. 52 und S. 115), die wir zur Vergleichung hier mittheiten. Nach dem Hebräer lautet sie: „Es war ein Waffenträger eines Königs, der wohnte in seinem Hause, und sein Sohn, 'ein kleines Kind, lag in seinem Hause. Es war aber kein Mensch im Hause, so daß das Kind allein zurück blieb nebst einem sehr schönen Hunde; der Hund aber lag zur Seite des Kindes. Von ungefähr kam eine Schlange herzu; da lief der Hund hin und tödtete sie und ging dann hinaus seinem Herrn entgegen. Da aber sein Mund voll Blut war und sein Herr ihn sah, gerieth derselbe in Angst; denn er dachte, daß er seinen Sohn getödtet habe. Er zog sein Schwert und tödtete ihn. Als er nun nach Hause kam, siehe, da lag sein Sohn da und die Schlange tobt an seiner Seite. Jetzt erkannte er, daß 48

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