Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 48 (22.11.1842)
- Date
- 1842-11-22
- Page
- Seite 384 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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consecrationem adeptis, super Beneficiis que Antecessores nostri tenuerant ab Ecclesia Maguutina, cum fideli Principe nostro Sifrido eiusdem Ecclesie Archiepiscopo frequentes sunt habiti diversique Tractatus. Consulentibus dem um fidelibus nostris Principibus et dilectis, Johanne Trevirensi, Theodorico Colo* niensi Arcbiepiscopis, Cunrado Spirensi Episcopo Imperialis Aule Cancellario, pro exhibendis Nobis ab Archiepiscopo Maguntino feodis menioratis secum egimus diligenter; Eumque videntes nostre obnoxium voluntati, Quingentis inarcis donare promisimus, et Bona de quibus nos intromittere ceperainus, sue reliquimus libere potestati, sicut inferius declaiatur: Consequenter ad perpetuandum circa Imperium et Nostre Sercnitatis Personam ipsius Archiepiscopi favo« rem, Studium et iuvamen secundum ius privilegiatum Ecclesie Maguntine, Civitates eius et oppida, IMunitiones et predia, sub Regiam recepimus tuteiam: Liberos et Ministeriales sue iurisdictioni spectantes fr ui per* misimus iure debito et consueto. ludeos Civitatum suavum et Homines censuimus ex parte Imperii cujuslibet petitionis expertes. Datum apud L ucam XU. Kai. Decembris. ..., Indictione. (Gilden Cod. dipl. I. 416—418. — Origg. Guelf. noch nicht die kaiserliche Weihe erhalten hatten, über die Lehen, welche unsere Vorgänger von der Mainzischen Kirche hatten, mit unserem getreuen Fürsten Si eg fri e d, Erzbischöfe dieser Kirche, häufige und verschiedene Verhandlungen geführt worden sind. Endlich haben wir auf dm Rath unserer getreuen und geliebten Fürsten, der Erzbischöfe Johannes von Trier, Lheodorich von Cöln, des Bischofs Conrad von Speier, Canzlers des kaiserlichen Hofes, wegen der Uebergabe der erwähnten Lehen von Seiten des Erzbischofs von Mainz an uns mit diesem fleißig unterhandelt; und ihn unserm Willen gehorsam sehend, haben wir versprochen, ihm 500 Mark zu schenken, und die Güter, über welche wir verhandelt haben,.überlasten wir seiner unbeschränkten Gewalt, wie unten erklärt wird. Um ferner die Liebe, den Eifer und den Beistand des Erz-! bischofs gegen das Reich und gegen unsere Person zu verläni gern, haben wir, dem Vorrechte der Kirche von Mainz zu- 1 folge, ihre Städte, Burgen, befestigten Oerter und Ländereien unter königlichen Schutz genommen» Freien und Dienstleuten, die zu ihrer Jurisdiction gehören, haben wir erlaubt, f sich des hergebrachten Rechts zu erfreuen. Wir haben verordnet, daß die Juden und Vasallen ihrer Städte von Seiten des l i Reichs jeder Bittsteuer ledig sein sollen. .! —. — j Gegeben bei Lucca den 20ten November. Inder ...ten Jndiktion. III. 800. — Monum. Boic. XXIX. p. 555—557.) Persoiialchronik und Miseellen. Fortschritt in Ungarn. Bei einer Berathung des Tolnaer Comitats in Ungarn, ob isr. Jünglinge, welche die Rechte studirt haben, bei den Comitatssitzungen erscheinen, sonach auch beeidet werden können, wurde, obgleich auf diese bisher beispiellose Ausnahme aufmerksam gemacht worden war, endlich doch t>ie, Frage bejahend entschieden. Das jüdische (Betty-Heinesche) Krankenhaus in der Vorstadt St. Pauli bei Hamburg ist nun vollendet; die Benutzung desselben dürfte aber erst dann erfolgen, wenn die Stelle des Herrn Isaac Hartvig beim Gemeindevorstande wieder besetzt ist. In der zweiten Hälfte des vierten Bandes von Lavaters ausgewählten Schriften (herausg. v. Orelli, Zürich 1841 u. 42) findet sich eine reichhaltige Correspondenz zwischen Mendelssohn und Lavater. An der Universität in Kiel lehrt jetzt ebenfalls ein jüdidischer Privatdocent. Es ist Herr Dr. Wilda aus Hamburg, welcher der philosophischen,. und zwar der staatswissenschaftlichen (staatswirthschaftlichen oder kameralistischen) Fakultät angehört. Im nächsten Wintersemester wird er Encyclopädie der Kameralwissenschaften und Nationalökonomie Vorträgen. Auch giebt er seit dem Anfänge d. I. mit dem freisinnigen Deputaten, Kammerjunker von Neergaard, eine landwirthschaftliche Zeitung heraus. Sein Bruder, der Prof. Wilda, ehemals Jude, bisher in Halle angestellt, jetzt nach Breslau versetzt, ist ein geschätzter Rechtslehrer und Mitherausgeber einer jurist. Zeitschrift. Im vierten Hefte des 20sten Bandes der (Oppenheimschen) Hamburger mediz. Zeitschrift findet sich ein treffliches Gebet, durch wetä)es Maimonides den göttlichen Beistand für seinen ärztlichen Beruf erflehte. Dieses tägliche Gebet des großen jüd. Philosophen ist hier aus dem Examinateur medical vom 5. Juni 1842 No. 23, übersetzt. Die Schule von Marocco hatte dieses Thema als Preisaufgabe gestellt und Maimonides hatte für die Lösung die dafür ausgesetzten 100 Goldstücke empfangen. Wie bereits im Oriente berichtet wurde, hatten kürzlich die Vorsteher der jüd. Gemeinde zu Hildesheim die Synagoge zum Versammlungslokal für den dortigen Mäßigkeitsverein, dem die Benutzung einer Kirche zu diesem Zwecke nicht gestattet worden war,. eingeräumt. Die Hamburger Vereinsblätter erwähnen dies mit besonderer Anerkennung. Am 2. Oct. hat auch hier eine allgemeine Versammlung der Mitglieder des Vereins gegen das Branntweintrinken stattgefunden, in welcher Here Dr. Frankfurter, seit Kurzem Mitglied desselben, eine mit außerordentlichem Verfalle aufgenommene Rede hielt. Verlag von C. L. Fritzsche. Druck von I. H. Na g el.