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Der Orient · 1842-11-15 · 47 (15.11.1842) · p. Spalte 737-738

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
47 (15.11.1842)
Date
1842-11-15
Page
Spalte 737-738 (sequence 1)
Language
German
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Literalurblatl des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte und Literatur. M 4tf. Leipzig, den 15. November 1842. Bibel-Exegese. Der Pentateuch oder die fünf Bücher Mofe'6 rc. von Dr. S. Herxheirner. Beurtheilt. (Fortsetzung und Beschluß.) — Philosophie. B. v. Spinoza's Ibeologn'd - politischer Traktat. Von Isidor ,K amp f. (Beschluß der ersten Abtheilung.) — Lit. Nachrichten und Miscellen: 1. Umbreiis Studien und Kritiken. 2. Lilienthal. — Jüdische 2tlterthumskund e. Die Beschneidung bei den Israeliten. Vom historischen, krinschen und medicinischen Standpunkte. Die Ansicht Meiners' und Autenrieth's. Von, Dr. Bergson. — Literarische Ankündigungen. Bibel-Exegese. miD. Der Pentateuch oder die fünf Bücher Mose's im (h)ebräischen Texte, mit worttreuer Uebersetzung, fortlaufender Erklärung und homiletisch benutzbaren Andeutungen. Herausgegeben von Dr. Sal. Herxhei- , mer, Herzogs. Landesrabbinec zu Anhalt-Bernburg. Berlin, 1841. 8. Lewent. (Fortsetzung und Beschluß.) Um einige Proben des exegetischen Verfahrens zu geben, mehr noch um jüngere Forscher anzuregen, theilen wir Einiges über die poetischen Bestandteile des Pentateuchs mit. Das älteste poetische Fragment, das sich im Pentateuch findet, ist das Cap. 4. v. 23 und 24 befindliche, und Hc. Dr. H. bemerkt richtig, daß es das älteste Lied mit Parallelismus der Glieder sei. Als Veranlassung, daß dieses Fragment eines alten Volksliedes hier gerade vom Zusammensetzer des Pentateuchs eingeflochten wurde,' wird richtig die Erwähnung des Schwerdtes und dessen Erfindung im vorhergehenden Verse angegeben, so daß das alte Volkslied über dessen ersten Gebrauch zum Morde hierher paßt; es könnte also eigentlich „Volkslied vom Schwerdte" genannt werden. Schon v. Bohlen macht auf die orientalische Sitte aufmerksam, in den prosaischen Erzählungen und Geschichten alte Volkslieder, theils ganz, theils fragmentarisch einzuflechten, daher die Dunkelheit und Abgerissenheit derselben; und auch unser.Volkslied hier scheint nur ein Fragment, ein Theil eines größern zu sein. So weit aus dem Fragment zu ersehen, ist der Inhalt der Fabel oder des Liedes folgender: Es schlug Jemand dem Lemech eine Wunde und zwar ein Jüngling. Lemech rächte diesen Schimpf durch das Schwerdt; er ist der erste Rächer mit dem Schwerdte, wie Kajin der erste Mör- ' der. Aus dieser Thatsache spinnt sich dann der Gedanke heraus, daß Kajins Mörder siebenfach gerächt wurde, d. h. der ihn angriff eine siebenfache Strafe zu leiden habe, Lemech aber wird, dadurch daß er das Schwerdt in der Hand hat, sieben und siebzigfach gerächt. Daß die Zahl 7 und 77 nur hyperbolisch zu nehmen sei, versteht sich von selbst. — Die zweite, aber umfangreiche Dichtung im ^entateud) ist der Segen oder das Sch wa n enlied Jako b s Cap. 49. Hier begnügt sichHr.H. mit einer bloßen Worterklärung, ohne sich über die Oekonomie und poetische Gliederung dieses Segens, über die Entstehungszeit'dieser Dichtung, über den Verfasser desselben auszulassen, was jedenfalls am Eingänge der Dichtung eine passende Stelle hätte. Die Untersuchungen über dieses Gedicht zerfallen in folgende Fragen: 1) Ist Jakob der Verfasser? oder 2) hat dasselbe der Vers. der übrigen Bestandtheile der Genesis bloß seinem Helden in den Mund gelegt, wie etwa Livius, Thukydides u. A. es mit ihren Helden gethan? oder 3) hat sich dieses Lied im Munde des Volks oder durch *:t>ie Schrift im Volke erhalten Und der Erzähler es dann nach der Weise der Morgenländer eingeflochten? wir hätten gewünscht, dgß Hr. H. diese Fragen, wenn auch nur kurz, am Eingang/der Dichtung beantwortet, was um so leichter summarisch geschehen konnte, als P. v. Bohlen mit. ungemeiner Gelehrsamkeit dieses erschöpfend gethan. Die Grundzüge der Kritik v. B's, wie er aus den wichtigsten Zügen dieser Dichtung das Zeitalter und fast auch den Dichter ermittelt, wollen wir daher den. Lesern mittheilen, um jüdische Bibelforscher für dergleichen Forschungen zu beleben. „Die Stämme", giebt mB. als Schlußresultat des In- Halts, „von denen derSegen ausdrücklich redet (B. 16.), wohnen in ihren Bezirken Palästinas, und diese Wohnsitze werden fast überall mit kurzen Andeutungen so gezeichnet, daß eine geographische Beschreibung des Landes aus dem Gedichte zugleich kann genommen werden. Sie wohnen in vollkommener Ruhe, außer daß Dan, Gad und der weitausgebreitete Tribus Joseph an den Grenzen gegen nachbarliche Feinde aus 47

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