Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 46 (8.11.1842)
- Date
- 1842-11-08
- Page
- Spalte 721-722 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Meraturblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte und Literatur. Jfy? 4Ö» Leipzig, den 8. November 4^42» Philosophie. B. v. Spinoza's theologisch - politischem Traktat. Von Isidor Kampf. (Fortsetzung.) — Antikritik von Prof. Mayer, nebst Replik. — Jüdische Altert hu mskund e. Die Beftbneidung bei den Israeliten. Vom historischen, kritischen und rnedicinischen Standpunkte. Von Dr. Bergson. — Nekrolog: Dcctor Gesenius. Von Isidor Kampf. Literarische Ankündigungen. Briefkasten. Philosophie. B. v. Spinoza's Theo logisch-politischer Tractat. Von Isidor Kämpf. (Fortsetzung.) ■ i Ungeachtet wir nun überzeugt sind, daß die Authenticitdt der Lehre Moiis nicht von der Erkenntnißweise der ihm . folgenden Propheten 'bedingt ist, so sehen wir dennoch nicht ein, was uns veranlassen sollte, diesen nur eine mittelbare Erkenntniß zuzugestchen. Das Beispiel unseres Verfassers kann uns hierin nicht nachahmungswerth' erscheinen, und zwar um so weniger, als er dadurch auf die inconsoquenteste Weise dem Ausspruche eines Mannes huldigt, dessen Behauptungen er sonst keiner Widerlegung werth halt. Wir meinen M. M ai mon id es; dieser hat zuerst die Differenz erörtert, die zwischen der Prophetie Mosis und der aller andern Propheten obgewaltet. In seinem Mischna- Commentar (Sanh. 11), wo er die Dogmen seiner väterlichen Religion aufzahlt, sucht er die fragliche Differenz in vierfacher Beziehung zu bestimmen: „1) MoseS erfreuete sich einer unmittelbaren Erkenntniß, alle andern Propheten hingegen nur einer mittelbaren; 2) Jen e r empfing die betreffende Offenbarung wachend, diese nur im Traume und in nachtlichenGesichten; 3)Jener zitterte nicht, wenn ihm eine Offenbarung zu Theil wurde, diese empfingen sie mit Zittern; endlich 4) Jener konnte zu jeder beliebigen Zeit einer Offenbarung theilhast werden, diese aber nur zu gewissen Zeiten". Zum Beweis für die Richtigkeit dieser Behauptungen beruft er sich ad 1) auf Num. 12, 8. wo es heißt: ns n "OTN HD; ad 2) auf Exod. 25, 21: M *]b vnyur 'iS! '»front, wahrend von den übrigen Propheten oft gesagt wird, daß sie die Offenbarung erhalten nWn (in somnio noclis),.nW pra (in yisione noctis); ad 3) auf Exod. 33, 11: ntpeo 'di nra 'n nmi injn'-tw csr\v-n2T, wohingegen es Dan. 10, 8 heißt: nwo) by ism ninv, endlich ad 4) auf Lev. 16, 2: mprr bx ny-bn ♦♦ ♦♦ pna-tw nm, welches Verbot, wie die Weisen lehren, nur Aharon, und nicht Moses betrifft l), — wahrend die übrigen Propheten erst einer Vorbereitung bedurften, wenn sie eine Offenbarung erhalten wollten: 2 Reg. 3, 15. — Auf diese in vierfacher Beziehung geäußerte Verschiedenheit der Prophetie Mosis von der allerandern Prophet e n macht M aim onid es nochmals aufmerksam in seinem More Ne buch im Th. 2, Cap. 35, nachdem er zu Ende des vorhergehenden Kapitels besonders hervorgehobcnMJPin nttfD vfa NOJ blü ■’T-b nNiiisn inwsrP). Allem schon R. Joseph Albo hat in seinem Jkkarim (Th. 1, Kap. 3) zur Evidenz erwiesen, daß M aim onid es bei der Ausstellung der fraglichen Dogmen nach feiner subjectiven Ansicht verfahren, und daher auf wissen schädlichem Wege wohl widerlegt werden darf. Die Berechtigung hierzu scheint uns aber um so gegründeter, als die Meinung des Maimonides, namentlich in Bezug auf die zwischen der Prophetie 1) ao' bn rwn n:t> bn pnN. — 2) Vergl. and) Jad ha-chasaka, hilchot Jesode ha-Tora 5—8. — 46